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07.12.2025, Lokalredaktion
Am Sonnabend hatte der Kreislandvolkverband Wesermarsch zu seinem traditionellen Ball der Landwirtschaft, in die Markthalle Rodenkirchen, eingeladen. Bevor jedoch ausgiebig gefeiert wurden, stand die Freisprechung der Landwirte, Landwirtschaftsmeister, Absolventen der einjährigen Fachschule und der Hauswirtschafterin an.
Neben Moderator Ralf Minits, Ausbildungsberater Beruf Landwirt/-in und Renko Eilts, Leiter Bezirksstelle der Landwirtschaftskammer Oldenburg-Nord, waren auch Lehrkräfte sowie Vertreter aus Verwaltung und Politik anwesend.
Landwirtin/Landwirt: Stanislas Disqué (Westergellersen), Johanna Düser (Stadland), Anna Folkens (Jade), Henry Groen (Butjadingen), Hiske Harms-Herrmann (Ovelgönne), Tom Wilhelm Hespe (Berne), Jelle Douwe Hinloopen (Butjadingen), Klaas Hümme (Butjadingen), Lukas Jahn (Brake), Lea Möller (Stadland), Marieke Müller (Jade), Thomas Mulder (Stadland), Jannik Pauer (Stadland), Jonas Sander (Jade), Fynn Paul Schinkel (Jade), Merle Segger (Berne), Johna Spiekermann (Ovelgönne), Neele Tantzen (Stadland), Niclas Vollers (Nordenham), Jonas Wagner (Stadland), Lisa-Marie Wiechmann (Elsfleth), Marieke Wittje (Elsfleth) und Sharom Yunuszoda (Butjadingen) sowie Paul Diekelmann (Stadland) als Werker in der Landwirtschaft.

Landwirtschaftsmeisterin/Landwirtschaftsmeister: Sönke Böschen (Nordenham), Arne Decker (Butjadingen), Marco Cordes (Jade), Farina Gramsch (Jade), Sven Gramsch (Jade), Jerrit König (Stadland) und Lars Stollberg (Jade).
Absolventen der einjährigen Fachschule: Aukje Carolin Abma (Butjadingen), Thijman Hinloopen (Butjadingen) und Janna Meiners (Stadland).
Hauswirtschafterin: Merle Stöver (Hude).

Als Festredner fungierte an diesem Abend der Landwirt Bernd Döhle. Er dankte allen, die sich für die Ausbildung und Freisprechung junger Landwirte eingesetzt haben – insbesondere den Lehrbetriebem, Lehrern und Mitarbeitern der Landwirtschaftskammer. Bernd Döhle betonte, dass die Landwirtschaft trotz aller Höhen und Tiefen langfristig gute Perspektiven biete und ein Beruf mit Zukunft bleibt. Anschließend stellt er sich vor und seinen Lebensweg. Er berichtete von seiner Ausbildung, den ersten praktischen Erfahrungen, der Gesellenprüfung, der Zeit bei der Bundeswehr und seiner Meisterprüfung in den 1980er Jahren. Schritt für Schritt entwickelte er den elterlichen Betrieb weiter: vom kleinen Hof mit wenigen Kühen und Schweinen hin zu einem modernen Milchviehbetrieb mit Boxenlaufstall, später rund 120 Kühen und schließlich knapp 200 Tieren. Dabei spielte auch die Milchquote eine große Rolle, die den Betrieb über viele Jahre begleitete. Seinen Betrieb hat er inzwischen an einen seiner Söhne abgegeben. Der Hof wird heute mit moderner Technik wie Melkrobotern betrieben. Döhle selbst engagiert sich seit 2012 zusätzlich als Verbandsvorsteher im Entwässerungsverband. Er appellierte an die jungen Absolventen, sich auch ehrenamtlich für die Gesellschaft einzubringen.
Die Rede für die Auszubildenden übernahm Stanislas Disqué. Er, aus Lüneburg stammend, berichtete von seiner Zeit in der Wesermarsch. „Wir haben uns für einen Beruf entschieden, der fordert, diskutiert und manchmal kritisiert wird – aber auch eine Berufung ist. Landwirtschaft bedeutet, Menschen zu ernähren, Umwelt zu schützen und Zukunft zu gestalten“, brachte er es auf den Punkt und meinte, zu seinen Mitstreitern „Bleibt motiviert, denkt kritisch und genießt, was wir Landwirtinnen und Landwirte jeden Tag erleben dürfen.“
Die letzte Rede des Abends hielten die Landwirtschaftsmeisterin Farine Gramsch und der Landwirtschaftsmeister Lars Stollberg. Die Beiden resümierten: „In den vergangenen zwei Jahren haben wir viel gelernt – über Tierhaltung, Pflanzenbau, Betriebswirtschaft und sogar darüber, wie man im Büro Ordnung ins Chaos bringt. Doch das Wichtigste war: Wir haben Freunde und Berufskollegen gefunden, mit denen man sich austauschen und auch mal gemeinsam feiern kann.“ Schnell wurde ihnen klar: Theorie und Praxis sind zwei verschiedene Welten. Was im Kopf genial klang, konnte in Excel schnell scheitern. „Aber wir haben durchgehalten und unseren Meister geschafft. Dabei haben wir erlebt, dass ein guter Betrieb nicht nur von gesunden Böden und Tieren lebt, sondern auch von klaren Zielen, guten Entscheidungen und echter Teamarbeit. Jeder hat etwas beigetragen – Wissen, Motivation oder Humor zur richtigen Zeit.“ (Fotos und Text: Kerstin Seeland)