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10.09.2026, Lokalredaktion
„Die Auswahl des Ipweger Moors als Leuchtturmregion ist eine großartige Nachricht für die Wesermarsch und das Ammerland. Sie eröffnet uns die Chance, Moorschutz und Landwirtschaft zusammenzudenken und unsere Region über viele Jahre nachhaltig zu entwickeln. Entscheidend ist, dass die Menschen vor Ort, insbesondere die Landwirtinnen und Landwirte, eng eingebunden werden und neue Perspektiven für eine klimaschonende Bewirtschaftung entstehen“, erklärt Karin Logemann, SPD-Landtagsabgeordnete für die Wesermarsch und Rastede sowie agrarpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion.
Der Bund hat das Projekt „Transformationsprozess Ipweger Moor – Kooperations- und Verbundvorhaben“, kurz TIMo, als eine von drei niedersächsischen Leuchtturmregionen für die klimaschonende Moorentwicklung ausgewählt. Das Ipweger Moor erstreckt sich über die Gemeinden Elsfleth im Landkreis Wesermarsch und Rastede im Landkreis Ammerland. Für das Vorhaben sind Bundesmittel in Höhe von 160 Millionen Euro beantragt. Zusätzlich hat das Land Niedersachsen den Bewerberregionen jeweils weitere 10 Millionen Euro aus Landesmitteln zugesagt.
„Für Elsfleth und Rastede sowie für die gesamte Region bedeutet das eine einmalige Möglichkeit, großflächig in die Zukunft unseres Moores und unserer Landwirtschaft zu investieren. Dabei geht es nicht nur um Wiedervernässung, sondern auch um neue Bewirtschaftungsformen, den Flächentausch und den Aufbau regionaler Wertschöpfungsketten“, betont Logemann. „Als agrarpolitische Sprecherin ist mir besonders wichtig, dass die Landwirtschaft von Anfang an Teil dieses Prozesses ist. Moorschutz kann nur gelingen, wenn er gemeinsam mit den Betrieben, den Verbänden und den Kommunen gestaltet wird.“
Im Rahmen des Projekts sollen Moorflächen gezielt wiedervernässt und die Bewirtschaftung an die veränderten Standortbedingungen angepasst werden. Vorgesehen ist unter anderem die Unterstützung von Paludi-Kulturen, einer extensiven Beweidung sowie weiterer klimaschonender Nutzungsformen. Auch die Verarbeitung und Vermarktung der auf nassen Moorstandorten erzeugten Biomasse soll gefördert werden. Denkbar sind beispielsweise regionale Produkte aus Schilf, Rohrkolben oder Torfmoosen, etwa für Torfersatzstoffe, Pappe und Papier sowie Bau- und Dämmstoffe.
„Wir müssen dafür sorgen, dass aus der nassen Bewirtschaftung tragfähige Einkommen und neue wirtschaftliche Perspektiven entstehen können. Die Wesermarsch und das Ammerland haben hier die Chance, bundesweit eine Vorreiterrolle einzunehmen“, so Logemann weiter. „Wenn regionale Wertschöpfungsketten aufgebaut werden, profitieren nicht nur der Klimaschutz und die Natur, sondern auch unsere landwirtschaftlichen Betriebe und die gesamte regionale Wirtschaft.“
Moore erfüllen wichtige Funktionen für den Klima- und Naturschutz. Sie speichern große Mengen Kohlenstoff, kühlen die Umgebung, stabilisieren den Wasserhaushalt und bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum. Gleichzeitig zählen entwässerte Moorböden zu den bedeutenden Quellen von Treibhausgasemissionen. Mit der Entwicklung des Ipweger Moors zu einer klimaschonenden Moorregion soll deshalb ein Beitrag zur Reduzierung dieser Emissionen und zur Anpassung anzunehmende Trockenperioden geleistet werden.
Die Förderung des Bundes erfolgt im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz. Die Leuchtturmregionen sollen über eine Laufzeit von bis zu 13 Jahren schrittweise zu zukunftsfähigen Wirtschaftsstandorten entwickelt werden. Das Land Niedersachsen wird die Projekte durch das Umwelt- und das Landwirtschaftsministerium sowie das Regionalbüro ANK des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz begleiten.
„Das Ipweger Moor verbindet Elsfleth und Rastede. Deshalb muss auch die Entwicklung gemeinde- und landkreisübergreifend sowie eng mit den Menschen vor Ort gestaltet werden. Wir brauchen einen offenen, verlässlichen und fairen Prozess, bei dem die Interessen der Landwirtschaft, des Natur- und Klimaschutzes sowie der Kommunen zusammengebracht werden“, sagt Karin Logemann. „Die jetzt in Aussicht gestellten Fördermittel bieten dafür eine hervorragende Grundlage.
Nach Abschluss des weiteren Verfahrens sollen voraussichtlich noch im Jahr 2026 die Vereinbarungen mit dem Bund geschlossen werden. Der Start der Arbeiten in den Leuchtturmregionen ist für Anfang 2027 vorgesehen. (pm/lr – Foto: Büro Logemann)