Sie können uns unterstützen

08.03.2026, Lokalredaktion
Gemeindebrandmeister Hartwig Sondag begrüßte neben zahlreichen Kameraden der Altersabteilungen, nebst Partnerinnen, auch Bürgermeisterin Christina Winkelmann, den ehemaligen Bürgermeister Hans-Joachim Beckmann und der ehemalige Regierungsbrandmeister und Vorsitzende des OFV-Oldenburgischer Feuerwehrverband, Dieter Schnittjer. Gemeinsam nahm Hartwig Sondag mit Christina Winkelmann und Dieter Schnittjer zwei besondere Ehrungen vor. Georg Westermeyer und Bernhard Reiners wurden mit den Ehrenzeichen des Landesfeuerwehrverbandes für ihre jeweils 70-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr geehrt.
Im Laufe des Nachmittags berichtete der Gemeindebrandmeister von den Aktivitäten der Feuerwehr in 2025. Mehr als 100 Einsätze, von Bränden bis Türöffnungen, absolvierten die Feuerwehrleute. „Zudem hatten wir so viele Verkehrsunfälle, wie nie zuvor.“ Ein Gasalarm bei einem Supermarkt gehörte zu den eher ungewöhnlichen Einsätzen im vergangenen Jahr. Auch die Brandschutzerziehung in Kindergärten gehört zu den Aufgaben der Feuerwehr, die auch in diesem Jahr wieder umgesetzt wird.
Die Kinder- und Jugendfeuerwehr war bei den Wettbewerben in 2025 erfolgreich. Unter anderem wurden der Bundeswettbewerb und die Leistungsspange in Lemwerder organisiert und ausgetragen. Einen großen Dank richtete Hartwig Sondag an all die Betreuer, die sich in diesem Bereich engagieren.
An die Senioren gewandt, konnte er mitteilen, dass in diesem Jahr auch wieder eine Seniorenfahrt, mit finanzieller Unterstützung des Fördervereins stattfindet.
Abschließend wies er noch darauf hin, dass der Feuerwehrbedarfsplan in diesem Jahr noch erstellt wird. Bei den Fahrzeugbeschaffungen fehlt jetzt nur noch die Feuerwehr Altenesch und die Feuerwehrhäuser müssen nach den neuen gesetzlichen Vorschriften ausgerüstet sein.
Harsche Kritik übte er an der Baustelle Deichschaart, die große Probleme für die Hilfs- und Rettungsorganisationen bereitet. Auch die persönlichen Angriffe an Feuerwehrleute müssen nicht geduldet, sondern direkt zur Anzeige gebracht werden.
Anschließend informierte Bürgermeisterin Christina Winkelmann über den aktuellen Stand zahlreicher Projekte, die finanzielle Situation sowie über infrastrukturelle und sicherheitsrelevante Entwicklungen. Besonders deutlich wurde dabei, wie stark die Gemeinde derzeit durch parallele Baustellen, Sanierungsmaßnahmen und externe Vorgaben belastet ist.
Mehrere Bauprojekte beschäftigen die Gemeinde weiterhin intensiv. Besonders die Arbeiten am Deichzugang sorgten für Unmut. Bereits früh sei erkennbar gewesen, dass die geplante Konstruktion nicht funktioniere. Auch die versprochene Öffnung für Fußgänger und Radfahrer verzögerte sich. Hinzu kommen Probleme bei der Kanalisation, die „extrem in die Jahre gekommen“ sei und zu Straßensenkungen geführt habe.
Was die Feuerwehr angehe, so könnte neue gesetzliche Vorgaben die Anschaffung einer Drehleiter notwendig machen. Auch die Ausstattung mit der neuen Dienstbekleidung verursacht erhebliche Kosten: Allein die Tagesdienstkleidung schlägt mit rund 20.000 Euro zu Buche.
Der erste Haushaltsentwurf weist eine schwarze Null aus. Die Einnahmen liegen bei rund 24,6 Millionen Euro. Die Gewerbesteuer entwickelt sich nach einem Einbruch im Vorjahr wieder positiv; für dieses Jahr werden etwa 13 Millionen Euro erwartet. Gleichzeitig steigen die Abgaben an den Landkreis auf 7,9 Millionen Euro.
Die Personalkosten wachsen ebenfalls: „Letztes Jahr hatten wir 7,4 Millionen, dieses Jahr über 7,6 Millionen Euro“. Ein großer Teil entfällt auf den Bereich der Kindertagesstätten, der zu 37 Prozent im Personaletat verankert ist.
Ein besonders kostspieliges Problem bleibt der Feuchteschaden in der Kita. Der Schaden war bereits vorhanden, als die aktuelle Verwaltung das Projekt übernahm. Die Abdichtung sei „nicht ordnungsgemäß erfolgt“, heißt es im Dokument. Die Sanierungskosten werden auf 3,2 Millionen Euro geschätzt. Zwischenzeitlich wurde sogar ein Abriss und Neubau auf bestehender Bodenplatte diskutiert, doch die Gemeinde ist verpflichtet, sparsam mit Steuergeldern umzugehen. Eine Entscheidung wird im März erwartet.
Für die Sporthalle wurde ein Förderantrag gestellt – mit Erfolg: 75 Prozent der Kosten werden gefördert. Das Gesamtvolumen liegt bei 3,4 Millionen Euro. Geplant sind Barrierefreiheit, energetische Sanierung und der Austausch der Lüftungsanlage. Auch im Bereich erneuerbare Energien tut sich etwas: Die Photovoltaikanlage auf dem Dach soll künftig direkt für den Eigenverbrauch genutzt werden. Ein Energiespeicher ist vorgesehen.
Erfreuliche Nachrichten gibt es aus der Wirtschaft. NVL hat ein neues Bürogebäude mit 400 Arbeitsplätzen errichtet. Die Gemeinde hatte lange um den Standort gebangt: „Ich habe ein Jahr lang gezittert, weil man überlegt hatte, auf die andere Weserseite zu gehen“. Nun plant das Unternehmen bereits eine Erweiterung – ein gutes Zeichen für stabile Gewerbesteuereinnahmen.
Zum Abschluss berichtete die Verwaltung über Informationen aus dem Verteidigungsministerium. Die Bedrohungslage habe sich verändert, weshalb verstärkt Aufklärungsarbeit notwendig sei. „Es ist kein Zufall, dass wir vermehrt Drohnenüberflüge und Cyberattacken haben“, sagt Christina Winkelmann. Die Bevölkerung solle sensibilisiert, aber nicht verunsichert werden. (Foto und Text: Kerstin Seeland)
Titelfoto: Dieter Schnittjer, Christina Winkelmann, Bernhard Reiners, Georg Westermeyer, Lars Prössler und Hartwig Sondag