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01.08.2025, Lokalredaktion
Trotz Herausforderungen dennoch viele Chancen für junge Menschen
Die Unternehmen der Region haben bis Ende Juli 3290 (- 65 Verträge) neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Das sind 1,9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, berichtet die Oldenburgische Industrie- und Handelskammer (IHK). „Die aktuelle Ausbildungssituation im IHK-Bereich zeigt eine gemischte Entwicklung“, sagt Stefan Bünting, Leiter des Bereichs Bildung bei der IHK. „Während die Zahl der neu eingetragenen Ausbildungsverträge leicht rückläufig ist, konnten über 350 Verträge noch nicht abschließend in der IHK bearbeitet werden, da sie entweder unvollständig oder erst kürzlich eingegangen sind. Dies deutet darauf hin, dass die Ausbildungszahlen in den kommenden Wochen noch steigen könnten.“
Die größten Zuwächse verzeichnet die IHK in den Landkreisen Friesland (+ 12,1 Prozent und + 25 Verträge) sowie der Wesermarsch (+ 5,8 Prozent, + 16 Verträge).
Zurzeit gibt es in der Wesermarsch noch 180 freie Ausbildungsstellen. Dem gegenüber stehen jedoch auch 190 jungen Menschen, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. (Quelle: Bundesagentur für Arbeit – Stand: Juli 2025)
Dagegen sank die Zahlen am stärksten in der Stadt Wilhelmshaven (-14,7 Prozent, – 40 Verträge) und dem Landkreis Cloppenburg (- 11,4 Prozent, – 62 Verträge).
Aufwärts ging es bei den Bauberufen (+ 15,5 Prozent, + 16 Verträge) und dem Verkehrsgewerbe (+13,4 Prozent, 16 Verträge). Wobei im Chemiebereich (-19,5 Prozent, – 24 Verträge) und den Industriekaufleuten (- 10,1 Prozent, – 28 Verträge) die Zahlen zurückgingen. Die eingetragenen Verträge zeigen aber nicht den gesamten Markt. Trotz der aktuellen wirtschaftlichen Lage hätten die Ausbildungsbetriebe in diesem Jahr mehr geeignete junge Menschen eingestellt. Laut der letzten IHK-Ausbildungsumfrage konnte fast jedes zweite Unternehmen (48 Prozent) in Deutschland nicht alle Ausbildungsplätze besetzen. Und regional planen die Unternehmen in der letzten IHK-Konjunkturumfrage sogar eine Erhöhung der Beschäftigungszahlen. Das zeigt, dass die duale Ausbildung nach wie vor ein wichtiger Baustein für die Fachkräftesicherung und wirtschaftliche Stabilität ist.
„Wir müssen die Berufsorientierung insgesamt verbessern und die Chancen der dualen Ausbildung und anschließender Weiterbildung für die Leistungsträger aufzeigen. Die Herausforderung besteht darin, dass laut der aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung zu den ‚Ausbildungsperspektiven 2025‘ über 25 Prozent der jungen Menschen direkt nach dem Schulabschluss arbeiten wollen“, so Bünting. „Dieses Verhalten müssen wir gemeinsam ändern.
Deshalb mein Tipp an alle Jugendlichen: Die Ausbildung ist absolut keine Einbahnstraße sondern der Weg in die Zukunft! Die Zukunft kann jetzt beginnen, da es noch viele freie Ausbildungsstellen zum Sommer 2025 gibt. Dies gilt nicht nur für Abiturienten, sondern für alle Schulabgängerinnen und Schulabgänger, denn die Unternehmen stellen auch im August noch ein.“ Interessierte Bewerberinnen und Bewerber können sich über freie Ausbildungsstellen auf www.meine-ausbildung-in- niedersachsen.de informieren. Mit ihrer bundesweiten Kampagne www.ausbildung-machtmehr-aus-uns.de werben die IHKs auf Social-Media. Influencer zeigen auf TikTok was eine Ausbildung ausmacht. Zudem erhalten Firmen kostenloses Marketingmaterial für die Rekrutierung von Auszubildenden. (pm/lr)