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06.02.2026, Lokalredaktion
Auftaktveranstaltung am 17. Februar 2026 – digitale Plattform vernetzt Erzeugerbetriebe und Küchen
Wie kommen mehr regionale Lebensmittel aus der Weser-Ems-Region auf die Teller von Kantinen, Kitas, Schulen und Pflegeeinrichtungen? Eine neue digitale Plattform soll genau das erleichtern: Mit der Regiothek startet in Oldenburg und der Wesermarsch ein Angebot, das regionale Erzeugerbetriebe mit Küchen der Außer-Haus-Verpflegung (AHV) und der Gemeinschaftsverpflegung (GV) zusammenbringt – effizient, transparent und praxisnah.
Die Regiothek richtet sich an landwirtschaftliche Betriebe, Verarbeitende sowie Groß- und Profiküchen aus der Region Weser-Ems. Ziel ist es, regionale Lieferbeziehungen zu vereinfachen und damit langfristig mehr Regionalität, Frische und Transparenz für Verbraucherinnen und Verbraucher zu ermöglichen.
Was Verbraucherinnen und Verbraucher davon haben
Wenn Erzeugerbetriebe und Küchen über die Regiothek zusammenarbeiten, profitieren auch die Menschen, die täglich in öffentlichen und gemeinschaftlichen Einrichtungen essen: Mehr regionale Produkte bedeuten kürzere Lieferwege, frischere Lebensmittel und eine bessere Nachvollziehbarkeit der Herkunft. Gleichzeitig stärkt die Plattform regionale Betriebe und trägt dazu bei, Wertschöpfung in der Region zu halten. So wird regionale Ernährung für viele Menschen im Alltag erlebbar – nicht nur im Hofladen, sondern auch in Kantinen, Mensen und Einrichtungen.
Eine Lösung für Herausforderungen auf beiden Seiten
Direkte Lieferbeziehungen zwischen lokalen Produzenten und Küchen sind bislang oft schwer umzusetzen. Küchen fehlt häufig die Zeit, viele einzelne Erzeuger anzufragen, während für kleinere Betriebe Logistik und Abwicklung eine große Hürde darstellen. Die Regiothek setzt genau hier an. „Die Regiothek schafft eine zentrale, digitale Schnittstelle, über die regionale Produkte gebündelt bestellt und abgerechnet werden können. Das erleichtert Küchen den Einkauf und eröffnet Erzeugern neue, realistische Absatzmöglichkeiten“, sagt Jutta Benken, Wertschöpfungskettenmanagerin im Projekt EAT.
Über die Plattform können Erzeuger ihre Produkte sichtbar machen, Profile anlegen und ihre Angebote einstellen. Küchen erhalten einen Überblick über regionale Produkte „aus einer Hand“, inklusive Bestell- und Abrechnungsprozessen. Eine unterstützende Logistiklösung rundet das Angebot ab.
„Gerade für kleinere Betriebe ist es entscheidend, Vertrieb und Logistik nicht allein stemmen zu müssen. Die Regiothek ermöglicht es, Überhänge einfacher zu vermarkten und gleichzeitig langfristige Handelsbeziehungen aufzubauen“, ergänzt Vera Stolle-Brüers, Projektkoordinatorin biOLogisch von ProZept.
Transparenz und regionale Vernetzung
Ein zentrales Element der Regiothek ist die transparente Darstellung regionaler Handelsbeziehungen. Erzeuger werden auf einer Karte sichtbar, ihre Angebote sind nachvollziehbar dargestellt und Kontaktaufnahmen werden erleichtert. Das fördert Vertrauen, Vernetzung und langfristige Kooperationen – die Grundlage für ein stabiles regionales Ernährungssystem. Die Idee, die Regiothek in Oldenburg und der Wesermarsch umzusetzen, entstand aus konkreten Rückmeldungen von Küchenbetreibern und Erzeugern aus der Region. Küchen wünschten sich ein zentrales Portal für gebündelten Einkauf und Abrechnung, Erzeugerbetriebe eine Möglichkeit, Vertrieb und Logistik auszulagern. Die Regiothek verbindet diese Bedarfe.
Auftaktveranstaltung am 17. Februar 2026
Der offizielle Startschuss für die Regiothek in der Region fällt bei einer Auftaktveranstaltung am 17. Februar 2026 von 11:30 bis 15 Uhr in der Jugendherberge Oldenburg, Straßburger Str. 6, 26123 Oldenburg.
Auf dem Programm stehen unter anderem die Vorstellung der Regiothek durch Alexander Treml, Entwickler und Mitbegründer der Plattform, ein gemeinsames Mittagessen sowie ein Workshop zur praktischen Umsetzung auf dem Betrieb. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, wird um eine vorherige Anmeldung bis zum 12.02. per Email an veranstaltungen@prozept-ev.de gebeten.
Ab dem 17. Februar 2026 können sich interessierte Betriebe auf der Plattform für die Region „Nordwest“
eintragen. Ab Sommer 2026 ist eine sechsmonatige Probephase der Handelsplattform in Oldenburg und Umgebung geplant.
Projekt- und Förderkontext
Die Einführung der Regiothek in der Region ist Teil des Verbundprojekts EAT, einer Modellregion im Wettbewerb „Besser essen in der Region“, gefördert durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). Das Projekt EAT wird gemeinsam umgesetzt von den Landkreisen Wesermarsch und Oldenburg, der Stadt Oldenburg, der Regionalwert AG Bremen & Weser-Ems sowie dem Ernährungsrat Oldenburg.
Kooperationspartner der Regiothek Nordwest ist außerdem das Projekt biOLogisch von ProZept, das sich für eine biologische, nachhaltige und regionale Außer-Haus-Verpflegung einsetzt. (pm/lr – Foto: Regiothek GmbH)
Titelfoto: Die B2B-Plattform in Aktion: Erfolgreiche Umsetzung der Regiothek im Raum Passau