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23.06.2026, Lokalredaktion
„Das Maritime Kompetenzzentrum Elsfleth ist eine Erfolgsgeschichte – und das soll es auch bleiben. Die Menschen dort leisten seit Jahren eine herausragende Arbeit für die maritime Sicherheit in Niedersachsen, und genau diese Arbeit habe ich nachgefragt und ausdrücklich verteidigt. Ich kann die Sorgen, die durch die Berichterstattung der letzten Wochen entstanden sind, sehr gut nachvollziehen – wenn plötzlich von einem neuen Trainingszentrum an anderer Stelle die Rede ist, fragt man sich zu Recht, was das für den eigenen Standort bedeutet. Umso wichtiger war es mir, beim Ministerium nachzufragen und für Klarheit zu sorgen“, betont Karin Logemann.
Anlass für die Nachfrage der SPD-Landtagsabgeordneten waren Medienberichte über Pläne des Niedersächsischen Innenministeriums, gemeinsam mit der Deutschen Marine ein neues Maritimes Trainingszentrum in Wilhelmshaven aufzubauen. In der Region war daraufhin die Sorge entstanden, dies könnte zulasten des Maritimen Kompetenzzentrums Elsfleth gGmbH (Marikom) gehen. Logemann hatte sich daraufhin direkt an die Niedersächsische Ministerin für Inneres, Sport und Digitalisierung, Daniela Behrens, gewandt.
In ihrer Antwort an Logemann betont Ministerin Behrens, dass dem Land das Marikom aus der langjährigen Zusammenarbeit bei der „Überleben auf See-Ausbildung“ im Rahmen der maritimen Gefahrenabwehr Niedersachsen sehr gut bekannt sei. Die Bedeutung des Marikom für eine qualitativ hochwertige Berufsausbildung der Besatzung von Seeschiffen – insbesondere bei der Brandschutzausbildung im Umgang mit Löschgeräten – sei der Landesregierung bewusst.
Das geplante Trainingszentrum in Wilhelmshaven verfolge dagegen ein anderes Ziel: Es soll an bereits grundausgebildete Spezialeinheiten der Feuerwehren anknüpfen und diese gezielt für Schiffsbrandbekämpfung, technische Hilfeleistung, Verletztenversorgung auf See sowie LNG-Brände fortbilden. Zusätzlich seien dort Übungen für Soldatinnen und Soldaten der Deutschen Marine zur Brand- und Leckabwehr vorgesehen. Diese Anforderungen unterschieden sich wesentlich von den inhaltlichen und technischen Anforderungen einer Feuerwehrausbildung für die maritime Gefahrenabwehr, so das Ministerium. Eine Verlagerung der Landesausbildung für die Einsatzkräfte in der Schiffsbrandbekämpfung von Elsfleth nach Wilhelmshaven sei vor diesem Hintergrund nicht beabsichtigt und auch nicht zielführend.
Für Logemann ist die Antwort des Ministeriums in der Standortfrage ein wichtiges und klärendes Signal: Das geplante Trainingszentrum in Wilhelmshaven sei kein Ersatz, sondern eine Ergänzung für andere Zielgruppen – das Marikom Elsfleth bleibe als bundesweit anerkannter Ausbildungsstandort für die maritime Wirtschaft fest in der Landesplanung verankert. Gleichzeitig macht Logemann deutlich, dass sie sich bei der Frage der Modernisierungsförderung weiter für eine Lösung einsetzen werde, damit der Standort auch technologisch Schritt halten kann. (pm/lr – Foto: Büro Logemann)