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13.06.2026, Lokalredaktion
In der Feuerwache Nordenham wurden am heutigen Samstag insgesamt 104 Trösterbären an die örtlichen Blaulicht‑Organisationen: Feuerwehr, Rettungsdienst, Technisches Hilfswerk (THW), Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Johanniter, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), die Polizei und die Malteser übergeben. Die Stofftiere sollen Kindern in belastenden Situationen Trost spenden und Einsatzkräften helfen, schneller Zugang zu jungen Betroffenen zu finden. Damit ist die Versorgung für etwa ein Jahr gesichert.

Die Übergabe ist Teil einer wachsenden regionalen Initiative, die von Michael Bunjor angestoßen wurde. Er hatte beim „Blaulichttag“ festgestellt, dass viele Einsatzfahrzeuge kaum noch Trösterbären vorrätig haben. „Die Nachfrage ist groß – und die Bestände waren nahezu aufgebraucht“, erklärte er. Erste Gespräche mit den Hilfs- und Rettungsorganisationen zeigten schnell: Der Bedarf liegt deutlich höher als gedacht.
Den ersten großen Impuls setzte sechs Unternehmen, die kurzfristig die Finanzierung von 80 Bären übernahm – und die Spende später sogar verdoppelte. Ein weiteres Unternehmen beteiligte sich mit 24 Bären. In den vergangenen Wochen hatte Michael Bunjor zahlreiche Unternehmen kontaktiert und um Unterstützung gebeten. Viele Betriebe reagierten positiv, leiteten die Einladung weiter oder beteiligten sich direkt. So kamen schließlich 104 Trösterbären zusammen, die nun offiziell übergeben wurden. Die weiteren 80 folgen noch.
Nordenhams Bürgermeister Nils Siemen würdigte die Aktion in seinem Grußwort als „großartiges Beispiel für bürgerschaftliches Engagement und gelebte Verantwortung“. Er dankte den beteiligten Unternehmen ausdrücklich: „Die sieben Nordenhamer Unternehmen sind ein Vorbild. Sie zeigen, wie wichtig regionale Unterstützung ist.“
Nils Siemen hob hervor, wie eng die Initiative mit dem neu gegründeten Verein „Anders Verbunden“ verknüpft ist, der sich für neurodivergente Menschen einsetzt. In Gesprächen mit dem Verein habe er viel Neues gelernt: „Gerade im Einsatzfall ist es entscheidend zu verstehen, warum Menschen mit Autismus oder ADHS anders reagieren. Das Wissen darüber hilft unseren Rettungskräften enorm.“ Der Verein, im Februar gegründet, resultierte aus einer Selbsthilfegruppe, die sich im vergangenen Jahr gegründet hat und hat bisher 10 Mitglieder.
Der Bürgermeister betonte zudem die Bedeutung der Trösterbären im Einsatz: „Wenn Blaulicht, Lärm und viele Eindrücke auf ein Kind einprasseln, kann ein kleiner Bär eine große Brücke sein. Er schafft Nähe, beruhigt und hilft, Zugang zu finden.“ Auch der Bürgermeister spendete für weitere 10 Trösterbären.
Neben der Übergabe informierte der Verein „Anders Verbunden“ über seine Arbeit und stellte Materialien vor, die Einsatzkräfte im Umgang mit neurodivergenten Menschen unterstützen sollen.
Michael Bunjormachte deutlich, dass die Aktion langfristig angelegt ist: „Mein Ziel sind 300 Trösterbären pro Jahr, damit alle Organisationen dauerhaft versorgt sind. Heute haben wir einen wichtigen Schritt gemacht.“
Wer Michael Bunjor unterstützen möchte kann mit ihm Kontakt aufnehmen: m.bunjor@aktiv-mithelfen.de (Fotos und Text: Kerstin Seeland)