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03.05.2026, Lokalredaktion
Die Wilhelm-Raabe-Schule in Bremerhaven hat sich mit verbotenen Büchern im Unterricht befasst und dann eine Ausstellung konzipiert. Sie war zunächst in der Buchhandlung Memminger, in Bremerhaven, zu sehen, von der sie die Buchhandlung von Bestenbostel übernehmen durfte. Die Lehrerin Jessica Neumann freut sich sehr, dass ihre achte Klasse mit dem Thema einen Nerv getroffen hat.

Was ist zu sehen? Die Schülerinnen und Schüler haben Titel zusammengestellt, die in einem oder mehreren Ländern der Welt verboten sind und jeweils auf kleinen Tafeln erklärt, warum sie verboten sind. Manchmal geht es um Zensur, manchmal trifft es aber auch harmlose Kinderbücher wie Harry Potter oder Pu der Bär.
Aus den USA ist zurzeit immer wieder zu hören und zu lesen, dass populäre Bücher wie „1984“, „Schöne neue Welt“, „Das Tagebuch der Anne Frank“ und weitere auf dem Index gelandet sind oder auch, dass Geschichte umgeschrieben werden soll.
Vor fünf Jahren wurden die ersten Bücher aus Schulbibliotheken verbannt, mittlerweile gab es dort bereits 23.000 Versuche, Bücher zu verbieten. Das Problem weitet sich auch auf öffentliche Büchereien und Buchhandlungen aus. Aus Ländern wie Iran oder Nordkorea wird dergleichen erwartet. „Aber aus den USA erschüttert es uns immer noch eher“, meint Buchhändlerin Anne von Bestenbostel.
Meinungsfreiheit und Toleranz sind Themen, die immer wichtiger werden, weil die Welt immer lauter wird. In der Buchhandlung finden alle einen so genannten „safe space“. „Wir heißen jeden willkommen und behandeln alle unsere Kundinnen und Kunden mit Respekt. Wir verbieten keine Bücher, sondern freuen uns, wenn auch kontroverse Themen gelesen werden“, unterstreicht Anne von Bestenbostel. (pm/lr – Foto: Anne von Bestenbostel)