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12.02.2026, Lokalredaktion
Eine mehrtägige Delegationsreise in die Ukraine hat eindrucksvoll bestätigt, dass das Land trotz des anhaltenden russischen Angriffskrieges handlungsfähig, reformorientiert und fest europäisch ausgerichtet bleibt. Auf allen politischen Ebenen – von der kommunalen Verwaltung über das Parlament bis zur Regierung – zeigte sich ein hohes Maß an Professionalität, strategischer Klarheit und Kooperationsbereitschaft.
In sämtlichen Gesprächen wurde deutlich, dass die Ukraine entschlossen ist, ihre staatliche Souveränität und demokratischen Strukturen zu verteidigen. Gleichzeitig machten die Gesprächspartner unmissverständlich klar, dass diese Verteidigungsfähigkeit langfristig nur mit verlässlicher internationaler Unterstützung gesichert werden kann. Deutschland wird dabei als wichtigster politischer, militärischer und wirtschaftlicher Partner wahrgenommen – verbunden mit einer besonderen Verantwortung.

Ein Schwerpunkt der Gespräche lag auf der weiteren militärischen Unterstützung. Besonders dringlich ist aus ukrainischer Sicht der Ausbau der Luftverteidigung sowie eine stärkere technische und operative Einbindung der westlichen Ukraine in die NATO-Luftverteidigungsarchitektur, insbesondere in Kooperation mit Polen. Zudem wurde der Bedarf an weitreichenden Präzisionswaffen hervorgehoben, um militärische Infrastruktur des Angreifers in der Tiefe zu treffen und Angriffe auf die Zivilbevölkerung zu verhindern.
Darüber hinaus betonte die ukrainische Seite die Bedeutung einer finanziellen Förderung der nationalen Drohnenproduktion. Die Ukraine hat in kurzer Zeit erhebliche technologische Fortschritte erzielt; eine gezielte Unterstützung würde die eigene Verteidigungsfähigkeit stärken und internationale Hilfen effizienter nutzbar machen.
Die Reise verdeutlichte zugleich das Ausmaß der russischen Angriffe auf die zivile Infrastruktur. Die systematische Zerstörung von Energie-, Heiz- und Wasserversorgung zielt erkennbar auf die Schwächung der Bevölkerung und stellt einen schweren Bruch des humanitären Völkerrechts dar.
Neben politischen Gesprächen in Lwiw und Kiew besuchte die Delegation unter anderem das UNBROKEN Rehabilitationszentrum sowie Soldatenfriedhöfe und führte Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Zivilgesellschaft, Medien, Menschenrechtsorganisationen und internationalen Hilfsstrukturen. Mehrere Luftalarme und massive nächtliche Angriffe auf die Energieinfrastruktur begleiteten den Aufenthalt.
Die Delegationsreise unterstreicht: Die Ukraine kämpft nicht nur militärisch, sondern auch politisch und gesellschaftlich um ihre europäische Zukunft. Eine langfristige, verlässliche und substanzielle Unterstützung durch Deutschland bleibt ein zentraler Baustein für Sicherheit, Stabilität, Wiederaufbau und die Integration der Ukraine in die europäische Gemeinschaft. (pm/lr – Fotos: Büro Ernst)