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13.02.2026, Lokalredaktion
Das Jahr 2025 war für die Tiergesundheit in Deutschland von außergewöhnlichen Belastungen geprägt. Gleich zu Jahresbeginn wurde in Brandenburg ein Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) bestätigt – der erste seit 1988. Weitere Fälle in Ungarn und der Slowakei folgten im März. Vor dem Hintergrund dieser dynamischen Lage aktivierte das Veterinäramt JadeWeser gemeinsam mit den Landkreisen Friesland, Wesermarsch, Wittmund und der Stadt Wilhelmshaven vorsorglich das gemeinsame Tierseuchenkrisenzentrum. Die Mitarbeitenden bereiteten sich intensiv auf mögliche Ausbrüche in der Region vor, die jederzeit auftreten können.
Auch die Geflügelpest blieb 2025 ein dominierendes Thema. Bereits im Januar wurden ein Legehennenbetrieb und ein Hobbygeflügelbestand von der hochpathogenen Aviären Influenza betroffen. Mit dem herbstlichen Vogelzug erreichte Niedersachsen zudem die schwerste Erkrankungswelle seit Jahrzehnten. Im Verbandsgebiet wurde das Virus zwar nicht in Hausgeflügelbeständen nachgewiesen, dennoch mussten aufgrund von Funden bei Wildvögeln vorsorgliche Aufstallungen angeordnet werden.
Neben der Tierseuchenbekämpfung prägten zahlreiche Tierschutzfälle, die Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes in der Tierhaltung sowie umfangreiche Aufgaben in der Lebensmittelüberwachung, in Schlachtbetrieben und an der Grenzkontrollstelle die Arbeit des Veterinäramtes.
Qualifizierung der Mitarbeitenden weiter gestärkt
Um die wachsenden Anforderungen zuverlässig erfüllen zu können, setzt der Zweckverband verstärkt auf systematische Fortbildung. Neben zahlreichen internen und externen Schulungen wurde 2025 ein neues onlinebasiertes Schulungssystem eingeführt. Es ermöglicht eine moderne, flexible und fachbereichsübergreifende Weiterbildung – von der Schlachttier- und Fleischuntersuchung über den Arbeitsschutz bis hin zum Qualitätsmanagement. Im Veterinäramt JadeWeser (Wesermarsch) sind derzeit 11 Mitarbeitende beschäftigt. In 2025 wurden insgesamt 420 Betriebe kontrolliert, davon 134 außerplanmäßige Kontrollen.
Die zu schließenden Betriebe mit mangelnder Hygiene erstreckten sich über das ganze
Zweckverbandsgebiet, in Elsfleth war es zweimal der selbe Betrieb und in Nordenham einer. Die Betriebe konnten aber nach entsprechender Wiederherstellung der Grundhygiene wiedereröffnen und unterlagen im Anschluss einer strengeren und häufigeren Kontrolle.
Finanzielle Entwicklung und Haushaltslage
Die Haushaltsabschlüsse der vergangenen Jahre zeigen eine stabile, aber zunehmend herausfordernde finanzielle Entwicklung. Für 2026 war eine Erhöhung der Umlage notwendig, die von den vier Verbandsmitgliedern getragen wird. Gründe hierfür sind insbesondere gestiegene Personalkosten und ein deutlicher Aufgabenzuwachs. Mit über 80 Prozent stellen die Personalkosten den größten Anteil des Haushalts dar. Zudem belasten steigende Rückstellungen für Pensionen und Beihilfen den Etat.
Die Gebühreneinnahmen lagen 2025 erneut deutlich über Plan. Angesichts schwer kalkulierbarer Faktoren wie der Entwicklung des Welthandels oder der Schlachtzahlen bleibt jedoch offen, ob dieser Trend anhält.
Kontrollen, Verstöße und Verfahren
Die Mitarbeitenden des Zweckverbandes führten 2025 insgesamt 83 Konditionalitäts- bzw. Cross-Compliance-Kontrollen durch (Vorjahr: 130). Die geringere Zahl resultiert aus einer reduzierten Zuteilung durch das Land Niedersachsen sowie einem Rückgang anlassbezogener Prüfungen, etwa nach Hemmstofffunden in Milch. Da die Auswahl der Betriebe risikoorientiert erfolgt, erscheint der Anteil festgestellter Verstöße auf den ersten Blick hoch. Bei zufälliger Auswahl wäre die Quote deutlich niedriger.
In 29 Fällen (Vorjahr: 31) wurden Sachverhalte wegen des Verdachts auf Straftaten an die Staatsanwaltschaft abgegeben. Die Mehrheit betraf Verstöße gegen das Tierschutzrecht. Zusätzlich erstellte das Veterinäramt Gutachten und Stellungnahmen zu externen Strafanzeigen.
Die Zahl der Ordnungswidrigkeitenverfahren stieg 2025 auf 371 (Vorjahr: 268). Gründe hierfür waren unter anderem die Abarbeitung offener Verfahren aus dem Vorjahr sowie optimierte interne Abläufe. Häufige Anlässe für Bußgeldverfahren waren Verstöße gegen das Tierschutzrecht, fehlende Arzneimitteldokumentationen, Melde- und Kennzeichnungsverstöße, Hygieneprobleme in Lebensmittelbetrieben oder die Abgabe hochtragender Rinder an Schlachthöfe. (pm/lr)