Sie können uns unterstützen

11.07.2026, Lokalredaktion
Heute versammelten sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger in Brake, um gegen die Schließung des St.-Bernhard-Hospitals zu demonstrieren. Der Demonstrationszug, der von dem Braker Vehbi Sentürkler organisiert wurde, führte durch die Innenstadt und wurde von ihm noch in der Fußgängerzone eröffnet. Dort übte er in seiner Ansprache deutliche Kritik an der Informationspolitik des Stadtrats und des St. Bernhard Hospitals rund um die Krankenhausentscheidung.

„Wir wurden nicht ehrlich informiert“ – scharfe Kritik an Stadtrat
Vehbi Sentürkler sprach den Unmut vieler Teilnehmender offen aus: „Es geht mir wirklich auf die Nerven, dass man nicht offen und ehrlich informiert wird und erst kurz vorher bekannt gibt, dass unser Krankenhaus einfach geschlossen wird. Das kann nicht angehen.“ Zudem warf er dem Stadtrat Brake vor, die Öffentlichkeit über den tatsächlichen Stand der Dinge belogen zu haben. „Der Stadtrat hat gelogen – einige wussten längst, was passieren würde, und taten trotzdem überrascht.“

„Brake ist ohne Krankenhaus nichts mehr Wert„
Vehbi Sentürkler betonte, dass der Protest nicht nur dem Krankenhaus gelte, sondern der gesamten medizinischen Versorgung in der Region: „Wir stehen hier für die Sicherheit unserer Familien, für Lebensqualität und für die Zukunft unserer Stadt.“ Er forderte die Verantwortlichen auf, gemeinsam Lösungen zu finden und zumindest ein Regionales Gesundheitszentrum zu erhalten. „Brake ist ohne Krankenhaus nichts mehr wert“, sagte er eindringlich. Er rief dazu auf, die Demonstration friedlich, aber entschlossen zu gestalten und die gemeinsame Stimme der Bevölkerung hörbar zu machen.

Friedlicher Protestzug durch die Innenstadt
Nach der Ansprache führte er die Teilnehmenden durch die Braker Innenstadt – über die Lindenstraße, Schulstraße und Georgstraße – begleitet von Polizei und Ordnern. Der Marsch verlief ruhig und geordnet, die Stimmung war zugleich kämpferisch und solidarisch.

Nils Humboldts Kernbotschaft: Gesundheitsversorgung betrifft die ganze Wesermarsch
Bevor sich der Marsch mit – so schätzt die Polizei – mehr als 300 Teilnehmenden in Bewegung setzte, hat der SPD‑Landratskandidat Nils Humboldt, aus Nordenham, die Bedeutung einer verlässlichen Gesundheitsversorgung für die gesamte Wesermarsch betont. Seine Rede setzte bewusst auf Deeskalation der Äußerungen von Vehbi Sentürkler und gemeinsame Verantwortung.

Nicht nur ein Braker Thema
Nils Humboldt machte deutlich, dass die aktuelle Entwicklung nicht allein ein Braker Thema sei, sondern Auswirkungen auf die gesamte Region habe. „Das Braker Krankenhaus, die Gesundheitsversorgung – das geht uns alle an. Das ist kein Phänomen, das man isoliert nur in Brake betrachten kann.“ Er betonte, dass die überraschende Ankündigung des privaten Trägers auch für ihn und viele andere Verantwortliche unerwartet kam. „Für uns alle kam das überraschend. Zumindest für mich kam es am Dienstag völlig unerwartet.“

Appell zur Sachlichkeit und Zusammenarbeit
Nils Humboldt reagierte auf den zuvor teils emotionalen Wortbeitrag von Vehbi Sentürkler und warb für einen respektvollen Umgang: „Mir ist eben vielleicht ein bisschen zu viel Schärfe reingekommen.“ Er hob hervor, dass alle politisch Verantwortlichen derzeit aktiv an Lösungen arbeiten – auf kommunaler Ebene, im Landkreis und im Land Niedersachsen. „Ich weiß, dass Braker Bürgermeister Michael Kurz arbeitet, ich weiß, dass die beiden Landtagsabgeordneten aktiv sind, ich weiß, dass alle gerade an einer Lösung arbeiten.“


Ziel: Bestmögliche Versorgung trotz Trägerentscheidung
Ferner stellte Nils Humboldt klar, dass die Entscheidung des privaten Trägers nicht das Ende der medizinischen Versorgung in Brake bedeuten dürfe. „Wenn ein privater Träger entscheidet, dieses Krankenhaus aufgeben zu wollen, muss unser Ziel sein, die bestmögliche Gesundheitsversorgung in der gesamten Wesermarsch zu erhalten.“ Er rief dazu auf, gemeinsam für eine nachhaltige und zukunftsfeste Lösung einzutreten – unabhängig davon, wie die Trägerfrage am Ende beantwortet wird. (Fotos und Text: Kerstin Seeland)