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14.04.2026, Lokalredaktion
Kerstin Ludwig, Sportabzeichenreferentin beim Kreissportbund (KSB) Wesermarsch, hatte, mit der Unterstützung ihrer Kollegin Manuela Parche – bei der Geschäftsstelle des KSB tätig – sowie Lena Ennen Hansing und Annika Ulbrich vom Sportabzeichen-Team des KSB das Projekt „Bewegungshelden – Fit durch Sportabzeichen“ ins Leben gerufen.
Das Projekt wurde mit einer Summe von 5.500 Euro von der LzO Regionalstiftung Wesermarsch unterstützt. Der Scheck wurde von Andreas Vollert, Vorsitzender des Stiftungsrats, an Kerstin Ludwig überreicht.

Mit diesen Mitteln wurden unter anderem Prüferlehrgänge für das Deutsche Sportabzeichen in der Wesermarsch finanziert, Vereine und Schulen mit Sportabzeichen-Materialien unterstützt und die „Bewegungshelden 2025“ geehrt. Eine Jury wählte und allen von Vereinen vorgeschlagenen Personen, die durch besondere Leistungen oder eine besondere persönliche Geschichte herausragten, aus.
Während der Sportabzeichen-Fachtagung, am Montag, im Hotel „König von Griechenland“ wurden ausgezeichnet: Edeltraut Neumann mit ihren Töchtern Sonja und Tanja, die alle zusammen in 2025 zum 25. Mal das Deutsche Sportabzeichen abgelegt hatten. Die zweite Familie Ahlhorn/Schiwy mit Horst Ahlhorn, Birgit, Kay, Yolan und Tyll Schiwy hat bereits 1972 die Wurzeln für die jährlichen Sportabzeichen-Abnahme begonnen, denn der 87-jährige Horst Ahlhorn, Vater von Birgit Schiwy, hat bereits 1972 erstmalig ein Sportabzeichen abgelegt. Seinerzeit musste er noch 15 Minuten in der Weser schwimmen, um diese Kategorie zu bestehen. „Der Sport liegt in den Genen“, sagt er und ist stolz darauf, dass neben den Kindern auch seine Enkel ihm nacheifern.
Bei den Einzelsportlern wurde der 84-jährige Bernhard Hirschmeier ausgewählt, da er nach einer zweijährigen Verletzungspause 2025 zum 32. Mal das Deutsche Sportabzeichen erfolgreich ablegte. Wolfgang Brüning begann als 18-Jähriger und absolvierte im vergangenen Jahr sein 46. Sportabzeichen. Besonders herausragend ist Martina Coldewey, die in 2025 alle 24 Disziplinen geschafft hat, selbst den 10-km-Lauf, der sie bis dato davon abgehalten hat.
Unter dem Motto „Bewegungshelden“ eröffnete Landrat Stephan Siefken die Veranstaltung und betonte in seinem Grußwort die besondere Bedeutung des Deutschen Sportabzeichens. Der Begriff „Bewegungshelden“ erinnere ihn an Superhelden aus Comics – Menschen mit besonderen Kräften. Bei genauer Betrachtung passe dieses Bild jedoch erstaunlich gut, so Siefken: Wer sich regelmäßig aufraffe, Ziele verfolge, den inneren Schweinehund überwinde und trotz Alltag, Beruf und Familie dranbleibe, erbringe eine Leistung, die durchaus etwas Heldenhaftes habe.
Siefken hob hervor, wie wichtig Bewegung gerade in Zeiten wachsender Konkurrenz durch digitale Medien sei. Neben den gesundheitlichen Aspekten spiele vor allem das Miteinander eine zentrale Rolle: Sport verbinde Menschen, fördere Begegnung, Austausch und gesellschaftliches Zusammenleben. Das Deutsche Sportabzeichen sei dabei weit mehr als eine Auszeichnung – es sei ein sichtbares Zeichen persönlicher Zielstrebigkeit, des Ausprobierens und des Dranbleibens, auch wenn etwas nicht sofort gelinge.
Mit Blick auf die neuen Disziplinen im aktuellen Katalog zeigte sich der Landrat beeindruckt und berichtete augenzwinkernd von eigenen Versuchen an der Koordinationsleiter. Entscheidend sei jedoch nicht, ob am Ende Bronze, Silber oder Gold erreicht werde: „Schon das Mitmachen ist ein persönlicher Sieg.“
Im Anschluss kündigte Siefken die Ehrungen besonderer Persönlichkeiten an – Menschen, die durch außergewöhnliche Leistungen oder inspirierende Geschichten aufgefallen seien. Die Auswahl sei der Jury nicht leichtgefallen, denn hinter jedem Namen stehe eine Geschichte, die andere motiviere, selbst aktiv zu werden. „Jede und jeder, der sich bewegt, ist bereits ein Gewinner“, betonte er und gratulierte allen Vereinen zu ihren beeindruckenden Ergebnissen.
Mit persönlicher Offenheit gestand Siefken, dass er im vergangenen Jahr sein eigenes Sportabzeichen nicht geschafft habe – doch zumindest die Teilnahme an Laufveranstaltungen halte er regelmäßig durch. Gerade die ersten Meter seien oft die schwersten, besonders bei schlechtem Wetter. „Aber wenn man erst einmal drin ist, macht es Spaß – und genau dann ist man ein Bewegungsheld im besten Sinne.“
Zum Abschluss dankte der Landrat dem Kreissportbund Wesermarsch, allen Engagierten sowie der LzO für die finanzielle Unterstützung. Besonders hob er die Arbeit der Geschäftsstelle hervor: „So viel Herzblut und Leidenschaft sind unbezahlbar.“ Er ermutigte alle Anwesenden, auch im Alltag andere Menschen zu motivieren, sich zu bewegen und das Sportabzeichen abzulegen.
Im Anschluss übernahm Wilfried Fugel, Ehrenvorsitzender des Kreissportbundes Wesermarsch, das Wort. Er erinnerte daran, dass das Deutsche Sportabzeichen bereits 114 Jahre alt sei und ursprünglich einen stark militärischen Charakter gehabt habe. Heute jedoch stehe es für Breitensport, Gemeinschaft und Freude an Bewegung. „Es ist die Olympiade des Breitensports – und das Mitmachen ist das Wichtigste“, so Fugel.
Er betonte die Bedeutung gemeinsamer sportlicher Aktivitäten, gerade in Zeiten digitaler Medien, in denen junge Menschen immer weniger körperliche Bewegung erfahren. Sportvereine und das Sportabzeichen seien daher elementar für gesellschaftliches Miteinander.
Mit großem Respekt würdigte Fugel die Prüferinnen und Prüfer, die bei Wind und Wetter auf den Sportplätzen stehen und die Abnahmen ermöglichen. Sein Dank galt ebenso der Geschäftsstelle des KSB, insbesondere Kerstin, sowie allen weiteren Unterstützerinnen und Unterstützern, die mit großem Engagement zum Erfolg der Veranstaltung beitragen.
Abschließend hob Fugel die Rolle der LzO hervor, die das Sportabzeichen seit Jahren zuverlässig unterstützt. Die finanzielle Förderung sei ein wichtiger Baustein, um die Attraktivität des Sportabzeichens zu sichern und den Breitensport in der Wesermarsch weiter zu stärken. (Fotos und Text: Kerstin Seeland)