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06.02.2026, Lokalredaktion
Die Gemeinde Jade steht vor einer richtungsweisenden Bürgermeisterwahl. Mit Nils Möhlmann (35) bewirbt sich ein parteiunabhängiger Kandidat um das Amt, der Verwaltungserfahrung, kommunalpolitisches Interesse und langfristige Gestaltungsideen mitbringt.
Nils Möhlmann ist gelernter Verwaltungsfachangestellter und schließt im Sommer seine Weiterbildung zum Verwaltungswirt ab. Derzeit arbeitet er bei der Gemeinde Jade im Ordnungs- und Standesamt und ist unter anderem für das Feuerwehrwesen zuständig. Bis zu seiner Kandidatur war er zudem mit der Organisation von Wahlen betraut. Seinen Lebensmittelpunkt hat er vor rund einem Jahr nach Jade verlegt, wo er gemeinsam mit seiner Partnerin lebt. Nils Möhlmann ist Teil einer großen Patchwork-Familie mit insgesamt fünf Kindern.
Der Entschluss zur Kandidatur ist für ihn das Ergebnis eines längeren Prozesses. Kommunalpolitik habe ihn schon früh interessiert, erklärt Nils Möhlmann. Bereits bei der letzten Kommunalwahl kandidierte er für den Gemeinderat über eine Wählergemeinschaft. Die enge Verzahnung von Politik und Verwaltung empfindet er als besonders reizvoll. Nachdem der amtierende Bürgermeister Henning Kaars angekündigt hatte, nicht erneut zu kandidieren, reifte in Gesprächen mit Familie, Freunden und Wegbegleitern die Entscheidung, selbst anzutreten.
„Ich möchte nicht nur verwalten, sondern gestalten“, beschreibt Nils Möhlmann seinen Anspruch. Dabei sieht er das Bürgermeisteramt ausdrücklich als langfristige Aufgabe. Sein Ziel sei es, die Gemeinde Jade über mehrere Jahre hinweg weiterzuentwickeln und zukunftsfest aufzustellen. Als positives Beispiel nennt er die Arbeit seines Vorgängers, der mit großem Engagement unter anderem den Bahnhaltepunkt vorangebracht habe. Diese Hartnäckigkeit und Interessenvertretung gegenüber Land und Bund wolle er fortführen.
Inhaltlich setzt Nils Möhlmann mehrere Schwerpunkte. Ein zentrales Thema ist die finanzielle Stabilisierung der Gemeinde. Angesichts knapper Kassen gelte es, neue Einnahmequellen zu erschließen, ohne die Bürgerinnen und Bürger zusätzlich zu belasten. Dazu zählt für ihn insbesondere die Entwicklung von Gewerbegebieten. Die Anbindung an die A20 und das Autobahnkreuz biete aus seiner Sicht sehr gute Voraussetzungen, um Logistik- und Produktionsbetriebe anzusiedeln.
Ein weiterer Fokus liegt auf der Jugendarbeit. In den vergangenen Jahren habe es hier – auch coronabedingt – kaum Angebote außerhalb der Vereine gegeben. Nils Möhlmann hält es für eine kommunale Pflicht, wieder mehr Strukturen für Jugendliche zu schaffen. Perspektivisch könne dies auch in einem Jugendzentrum münden, wobei Standortfragen und Finanzierung sorgfältig geprüft werden müssten.
Auch Bildung und Betreuung sieht der Kandidat als große Herausforderungen der kommenden Jahre. Die Umsetzung des gesetzlichen Ganztagsanspruchs an den Grundschulen erfordere umfangreiche Um- und Neubauten, darunter eine neue Kita sowie bauliche Erweiterungen an den Schulstandorten. Diese Maßnahmen seien organisatorisch wie finanziell anspruchsvoll und verlangten eine vorausschauende Planung.
Besondere Bedeutung misst Nils Möhlmann dem Feuerwehr- und Katastrophenschutz bei. Die Gemeinde sei hier zwar grundsätzlich gut aufgestellt, dennoch müssten Strukturen weiterentwickelt werden – etwa im Hinblick auf Blackout-Szenarien, Notstromversorgung und Sammelstellen für die Bevölkerung. „Bevölkerungs- und Zivilschutz werden in Zukunft noch wichtiger“, betont er.
Unterstützt wird Nils Möhlmann von keiner Partei oder Fraktion. Er kandidiert bewusst parteilos und setzt auf Offenheit und Dialog. Über soziale Medien und persönliche Gespräche möchte er seine Ideen transparent machen und Anregungen aus der Bürgerschaft aufnehmen. Zuhören sei für ihn eine zentrale Voraussetzung, um gute Entscheidungen zu treffen.
Privat ist Nils Möhlmann stark im Vereinsleben verwurzelt. Der Fußball begleitet ihn seit vielen Jahren – als Spieler, Trainer und Schiedsrichter. Der Mannschaftssport habe ihn geprägt, sagt er: Teamarbeit, Entscheidungsfähigkeit und Belastbarkeit seien Eigenschaften, die ihm auch im Bürgermeisteramt zugutekämen.
Sein Leitgedanke lässt sich in einem Satz zusammenfassen: „Gestalten statt nur verwalten.“ Dafür möchte Nils Möhlmann als Bürgermeister das vorhandene Instrumentarium nutzen – im engen Austausch mit Rat, Verwaltung und vor allem den Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde Jade. (Text: Kerstin Seeland, Foto: privat)