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01.08.2026, Lokalredaktion
Wir, Die Linke, melden uns heute hier zu Wort,
weil uns die Nachricht über das endgültige Aus unseres Krankenhauses zutiefst wütend und fassungslos macht. Nach fast 146 Jahren regionaler Gesundheitsgeschichte soll das St. Bernhard-Hospital in Brake für immer die Türen schließen. Schlimmer noch: Die Schließung wird nun sogar um sechs Wochen auf den 14. August vorgezogen! Ab dem 7. August gilt bereits ein Aufnahmestopp.
Das ist kein geordneter Rückzug – das ist ein gesundheitspolitischer Kahlschlag im Zeitraffer!
Rund 350 Beschäftigte – Pflegerinnen, Ärzte, Reinigungskräfte, Verwaltungsangestellte – stehen vor den Trümmern ihrer beruflichen Existenz. Menschen, die über Jahre hinweg unter härtesten Bedingungen, in der Pandemie und während der Insolvenzphase, die Knochen für unsere Gesundheit hingehalten haben. Ihnen gebührt nicht nur unser verbaler Respekt, sondern eine echte, verlässliche Jobgarantie hier in der Region! Wir sagen als Die Linke ganz deutlich: Ihr dürft jetzt nicht mit billigen Lippenbekenntnissen abgespeist werden!
Die Schließung in Brake zeigt das ganze, erbarmungslose Systemversagen im deutschen Gesundheitswesen. Jährlich wurden im St. Bernhard-Hospital und dem angeschlossenen MVZ rund 36.000 Patientinnen und Patienten ambulant und stationär behandelt. Wo sollen diese Menschen in Zukunft hin? Wie sollen ältere Menschen, chronisch Kranke oder Mobilitätseingeschränkte die Wege in die Nachbarkommunen oder nach Bremen/Bremerhaven bewältigen? Der Verweis auf eine Busverbindung ist kein tragfähiges Konzept für eine Notfallversorgung. Das ist blanker Zynismus!
Wenn Minuten über Leben und Tod entscheiden rettet kein Busfahrplan Leben!
Dieses Krankenhaus schließt nicht, weil es nicht gebraucht wird. Es schließt, weil unser Gesundheitssystem krank ist! Seit Jahren warnen wir als Die Linke davor, Krankenhäuser wie Fabriken zu behandeln, die Gewinne abwerfen müssen. Das System der chronischen Unterfinanzierung durch die Bundes- und Landespolitik treibt eine Klinik nach der anderen in den Ruin. Wer Krankenhäuser nach Kosten und Erlösen bewertet opfert die Versorgung im ländlichen Raum auf dem Altar des Marktes!
Wir als Die Linke fordern daher klipp und klar: Schluss mit dem Kliniksterben. Krankenhäuser gehören zur staatlichen Daseinsvorsorge. Sie dürfen keine Spekulationsobjekte oder Renditeobjekte sein! Gesundheit ist keine Ware! Sofortige Absicherung der Beschäftigten: Die 350 Kolleginnen und Kollegen brauchen eine lückenlose, tariflich abgesicherte Perspektive. Ein reines „Verschieben“ an private Großkonzerne reicht uns nicht aus. Erhalt der ambulanten und Notfall-Strukturen: Das MVZ und die kassenärztliche Bereitschaftspraxis müssen dauerhaft und vollumfänglich in Brake gesichert bleiben. Wir brauchen eine Garantie, dass hier kein weißer Fleck auf der Landkarte entsteht!
Wir werden uns mit diesem Kahlschlag nicht abfinden. Wir stehen an der Seite der Beschäftigten, wir stehen an der Seite der über 5.000 Menschen, die die Petition für den Erhalt unterzeichnet haben. Wir kämpfen weiter für ein Gesundheitssystem, in dem der Mensch im Mittelpunkt steht – und nicht der Profit! (pm/lr)