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29.05.2026, Lokalredaktion
Die Lage ist noch stabil, aber Stimmung hat sich spürbar eingetrübt Oldenburg. Das Gastgewerbe im Oldenburger Land verzeichnet in der Wintersaison 2025/2026 eine schwächere Entwicklung als im Vorjahr. Viele Betriebe bewerten ihre aktuelle Lage zwar weiterhin als stabil, gleichzeitig hat sich die Stimmung in der Branche jedoch spürbar eingetrübt. Die Erwartungen für die Sommersaison 2026 fallen entsprechend verhalten aus. Das geht aus der aktuellen Saisonumfrage Tourismus der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK) hervor.
„Ausschlaggebend für die verhaltene Bewertung der Wintersaison war insbesondere die rückläufige Umsatzentwicklung“, berichtet Carola Havekost, Geschäftsführerin für den Bereich Tourismus bei der IHK. „Gleichzeitig lag die Zimmer- und Stellplatzauslastung in den Monaten von Oktober bis April unter dem Vorjahresniveau.“ Und auch mit Blick auf die kommenden Monate überwiegt die Zurückhaltung: Die Erwartungen an die Sommersaison fallen deutlich pessimistischer aus als im Vorjahr. Das spiegelt auch der IHK-Konjunkturklimaindex für das Gastgewerbe wider, der sich aus der Einschätzung der gegenwärtigen und der zukünftigen Geschäftslage zusammensetzt. Der Klimaindex sinkt insgesamt von 98,1 auf 89,6 Punkte.
Steigende Kosten, insbesondere für Energie und Personal, bleiben für die Betriebe im Gastgewerbe im Oldenburger Land die zentralen Belastungsfaktoren der kommenden zwölf Monate. Auch der Fachkräftemangel sowie die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen stellen weiterhin eine erhebliche Herausforderung dar. Für den Sommer 2026 plant mehr als ein Drittel ihre Übernachtungs- und Verzehrpreise anzuheben.
„Das Gastgewerbe ist ein zentraler Bestandteil unserer regionalen Wirtschaft und trägt wesentlich zur Attraktivität des Oldenburger Landes bei“, sagt Havekost. „Umso wichtiger ist es, die Betriebe in dieser herausfordernden Phase zu unterstützen und ihnen Perspektiven für eine nachhaltige Stabilisierung und Weiterentwicklung zu eröffnen.“ Bund, Länder und Kommunen seien gefordert, für faire Wettbewerbsbedingungen im Tourismus zu sorgen – durch weniger Bürokratie, einfachere Verfahren, den
Schutz von Wohnraum vor Zweckentfremdung sowie den Verzicht auf zusätzliche kommunale Abgaben. „Außerdem haben sie die Aufgabe, die touristische Infrastruktur im Oldenburger Land zu optimieren und Ausstattungslücken zu schließen“, betont die Geschäftsführerin. (pm/lr)