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15.09.2025, Lokalredaktion
Die familiengeführte Unternehmensgruppe Lürssen konzentriert sich künftig ausschließlich auf den Bau ziviler Megayachten und verkauft ihre Marine-Schiffbausparte NVL an den deutschen Rüstungskonzern Rheinmetall. Wie das Unternehmen heute bekanntgegeben hat, plant Rheinmetall alle Standorte und Mitarbeitenden der NVL zu übernehmen und sie mitsamt ihrem bisherigen Management als eigene Division in den Rheinmetall-Konzern zu integrieren und weiterzuentwickeln. Mit dem Verkauf, der in den
nächsten Wochen – vorbehaltlich der Genehmigung durch die Wettbewerbsbehörden – formal abgeschlossen werden soll, möchte Lürssen ein Zeichen der Stärke setzen und den Weg für die politisch seit langem gewünschte Konsolidierung in der deutschen Verteidigungsindustrie ebnen. Friedrich Lürßen, Geschäftsführender Gesellschafter der Lürssen Maritime Beteiligungen GmbH & Co KG, erklärt: „Insbesondere vor dem Hintergrund der verschärften Bedrohungslage halten wir eine Konsolidierung innerhalb der Verteidigungsindustrie für notwendig und sinnvoll. Nur so lässt sich eine schnelle Wehrfähigkeit unseres Landes sicherstellen. Mit dem Verkauf der NVL an Rheinmetall schaffen wir nun die Voraussetzung für einen leistungsfähigen DefenceChampion mit breit gefächerter Systemkompetenz. Wir freuen uns, mit Rheinmetall einen vertrauensvollen und starken Partner gefunden zu haben, der NVL und ihren Mitarbeitenden eine erfolgreiche Zukunft sichern kann.“
Sein Vetter Peter Lürßen, ebenfalls Geschäftsführender Gesellschafter der Lürssen Maritime Beteiligungen GmbH & Co KG, ergänzt: „Die Gespräche der letzten Wochen haben gezeigt, dass die Chemie zwischen unseren Unternehmen stimmt und wir ähnliche Werte haben. Uns ist es wichtig, unsere Marinesparte, unser technologisches Know-How und vor allem die rund 2.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der NVL in gute und verlässliche Hände zu geben.“
In den vergangenen Jahren hat sich die Komplexität der Führungs- und Waffensysteme massiv erhöht, vor allem, da die Schiffe immer mehr im Verbund mit anderen Einheiten vernetzt und durch autonome Einheiten in der Luft, auf dem Wasser und unter Wasser ergänzt werden. Das erfordert eine weitreichendere Integration solcher Waffensysteme als bisher. Mit der Übernahme entsteht ein Nukleus für eine neue, wachstumsstarke Marine-Division von Rheinmetall. Lürssen wird sich nach dem NVL-Verkauf weiter dem Yachtbau widmen und dort gezielt die technologischen Entwicklungen vorantreiben.
Über die Unternehmensgruppe Lürssen:
Die familiengeführte Unternehmensgruppe Lürssen mit Hauptsitz in Bremen-Vegesack wurde 1875 gegründet und ist eine norddeutsche Werftengruppe mit bislang rund 4.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit. Die Yachtsparte der Unternehmensgruppe mit etwa 2.000 Mitarbeitenden firmiert unter dem Namen Lürssen und ist spezialisiert auf den Neubau, die Reparatur und den Refit ziviler Megayachten. Die Marinesparte der Unternehmensgruppe wurde 2021 von der Yachtsparte getrennt und seitdem unter der Dachmarke NVL (Naval Vessels Lürssen) als eigenständiges Unternehmen innerhalb der Unternehmensgruppe Lürssen fortgeführt. Die Führungsgesellschaft für beide Sparten ist die Lürssen Maritime Beteiligungen GmbH.
Über die NVL
Die NVL (Naval Vessels Lürssen) ist eine privat geführte, unabhängige Werftengruppe mit vier renommierten Werften in Norddeutschland (Peene-Werft / Wolgast, Blohm+Voss und Norderwerft / Hamburg, Neue Jadewerft / Wilhelmshaven) und internationalen Standorten. Die NVL mit Sitz in Bremen-Vegesack beschäftigt aktuell gut 2.100 Mitarbeitende weltweit und bietet ihren Kunden maßgeschneiderte, intelligente und kosteneffiziente Schiffbau-Lösungen sowie umfangreiche Services. Als Vorreiter in der Forschung und Entwicklung autonomer maritimer Überwassersysteme entwickelt die Werftengruppe zudem zukunftsweisende Technologien mit etablierten Partnern und bietet ihren Kunden umfangreiche Komplettlösungen im Bereich Manned/Unmanned-Teaming (MUM-T). Damit trägt sie dazu bei, die Deutsche Marine und Navies weltweit jederzeit einsatzbereit zu halten. (pm/lr)