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19.08.2026, Lokalredaktion
Mit der offiziellen Übergabe des Förderbescheids durch die Zukunftsregion JadeBay ist beim INP Nordenham der Startschuss für ein neues, umfassendes Fachkräfteprojekt gefallen. Ziel ist es, Kinder, Jugendliche und Auszubildende frühzeitig und kontinuierlich an moderne Technologien, digitale Kompetenzen und regionale Berufsperspektiven heranzuführen.
INP erweitert Bildungsangebot – von Grundschule bis Ausbildung
INP-Geschäftsführer Dieter Sichau erläuterte, wie stark die Nachfrage nach den technischen Lernangeboten in den vergangenen Jahren gestiegen ist. Während früher rund 30 Schülerinnen und Schüler pro Jahr an den Nachmittags-AGs teilnahmen, sind es inzwischen über 100.
Das INP arbeitet mit einem breiten Spektrum an Technologien – von Lego Education, Fischertechnik und Drohnen bis hin zu VR-Anwendungen und Robotik. Ein neu entwickelter „Lernpfad“ soll Schulen künftig zeigen, welche Inhalte für welche Klassenstufen geeignet sind und wie sich die Angebote jährlich weiterentwickeln.
Ein Schwerpunkt liegt auf Teamarbeit und Problemlösung: „Wenn die Drohnen im Formationsflug nicht miteinander kommunizieren, funktioniert es nicht und das merken die Jugendlichen sofort“, so Sichau.
„Stubesch“: Ein durchgängiger Bildungsweg von Schülern bis Studierenden
Das neue Projekt trägt den Namen Stubesch, eine Kombination aus Studenten, Berufsschülern und Schülern. Es soll erstmals einen durchgängigen Bildungsweg schaffen, der alle Altersstufen verbindet:
- frühe technische Bildung in Grund- und Oberschulen
- praxisnahe Vorbereitung für Auszubildende
- Begleitung von Bachelorarbeiten und Hochschulprojekten
Sichau betont, dass das INP bereits rund 50 Auszubildende betreut, Tendenz steigend. Viele Betriebe schicken ihre Nachwuchskräfte gezielt zur technischen Grundausbildung oder zur Prüfungsvorbereitung ins INP.
Förderung durch Zukunftsregion JadeBay und NBank
Die Zukunftsregion JadeBay hat das Projekt im Steuerungskomitee freigegeben. Die Fördermittel werden gemeinsam mit der NBank abgewickelt. „Das Konzept passt ideal zu unseren Zielen“, sagte Nikolaus Jansen, Landesbeauftragter für regionale Landesentwicklung Weser-Ems. „Wir wollen junge Menschen neugierig machen, sie begleiten und ihnen zeigen, dass es hier in der Region attraktive Arbeitsplätze gibt.“ Er hob die Bedeutung der frühzeitigen technischen Bildung hervor: „Das Projekt bietet eine ganzheitliche Begleitung – vom ersten Kontakt mit Technik bis zum Einstieg ins Berufsleben.“
Zukunftskompetenzen im Fokus
Auch Alexandra Wurm, Geschäftsführerin der JadeBay GmbH, betonte die Bedeutung moderner Lernformen: „Es geht nicht mehr nur um klassische Fächer. Entscheidend sind Zukunftskompetenzen wie Programmieren, Automatisieren, Robotik und das Verständnis digitaler Prozesse.“ Das INP ergänzt diese Inhalte durch neue KI-basierte Robotiksysteme, die künftig in höheren Klassen eingesetzt werden sollen. Denkbar sind sogar schulübergreifende Wettbewerbe.

Regionale Betriebe profitieren direkt
Das INP arbeitet eng mit Handwerks- und Industriebetrieben zusammen. Viele Unternehmen nutzen das Angebot, um Auszubildende vor dem Start technisch vorzubereiten oder sie gezielt für Prüfungen zu stärken. „Wenn die Jugendlichen mit einem anderen Blick in den Betrieb zurückkommen, profitieren alle“, so Sichau.
Ein Projekt mit Wirkung
Die Zahlen zeigen den Erfolg: Über 3.000 Schülerinnen und Schüler haben das INP bereits besucht. Die Schulen werden kostenlos mit Bussen abgeholt – ein Service, den der Landkreis finanziert und der die Teilnahme erheblich erleichtert. Jansen fasst den Kern des Projekts zusammen: „Digitales Verstehen und analoges Begreifen, das beschreibt dieses Vorhaben perfekt.“ (Fotos und Text: Kerstin Seeland)
Titelfoto: vor dem digitalen Lernort im INP: Dr. Olaf Goldbaum (Leiter Regionalmanagement Zukunftsregion JadeBay GmbH), Alexandra Wurm (Geschäftsführerin JadeBay GmbH), Nikolaus Jansen (Landesbeauftragter Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems), Landrat Stephan Siefken, MdL Björn Thümler (CDU) und Dieter Sichau