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11.07.2025, Lokalredaktion
Die NordWestBahn nimmt Stellung zum Vorfall auf der Linie RS 4 am 1. Juli 2025, bei dem Fahrgäste bei hohen Außentemperaturen längere Zeit in einem Zug mit eingeschränkter Klimatisierung verbringen mussten.
Die Sicherheit der Fahrgäste und Mitarbeitenden hat für die NordWestBahn oberste Priorität. Das Eisenbahnverkehrsunternehmen mit Sitz in Osnabrück nimmt diesen Vorfall sehr ernst. Für die betroffenen Fahrgäste war die Situation schwer zumutbar. Dafür entschuldigt sich die NordWestBahn ausdrücklich.
Die NordWestBahn hat unmittelbar nach dem Vorfall eine umfassende interne Untersuchung eingeleitet. Der Vorfall erfolgte aufgrund eines Ausfalls einer elektronischen Komponente, der nicht hitzebedingt war. Ziel ist es, technische Ursachen sowie organisatorische und kommunikative Abläufe kritisch zu analysieren und Verbesserungen umzusetzen. Dabei steht die NordWestBahn im engen Austausch mit den zuständigen Behörden.
Bei einer Störung im Fahrbetrieb greift ein klar geregelter Prozess: Die NordWestBahn prüft in Abstimmung mit dem Infrastrukturbetreiber DB InfraGO AG die Möglichkeiten zur Weiterfahrt oder zur Abschleppung des Zuges. Ziel ist es stets, den Zug zum nächsten Bahnsteig zu bringen – entweder durch eine Wiederinbetriebnahme durch den Triebfahrzeugführer oder durch das Zuführen eines Ersatzfahrzeuges für das Abschleppen, damit die Fahrgäste sicher den Zug verlassen können.
Evakuierungen – nur als letzte Maßnahme
Grundsätzlich gilt: Eine Evakuierung auf freier Strecke stellt im Bahnbetrieb immer eine erhebliche Gefährdung der Fahrgäste dar – insbesondere auf Brücken, Dämmen oder in unwegsamem Gelände. Evakuierungen werden daher nur im Ausnahmefall und nie allein von der NordWestBahn entschieden. Sie erfolgen ausschließlich in Abstimmung mit der DB InfraGO AG, unter Beteiligung der örtlichen Rettungskräfte und unter Berücksichtigung der Regeln zur Eisenbahnsicherheit. Deshalb steht die sichere Überführung der Fahrgäste zu einem Bahnsteig im Vordergrund.
Was war in Elsfleth besonders?
Im konkreten Fall kamen mehrere ungünstige Faktoren zusammen, die die Maßnahmen erheblich erschwerten und verzögerten:
- Lage am Bahndamm vor einer Brücke: Das Fahrzeug stand im Bereich der Huntebrücke. Dieses Gelände ist schwer zugänglich und mit hohem Absturzrisiko verbunden, was eine Evakuierung vor Ort besonders herausfordernd machte.
- Keine Weiterfahrt möglich: Der Triebfahrzeugführer unternahm insbesondere aufgrund des Standorts mehrfach den Versuch, den Zug neu zu starten – ohne Erfolg.
- Abschleppversuche: Parallel wurde versucht, den Zug abzuschleppen. Dazu musste jedoch zunächst ein geeignetes Fahrzeug herangeführt werden, was auch in Abstimmung mit der DB InfraGO AG erfolgte, aber aufgrund von Sicherheitsbedenken nicht erfolgreich war.
- Extreme Wetterlage: Die hohen Außentemperaturen waren eine zusätzliche Belastung für alle Beteiligten. Aufgrund der technischen Störung im vorliegenden Fall war die Klimatisierung anders als in der Regel nicht vollständig gegeben.
- Störungen im Netz: Am Ereignistag kam es zu zahlreichen weiteren Störungen im Bahnverkehr, was die Koordination und Kommunikation zwischen allen beteiligten Stellen zusätzlich belastete.
Die NordWestBahn hat sofort nach dem Vorfall eine interne Untersuchung eingeleitet. Darüber hinaus werden wir in Abstimmung mit der DB InfraGO AG Maßnahmen ergreifen, die insbesondere bei extremen Wetterlagen die Abläufe verbessern.
Fahrgastrechte
Betroffene Kund:innen können ihre Fahrgastrechte über unsere Website geltend machen und eine Entschädigung oder Erstattung beim Kundenservice der NordWestBahn beantragen. Weitere Informationen dazu stehen auf der Website der NordWestBahn: https://www.nordwestbahn.de/de/regio-s-bahn/service/fahrgastrechte (pm/lr)