Sie können uns unterstützen

01.02.2026, Lokalredaktion
Am Montag, 9. März 2026 gehen Menschen in Nordenham auf die Straße: Um 16 Uhr auf dem Marktplatz startet die intersektional-feministische Demonstration im Rahmen des bundesweiten Aktionstages für Geschlechtergerechtigkeit, soziale Sicherheit und den Abbau struktureller Ungleichheit.
Initiiert wird die Aktion in Nordenham von Maren Dietrich und Tanja Wenk. Inhaltlich orientiert sich die Demonstration am Positionspapier des Töchter Kollektivs zum intersektional-feministischen Frauenstreik 2026. Die Kernbotschaft: Ungleichheit ist politisch gemacht. Sorgearbeit ist Arbeit. Gewalt hat materielle Ursachen. Gleichstellung braucht endlich strukturelle Antworten statt warmer Worte.
Im Mittelpunkt stehen unter anderem:
die Aufwertung von Sorge- und Sozialberufen, existenzsichernde Löhne und stärkere Tarifbindung, die Absicherung von Sorgezeiten, Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt sowie die konsequente Umsetzung der Istanbul-Konvention.
Ein zentraler Zusammenhang wird oft verdrängt: Ökonomische Abhängigkeit macht verletzlich. Wer finanziell gefangen ist, kann sich schlechter vor Gewalt schützen. Der Frauenstreik macht sichtbar, dass Lohnpolitik, Sozialpolitik und Gewaltschutz untrennbar zusammengehören.
Die Organisatorinnen betonen eine klare Haltung: Es handelt sich nicht um einen Generalstreik, sondern um eine Demonstration und öffentliche Kundgebung. Außerdem wird es keine Parteireden und keine parteipolitische Vereinnahmung geben. Die Aktion ist überparteilich, solidarisch und offen für alle Menschen, die sich für Gleichstellung starkmachen wollen.
„Wir sind es leid, dass Sorgearbeit, soziale Berufe und Schutz vor Gewalt immer wieder vertagt werden. Gleichstellung ist kein Nice-to-have, sondern eine Frage von Sicherheit, Würde und Demokratie“, sagt Initiatorin Maren Dietrich.
„Ohne die Arbeit von Frauen, Queers und marginalisierten Menschen würde unsere Gesellschaft sofort stehen bleiben. Am 09. März machen wir genau das sichtbar – laut, solidarisch und unbequem“, ergänzt Mit-Initiatorin Tanja Wenk.
Besonders freuen sich die Veranstalterinnen über die bereits zugesagte Unterstützung des Bündnisses „Nordenham bleibt Bunt“, das die Demonstration solidarisch begleitet.
Der Aktionstag und die Demonstrationen erfahren zudem bereits bundesweite Solidarität durch die ver.di-Frauen. ver.di kann aus rechtlichen Gründen nicht zu einem formalen Streik aufrufen, begleitet den Aktionstag jedoch aktiv durch Information, Mobilisierung und vielfältige Unterstützungsformen. Diese Solidarität stärkt auch die lokalen Initiativen in Nordenham.
Die Organisatorinnen wünschen sich darüber hinaus, dass sich auch weitere Gewerkschaften – insbesondere die in der Region stark vertretene IG Metall – solidarisch anschließen und den Aktionstag sichtbar unterstützen. „Wenn Gewerkschaften Gleichstellung ernst nehmen, gehört der 9. März auf ihre Agenda. Wir freuen uns über die Solidarität von ver.di und wünschen uns, dass auch die IG Metall nicht nur in unserer Region, sondern bundesweit klar Haltung zeigt“, sagt Initiatorin Maren Dietrich.
Für die Umsetzung werden weiterhin helfende Hände gesucht – etwa für Organisation, Technik, Ordner*innen-Tätigkeiten oder Mobilisierung. Kontakt: frauenstreik2026-nordenham@gmx.de
Mit der Demonstration setzt Nordenham ein sichtbares Zeichen für soziale Gerechtigkeit in der Wesermarsch – dort, wo Industrie, Pflege, Handel und unbezahlte Arbeit täglich zusammenwirken und Gleichstellung kein Schlagwort, sondern eine konkrete Lebensrealität ist.
Info: Was heißt eigentlich intersektionaler Feminismus? Intersektionaler Feminismus schaut nicht nur auf Geschlecht, sondern darauf, wie sich verschiedene Formen von Diskriminierung überschneiden: z.B. Sexismus, Rassismus, Klassismus, Ableismus oder Queerfeindlichkeit. Nicht alle Frauen* erleben Ungleichheit gleich – eine migrantische, behinderte oder arme Frau* steht oft vor ganz anderen Hürden als eine privilegierte. Intersektional heißt: Wir kämpfen für Gleichstellung, die alle mitnimmt – solidarisch, gerecht und ohne jemanden zurückzulassen. (pm/lr -Foto: privat)
Wann: 09.03.2026, 16:00 Uhr
Wo: Marktplatz , 26954 Nordenham