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07.10.2025, Lokalredaktion
Landrat Stephan Siefken zog während der Kreistagssitzung eine Zwischenbilanz seiner Amtszeit und richtet den Blick auf die Zukunft der Wesermarsch. Im Zentrum seines Berichts steht eine klare Leitfrage: Dient unser Handeln den Menschen in der Wesermarsch? Diese Maxime prägt seine Entscheidungen seit seinem Amtsantritt im November 2021 und bleibt auch künftig sein Kompass. Er kündigte an, auch über 2026 hinaus für das Amt des Landrats zu kandidieren – unabhängig und parteineutral. „Ich will diesen Weg weitergehen – mit ganzer Kraft für die Menschen in unserem Landkreis.“
Der Landrat betonte die Notwendigkeit, Natur- und Gesundheitsschutz in Einklang zu bringen. Die Belastung durch Lärm und Wildtiere wie den Wolf, stellt viele Gemeinden vor Herausforderungen. „Wenn Lebensqualität und Gesundheit leiden, müssen wir handeln – nicht gegen Tiere, sondern für Menschen“, so der Landrat. Ein neuer Anlauf zur Lösung dieser Konflikte ist geplant.
Die wirtschaftliche Lage, insbesondere in der energieintensiven Industrie, ist angespannt. Der Landrat setzt sich aktiv für den Erhalt von Arbeitsplätzen ein – so hat er bereits mit der Glencore-Geschäftsführung Gespräche geführt. „Es geht um Existenzen, um Familien, um unsere Region“, erklärt Siefken und dankte dem Bundestagsabgeordneten Bastian Ernst (CDU), den Landtagsabgeordneten Karin Logemann (SPD) und Björn Thümler (CDU) sowie Nordenhams Bürgermeister Nils Siemen für ihren Einsatz.
Die finanzielle Lage der Kommunen ist laut Siefken so kritisch wie nie zuvor. Trotz direkter Bitten an das Land Niedersachsen bleibt konkrete Hilfe aus. Der Landrat fordert eine gerechte Finanzverteilung und warnt: „Freiwillige Leistungen, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt sichern, sind für mich nicht verhandelbar.“
Trotz Krisen bleibt Stephan Siefken optimistisch. Projekte wie die Schulentwicklung, das Innovationszentrum für Nachhaltigkeit, der interkommunale Gewerbepark und das Regionale Versorgungszentrum zeigen den Gestaltungswillen des Kreistags. Die Digitalisierung der Verwaltung wird als Kulturwandel verstanden – mit klaren Zielen und einheitlichen Standards. (Text: Kerstin Seeland – Foto: Meister/Landkreis Wesermarsch)