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22.03.2026, Lokalredaktion
Der SV Brake erweitert sein sportliches Angebot um ein besonderes Projekt: Ab April startet der Verein eine Inklusionsmannschaft, in der Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen gemeinsam Fußball spielen. Bereits im Sommer soll das Team an einer neu entstehenden Inklusionsliga teilnehmen.
Die Idee stammt von Andi Hinrichs, der seit Jahren das Projekt „Handicap 2020“ begleitet und sich dafür einsetzt, Menschen mit Behinderung den Zugang zum Sport zu erleichtern. Für ihn steht der Spaß am gemeinsamen Spiel im Mittelpunkt. Hinrichs hat bereits mehrere Inklusionsteams in der Region aufgebaut – unter anderem beim VfL Oldenburg, VfL Edewecht, SV Mehrenkampf und SV Friedrichsfehn. Der SV Brake ist nun der erste Verein in der Wesermarsch, der ein solches Angebot schafft.
„Wir waren sofort überzeugt, dass wir dieses wichtige Thema unterstützen wollen“, erklärt Tobias Mentz, Leiter der Fußballabteilung des SV Brake. Ab dem 7. April soll immer dienstags von 17 bis 18.30 Uhr trainiert werden – idealerweise im BBZ‑Stadion. Geleitet wird das Training von Andi Hinrichs selbst. Er lobt die Rahmenbedingungen in Brake: zentrale Lage, familienfreundliche Strukturen und eine gut ausgestattete Sportanlage. Mentz steht zudem im Austausch mit lokalen Partnern wie dem Kreissportbund und der Lebenshilfe Brake, die bereits ein eigenes Team für Menschen mit Einschränkungen betreibt. Ziel ist es, möglichst viele Interessierte für das neue Angebot zu gewinnen.
Parallel zum Trainingsstart laufen die Vorbereitungen für eine neue Inklusionsliga, die im Sommer an den Start gehen soll. Geplant sind vier Spieltage über mehrere Monate hinweg, an denen Teams aus der Region gegeneinander antreten. Einer dieser Spieltage wird in Brake stattfinden. Bereits jetzt haben zahlreiche Mannschaften ihr Interesse bekundet – darunter Teams aus Leer, Haaren/Ems, Nordenham, Varel sowie ein Verein aus Ibbenbüren. Auch mit einem Team aus dem niederländischen Winschoten wird gesprochen.
„Brake bietet ideale Voraussetzungen für ein solches Turnier. Größere Veranstaltungen mit mehreren Spielfeldern lassen sich hier hervorragend umsetzen“, betont Mentz. Er ist überzeugt, dass die neue Liga Vorbildcharakter haben wird und weitere Vereine folgen.
Unterstützung erhält das Projekt auch aus dem Profibereich: Hinrichs pflegt enge Kontakte zu Werder Bremen, wo seine Tochter Svenja selbst in einer Inklusionsmannschaft spielt. Der Bundesligaverein verfügt über viel Erfahrung in der Organisation inklusiver Sportangebote und steht beratend zur Seite.
Bevor der SV Brake eingebunden wurde, hatte Hinrichs das Konzept Bürgermeister Michael Kurz vorgestellt. Dieser stellte den Kontakt zum Verein her und begrüßt das Vorhaben ausdrücklich. Inklusionssport brauche eine Bühne, so Kurz, und das Projekt passe hervorragend zum Anspruch des Landkreises, eine Modellregion für gelebte Inklusion zu sein. (Text: Kerstin Seeland, Foto: Symbolbild pixabay)