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22.02.2026, Lokalredaktion
„Das Lichtenberger Siel ist kein Projekt für Aktenordner – das ist gelebter Hochwasserschutz für die Menschen hier in der Region. Die ersten Mittel sind da, der Weg ist eingeschlagen. Und ich bleibe so lange dran, bis das Bauwerk zuverlässig saniert ist“, so die SPD Landtagsabgeordnete Karin Logemann aus Berne.
Das Mündungsschöpfwerk Lichtenberger Siel in der Gemeinde Berne ist für den Entwässerungsverband Stedingen das zentrale Bauwerk für die Binnenentwässerung in der Region. Das Schöpfwerk stammt aus den 1960er Jahren und zeigt deutliche Alterserscheinungen: Die Pumpentechnik ist veraltet, ein Ausfall jederzeit möglich – mit ernsten Folgen für Anwohnerinnen und Anwohner, Tierbestände und die Landwirtschaft im Einzugsgebiet.
Der Entwässerungsverband Stedingen hat den Sanierungsbedarf klar beziffert: Rund 13,37 Millionen Euro werden für die Grundinstandsetzung benötigt – von der Erneuerung der Hubtore und Sieltore über die Hochbausanierung bis hin zur vollständigen Erneuerung der Pumpen einschließlich Antriebstechnik, Schaltanlagen und Stromversorgung. Kein Luxus, sondern das Notwendige.
Ein erster konkreter Schritt ist getan: „Aus dem Finanzierungsprogramm Küstenschutz stehen für 2025 und 2026 rund 1,44 Millionen Euro für die Herstellung von Abdämmmöglichkeiten am Bauwerk bereit. Das klingt technisch – ist aber entscheidend: Erst durch die Abdämmung kann das Bauwerk eingehend geprüft werden, um den weiteren Sanierungsbedarf genau zu bestimmen. Parallel dazu hat der Entwässerungsverband Stedingen ein Maßnahmenblatt für die Erneuerung der Verschlussorgane (ca. 3,21 Mio. Euro) eingereicht – die Förderfähigkeit ist grundsätzlich gegeben, signalisierte mir das Umweltministerium“, so die Abgeordnete.
Auch auf Landesebene bewegt sich einiges: Niedersachsen investiert derzeit Rekordsummen in den Hochwasserschutz. „Das ist unbedingt richtig und dringend nötig“, sagt Karin Logemann. Über das EU-Programm ELER wurden landesweit 43 Millionen Euro bewilligt, davon 26 Maßnahmen allein für die Grundinstandsetzung von Schöpfwerken. Noch in diesem Jahr will das Umweltministerium weitere 20 Millionen Euro aus dem Landesinvestitionsprogramm für die energetische Modernisierung von Siel- und Schöpfwerken bereitstellen.
Die Finanzierung der Pumpengrundinstandsetzung (ca. 3,6 Mio. Euro) und einer möglichen Umstrukturierung der Wasserscheide (ca. 0,95 Mio. Euro) ist noch nicht gesichert. Diese Maßnahmen fallen unter die KLARA-Förderrichtlinie für den Hochwasserschutz im Binnenland – und die verfügbaren EU-Mittel reichen nach aktuellem Ranking für das Lichtenberger Siel derzeit nicht aus. Es gibt aber Wege: Das neue Landesprogramm für Schöpfwerke bietet eine konkrete Möglichkeit, ebenso wie die Option, die Wasserscheide über das Hochwasserschutzprogramm des NLWKN anzumelden.
„Die Wege sind da – wir müssen sie jetzt gehen, alle arbeiten daran und sind informiert. Ich werde alles versuchen, dass das Lichtenberger Siel beim neuen Förderprogramm des Landes berücksichtigt wird. Die Menschen in Berne und im Einzugsgebiet des Entwässerungsverbands Stedingen können sich darauf verlassen: Ich bleibe dran“, so Logemann abschließend. (pm/lr – Foto: Büro Logemann)