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10.02.2026, Lokalredaktion
Im Rahmen der regelmäßigen Baumkontrollen sowie aufgrund konkreter Schadenshinweise wurden insgesamt 14 Kastanienbäume näher untersucht und letztlich entnommen. „Ziel dieser Maßnahme war es, akute Gefahren für die öffentliche Sicherheit zu vermeiden“, betont Bürgermeister Harald Stindt.

Die Kontrolle wurde von fachkundigen Gemeindebeschäftigten gewissenhaft durchgeführt. Bei allen entnommenen Bäumen zeigte sich ein gleichartiges und fortgeschrittenes Schadensbild. Neben äußerlich erkennbaren Symptomen – wie Stammverfärbungen, Rindenabschälungen und bereits aufgetretenen Astabbrüchen – wurde nach der Fällung ein massiver Befall des Kernholzes durch Schwarzfäule festgestellt.. Hierbei handelt es sich um einen langfristigen Befall durch einen Schadpilz. Dieser Befall lässt sich nicht durch Pflegemaßnahmen stoppen und die Schwächung des Holzes kann nicht geheilt werden. Hinzu kam ein Befall durch Miniermotten, die die Bäume weiterhin schwächten und für bakterielle Erkrankungen anfällig machten.
Gerade bei Kastanien ist bekannt, dass solche Schädigungen häufig zunächst im Inneren des Stammes entstehen und über längere Zeit von außen kaum sichtbar sind. Das Kernholz verliert dabei zunehmend seine tragende Funktion, während der Baum äußerlich noch vital wirken kann. Die statistische Stabilität ist in diesen Fällen jedoch erheblich reduziert.
Erschwerend kam hinzu, dass die betroffenen Bäume:
• teilweise schief gewachsen waren,
• sich in Graben- bzw. Hanglage befanden und
• bereits weitere Abbrüche aufgetreten waren.
Diese Kombination führt zu einer deutlich erhöhten Bruch- und Umsturzgefahr, insbesondere bei Sturm, aufgeweichtem Boden oder zusätzlicher Belastung durch Schnee. Ein plötzliches, unkontrolliertes Versagen der Bäume konnte daher nicht ausgeschlossen werden.
„Aus fachlicher Sicht war die Entnahme der Bäume zwingend erforderlich, um Gefahren für Verkehrsteilnehmende, Anwohnende und Passantinnen und Passanten zuverlässig auszuschließen. Die Maßnahme erfolgte somit präventiv und verantwortungsvoll im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht“, sagt Bürgermeister Harald Stindt.
Zur Sicherung des Naturschutzes wurden die Bäume vor der Entnahme eingehend auf Nester und Nisthöhlen abgesucht. Hier konnten keine bewohnten Nester festgestellt werden. Die Entscheidung wurde nicht leichtfertig getroffen, sondern auf Grundlage übereinstimmender Schadensbilder, baumfachlicher Bewertung und mit Blick auf die Sicherheit der Öffentlichkeit.
Die entnommenen Bäume sind in dem für das Gebiet gültigen Bebauungsplan festgesetzt. Sie werden daher zeitnah durch Neupflanzungen in Standortnähe ersetzt. (pm/lr – Foto: Gemeinde Stadland)