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20.08.2026, Lokalredaktion
Im Rahmen des Musikfestes Bremen und des Arp‑Schnitger‑Festivals erlebten die Besucherinnen und Besucher am Dienstagabend in der vollbesetzten St. Bartholomäuskirche Golzwarden ein außergewöhnliches Konzert: Die russische Cellistin Anastasia Kobekina präsentierte ihr Soloprogramm „Solo für Anastasia“, eine musikalische Reise durch fast tausend Jahre Musikgeschichte.

Mit ihrem Violoncello aus dem 18. Jahrhundert, das sie seit eineinhalb Jahren leihweise spielt, entfaltete Kobekina einen Klang von besonderer Wärme und Tiefe. „Ich bin immer noch begeistert, wenn ich dieses Instrument spiele“, bekannte die 31‑Jährige, die sich in der Musik Johann Sebastian Bachs ganz zuhause fühlt: „Es ist der Soundtrack meines Lebens.“
Geerdet durch ihre Barfüßigkeit und getragen von einer spürbaren inneren Ruhe, entwickelte die zart, fast zerbrechlich wirkende Musikerin im Verlauf des Abends eine beeindruckende Energie. Mit Virtuosität und emotionaler Intensität spannte sie den Bogen von Hildegard von Bingen über Johann Sebastian Bach bis hin zu Bryce Dessner, dessen Werke zwischen Rock und zeitgenössischer Musik faszinierende Grenzgänge eröffnen. Auch ein Werk ihres Vaters, des Komponisten Vladimir Kobekin, war Teil des Programms. Für Anastasia ist dies ein Stück Heimat und familiäre Verbundenheit.
Landrat Stephan Siefken würdigte in seiner Begrüßung die besondere Dramaturgie des Abends: „Es ist eine musikalische Reise durch beinahe tausend Jahre, von der mittelalterlichen Mystik bis zur Moderne. Solche Grenzgänger machen Musik besonders spannend.“
Das Publikum erlebte eine Künstlerin, die sich ganz in der Musik verliert und zugleich mit großer Präsenz auf der Bühne steht. Am Ende des Konzerts dankten die Zuhörerinnen und Zuhörer mit minutenlangen stehenden Ovationen und dem Wunsch nach einer Zugabe, einem Zeichen tief empfundener Begeisterung.
Anastasia Kobekina, geboren 1994 in Russland, begann bereits mit vier Jahren das Cellospiel. Ihre Eltern sind beide Musiker und die Musik liegt ihr im Blut. Mit ihrem Programm „Solo für Anastasia“ zeigte sie eindrucksvoll, wie sich musikalische Welten über Jahrhunderte hinweg berühren und gegenseitig inspirieren können. (Fotos und Text: Kerstin Seeland)