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08.01.2026, Lokalredaktion
Simon Kirchmann, geboren in Oldenburg, studierte Kunst und Philosophie und promoviert aktuell. Nach dem Beginn seines Stipendiums, während dessen seine Familie sich vergrößert hat, suchte er eine Perspektive außerhalb klassischer Akademikerpfade – eine Aufgabe, die ihn dennoch eng mit Kultur und philosophischen Fragestellungen verknüpft. Sein Weg führte ihn schließlich zum Centraltheater Brake. „Ich kannte das Kino anfangs gar nicht und war dann, nach dem ersten Betreten schockverliebt“, sagt der 33-Jährige. Er bewarb sich als dann um die Stelle und wurde auch genommen. Seit knapp einem Jahr agiert er jetzt gemeinsam mit Norbert „Ossi“ Ostendorf, der jetzt, zum Jahresbeginn die Verantwortung an Simon Kirchmann abgegeben hat. In diesem Jahr wird Norbert Ostendorf seinem Nachfolger noch zur Seite stehen und sich vor allem um die anstehenden Konzerte kümmern, während sich Simon Kirchmann noch weiter einarbeitet.
Von Anfang an war Kirchmann von dem familiären, engagierten Team des Hauses begeistert. „Hier merkt man, dass die Ehrenamtlichen mit Leidenschaft arbeiten, sie bleiben verlässlich bis zum Ende der Veranstaltungen und tragen so zu einer unverwechselbare, fast familiäre Arbeitsatmosphäre bei.“ Diese Kultur des Miteinanders, gepaart mit der Möglichkeit, sich aktiv an der Entwicklung der Institution zu beteiligen, waren für ihn zentrale Motive, sich seinerzeit zu bewerben.
Seit Februar 2025 arbeitet Simon Kirchmann dort intensiver, zunächst im Bereich Veranstaltungs- und Programmgestaltung, später auch in administrativen Bereichen. Zu seinen Aufgaben gehören das Erstellen von Plakaten, die Abrechnung, die Einarbeitung in Kassensysteme und weitere organisatorische Aufgaben. Er hebt hervor, dass sich das Haus in einem fortlaufenden Entwicklungsprozess befindet und sich durch die Verknüpfung verschiedener Formate weiterentwickeln möchte – jenseits reiner Kino- oder Konzertnutzung.
Eine seiner Ideen ist es, das Centraltheater noch stärker mit der regionale Kulturgeschichte zu verknüpfen. Dazu plant er Kooperationen mit lokalen Partnern, wie beispielsweise Vereinen oder auch Unternehmen, sowie Erweiterungen des Programms um Lesungen, Vorträge, Podien und Schulveranstaltungen. Eine weitere zentrale Idee ist die differenzierte Nutzung des Kinoprogramms: Neben dem kommerziellen Angebot soll es ein abseitiges, künstlerisch anspruchsvolles Programm geben, das auch klassische Filme oder weniger bekannte Werke umfasst. Diese würden im Rahmen eines Kinoclub-Formats gezeigt werden, wobei die Kennzeichnung und Bewerbung der Veranstaltungen sorgfältig geregelt werden müssen, um Lizenz- und Öffentlichkeitsfragen rechtssicher zu klären.
Wichtig dabei ist es Simon Kirchmann, dass das Kino- und Kulturangebot des Hauses weiterhin lebendig bleibt: Die Bühne soll genutzt bleiben, und das Programm soll bereichert werden, ohne Kompromisse bei Nachhaltigkeit und Verantwortung gegenüber Gästen und Mitgliedern einzugehen. Er sieht das Kino als zentrale Säule, die Raum für Experimente bietet, ohne das wirtschaftliche Fundament zu gefährden. Die Balance zwischen kommerziellen Programmen und künstlerisch herausfordernden Formaten zu finden, ist dabei eine zentrale Herausforderung.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Simon Kirchmann das Centraltheater als Spielraum begreift, in dem sich Kulturvermittlung, praktische Umsetzung und gemeinschaftlicher Zusammenhalt gegenseitig befruchten. Sein Ziel ist es, das Kino- und Kulturangebot so zu gestalten, dass die Bühne weiterhin genutzt wird, das Programm vielfältig bleibt und das Haus regional sichtbar und nachhaltig gestärkt wird. (Foto und Text: Kerstin Seeland)