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09.10.2026, Lokalredaktion
Gemeinde setzt Zusammenarbeit mit dem CVJM Sozialwerk Wesermarsch ab 2027 fort – Anwohnerbeschwerden über Lärm und Verhalten Jugendlicher werden in der Ratssitzung thematisiert
In der jüngsten Ratssitzung der Gemeinde Berne berichtete Bürgermeister Hartmut Schierenstedt über die zahlreichen Veranstaltungen des vergangenen Quartals. Auf der Tagesordnung stand zudem die Zukunft des Jugendzentrums Berne. Dabei bekräftigte der Rat seinen Willen, das Angebot für Kinder und Jugendliche am bisherigen Standort aufrechtzuerhalten, und beschloss einstimmig, die Zusammenarbeit mit dem CVJM Sozialwerk Wesermarsch über das Jahr 2026 hinaus fortzusetzen.
Bereits in der Ratssitzung am 30. Juni 2026 hatte der Rat einstimmig beschlossen, die Zusammenarbeit mit dem CVJM Sozialwerk Wesermarsch über den 31. Dezember 2026 hinaus weiterzuführen. Die Verwaltung wurde daraufhin beauftragt, eine entsprechende Vertragsverlängerung vorzubereiten. In der jüngsten Sitzung lag nun eine Beschlussvorlage mit verschiedenen Modellen für die künftigen Öffnungszeiten und die personelle Ausstattung des Jugendtreffs vor. Die Varianten sahen wöchentliche Öffnungszeiten von 16, 20 oder 24 Stunden vor und waren zuvor bereits im Verwaltungsausschuss beraten worden.
Der Rat entschied sich einstimmig für eine wöchentliche Öffnungszeit von 20 Stunden. Die Zusammenarbeit mit dem CVJM Sozialwerk Wesermarsch soll ab dem 1. Januar 2027 fortgesetzt werden. Für den Betrieb sind eine pädagogische Fachkraft mit einem Beschäftigungsumfang von 24 Wochenstunden sowie eine weitere pädagogische Kraft mit 20 Wochenstunden vorgesehen. Die Verwaltung wurde beauftragt, auf dieser Grundlage einen entsprechenden Vertrag abzuschließen und die erforderlichen Haushaltsmittel bereitzustellen. Nach Angaben des Bürgermeisters ist vorgesehen, die Öffnungszeiten auf fünf Tage mit jeweils vier Stunden zu verteilen.
Der Vertragsentwurf zwischen der Gemeinde und dem CVJM Sozialwerk Wesermarsch lag den Ratsmitgliedern ebenfalls vor. Da noch nicht alle Mitglieder ausreichend Gelegenheit gehabt hatten, die Unterlagen eingehend zu prüfen, wurde der Vertrag zunächst zur Kenntnis genommen. Die Verwaltung soll die Vereinbarung nochmals durchsehen und offene Fragen gegebenenfalls für eine weitere Beratung im Rat aufbereiten.
Anwohner kritisieren Lärmbelästigung und Verhalten Jugendlicher
In der anschließenden Einwohnerfragestunde wurde die Fortführung des Jugendtreffs kontrovers diskutiert. Mehrere Anwohner waren vor Ort und eine Anwohnerin äußerte deutliche Kritik an der Situation rund um die Einrichtung. Sie berichtete von wiederkehrenden Lärmbelästigungen, lauter Musik, Beleidigungen sowie Gegenständen, die auf die Straße geworfen würden. Außerdem schilderte sie Situationen, in denen sich Jugendliche im Straßenbereich aufhielten und dadurch den Autoverkehr behinderten. Aus ihrer Sicht werde die Aufsicht durch das Betreuungspersonal den Problemen nicht ausreichend gerecht. Sie forderte deshalb, den Standort zu überdenken und mögliche Alternativen zu prüfen.
Ratsvorsitzender Hauke Uphoff-Bartelds verwies darauf, dass die zuständigen Verantwortlichen über die Problematik informiert seien und ein Austausch mit dem CVJM stattfinde. Zudem sei ein Treffen zwischen Anwohnern und dem Träger vorgesehen, bei dem die bestehenden Konflikte erneut besprochen werden sollten.
Bürgermeister Hartmut Schierenstedt machte deutlich, dass die Gemeinde am Jugendtreff festhalten wolle. Die Einrichtung biete Jugendlichen einen wichtigen Ort, an dem sie sich treffen und pädagogisch begleitet werden könnten. Ein Umzug sei angesichts der finanziellen Rahmenbedingungen derzeit keine realistische Option. Die Gemeinde stehe mit dem CVJM im Austausch, um Möglichkeiten zu erörtern, die Situation zu verbessern. Mit der vorgesehenen personellen Ausstattung könnten sich zudem Veränderungen bei der Betreuung ergeben.
Die Anwohnerin betonte daraufhin erneut, dass ihre Kritik nicht grundsätzlich dem Jugendtreff gelte, sondern insbesondere den aus ihrer Sicht unzureichend eingedämmten Störungen im Außenbereich. Sie verwies auf wiederholte Beschwerden aus der Nachbarschaft und forderte, diese bei der weiteren Gestaltung des Betriebs stärker zu berücksichtigen.
Hartmut Schierenstedt erklärte, dass die Gemeinde die Beschwerden zur Kenntnis genommen habe und Gespräche zur Verbesserung der Situation stattfänden. Zugleich bekräftigte er die Haltung von Rat und Verwaltung: Der Jugendtreff soll am bisherigen Standort erhalten bleiben. Ziel bleibt es, das pädagogische Angebot für junge Menschen in Berne fortzuführen und zugleich im Austausch mit dem Träger nach Möglichkeiten zu suchen, die Konflikte mit der Nachbarschaft zu reduzieren. (Foto und Text: Kerstin Seeland)