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18.06.2026, Lokalredaktion
Angesichts der jüngsten Wolfsrisse in der Wesermarsch und der wachsenden Sorgen von Weidetierhalterinnen und Weidetierhaltern fordert die agrarpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Karin Logemann, MdL eine konsequente Nutzung der neuen rechtlichen Möglichkeiten im Wolfsmanagement. Anlass sind aktuelle Presseberichte über zahlreiche gerissene und verletzte Schafe in Sürwürden sowie Zuschriften aus der Region, die auf die Belastungen für Tierhalter und die Bevölkerung aufmerksam machen.
„Die Bilder und Berichte aus der Gemeinde Stadland machen etwas mit den Menschen vor Ort. Meine Gedanken sind bei den betroffenen Schäferinnen und Schäfern, die erhebliche wirtschaftliche Schäden erleiden, und bei den Tieren, die großes Leid erfahren haben“, sagte die Wahlkreisabgeordnete.
Die Weidetierhaltung sei insbesondere in den Küstenregionen Niedersachsens von herausragender Bedeutung. „Unsere Schäferinnen und Schäfer leisten einen unverzichtbaren Beitrag für den Küstenschutz, die Landschaftspflege und den Erhalt unserer Kulturlandschaft. Deshalb dürfen sie mit den Herausforderungen durch den Wolf nicht allein gelassen werden“, betonte Logemann.
Die SPD-Politikerin verwies darauf, dass sich die rechtlichen Rahmenbedingungen in den vergangenen Monaten grundlegend verändert hätten. Nach der Absenkung des Schutzstatus des Wolfs auf europäischer Ebene sowie den Anpassungen im Bundesnaturschutz- und Bundesjagdrecht stünden den Ländern künftig deutlich weitergehende Handlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Niedersachsen habe sich seit Jahren für diese Veränderungen eingesetzt. „Jetzt kommt es darauf an, die neuen Möglichkeiten verantwortungsvoll, rechtssicher und praxisnah zu nutzen. Dort, wo einzelne Wölfe wiederholt Nutztiere reißen oder ein auffälliges Verhalten zeigen, müssen die zuständigen Behörden handlungsfähig sein“, sagte Logemann. „Niedersachsen wird alle Möglichkeiten nutzen, die EU und Bund eröffnen. Das ist ein wichtiger Schritt für mehr Akzeptanz des Wolfsmanagements in den ländlichen Räumen.“
Zugleich warnte die Wahlkreisabgeordnete davor, die besonderen Bedingungen in den Küstenregionen zu ignorieren. Herdenschutzmaßnahmen seien grundsätzlich ein wichtiger Baustein des Wolfsmanagements. In Deichbereichen und anderen sensiblen Küstengebieten stoße klassischer Herdenschutz jedoch an praktische Grenzen. „Gerade dort, wo Weidetierhaltung unmittelbar dem Küsten- und Hochwasserschutz dient, brauchen wir Lösungen, die den besonderen Gegebenheiten vor Ort gerecht werden. Das muss auch bei Entschädigungsregelungen und Managementmaßnahmen berücksichtigt werden“, erklärte Logemann.
Die Landesregierung habe die Förderung von Herdenschutzmaßnahmen in den vergangenen Jahren deutlich ausgeweitet und entschädige nachgewiesene Wolfsrisse. Gleichzeitig werde das Wolfsmanagement kontinuierlich weiterentwickelt. Mit dem neuen Managementplan für den Wolf und der Novelle des Niedersächsischen Jagdgesetzes sollen zum Beginn des neuen Jagdjahres am 1. Juli 2026 zusätzliche rechtssichere Möglichkeiten geschaffen werden, um auf schadenverursachende Wölfe zu reagieren. Niedersachsen habe die Zeit genutzt, um die notwendigen landesrechtlichen Voraussetzungen vorzubereiten und damit die Grundlage für ein aktives Wolfsmanagement zu schaffen.
„Wer tagtäglich mit den Folgen der Wolfsrückkehr konfrontiert ist, erwartet zu Recht mehr als statistische Erfassungen. Die Sorgen der Menschen in den ländlichen Räumen müssen ernst genommen werden. Wir brauchen einen fairen Ausgleich zwischen Artenschutz, Weidetierhaltung, Küstenschutz und den berechtigten Interessen der Bevölkerung“, sagte Logemann. „Unser Ziel bleibt ein Wolfsmanagement mit Augenmaß: handlungsfähig, verantwortungsvoll und im Einklang mit den Anforderungen vor Ort.“
Abschließend betonte die agrarpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion: „Niedersachsen geht hier voran. Jetzt kommt es darauf an, die neuen Möglichkeiten konsequent umzusetzen und gleichzeitig die Interessen der Weidetierhalterinnen und Weidetierhalter im Blick zu haben. Wir werden alle Möglichkeiten nutzen, um praktikable Lösungen für die Menschen in unseren ländlichen Räumen zu schaffen.“