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02.11.2025, Lokalredaktion
Es war der 1. Mai 2025, Mitglieder des Bürgervereins Boitwarden, deutlich erkennbar in ihren roten Shirts, hatten gerade den Maibaum aufgestellt, Kinder hatten drumherum getanzt und nun wurde mit den vielen Besuchern ausgiebig gefeiert. Zur Bewachung der Vereinsfahne, die an der Spitze des Maibaum wehte, wurden selbstverständlich auch Mitglieder abgeordnet. Aber wie es nun einmal so in Brake der Brauch ist, machten sich fünf Mitglieder des Bürger- und Heimatvereins Kirchammelwarden, die ebenfalls an diesem Tag ihre zwei Maibäume aufgestellt hatten, auf den Weg, um die Fahne aus Boitwarden zu klauen. Natürlich alles gemäß der Verordnung über das Klauen von Maibaum-Fahnen. Die besagt nämlich, dass der Klau muss heimlich, gewaltfrei und ohne Sachbeschädigung erfolgen muss. Ferner dürfen keine technischen Hilfsmittel (z. B. Leitern, Drohnen, Fahrzeuge) verwendet werden und die Fahne – nicht vom Boden erreichbar – muss im Ganzen und unversehrt entwendet werden. Den erfolgreichen Klau müssen dann auch noch mindestens zwei Zeugen bestätigen können.
Tanja Walkenhorst, Vorsitzende des Bürgervereins Boitwarden, hatte in dem Feiertrubel auch zwei Hammelwarder erspäht, sich aber nichts weiter dabei gedacht. Und so kam es, wie es kommen musste, die Hammelwarder stibitzten ihre Beute und freuten sich darauf, dass die Boitwarder diese wieder auslösen mussten.
Daher hatte der Bürgerverein Boitwarden am Sonnabend die Mitglieder des Bürger- und Heimatvereins Kirchhammelwarden zum Essen in das Schützenhaus, samt 50-Liter-Fass Bier, eingeladen. „Es ist wichtig, dass es ein Fass Bier ist und dass das Bier gezapft wird“, sagt Tanja Walkenhorst.
Der Bürger- und Heimatverein Hammelwarden erschien mit der Vorsitzenden Claudia Fette und weiteren 16 Mitgliedern und feierte gemeinsam mit den 23 Boitwardern das traditionelle Auslösen. „Wichtig ist uns einfach die Gemeinschaft und das Aufrechterhalten der Tradition“, meinten Tanja Walkenhorst und Claudia Fette. (Foto und Text: Kerstin Seeland)