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06.10.2026, Lokalredaktion
Der Chor feierte sein 185-jähriges Bestehen mit einem Konzert in der Kulturmühle Berne.
Mit einer abwechslungsreichen musikalischen Reise durch fast zwei Jahrhunderte begeisterte der Männergesangverein Liedertafel Berne von 1841 sein Publikum beim Konzert in der Kulturmühle Berne. Rund 50 Besucherinnen und Besucher erlebten einen kurzweiligen Vormittag, bei dem sich Chorgesang und instrumentale Beiträge auf harmonische Weise ergänzten.

Die Liedertafel Berne, die als zweitältester Chor Niedersachsens gilt, blickt auf eine lange und traditionsreiche Geschichte zurück. Gegründet im Jahr 1841, der Zeit des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy, verbindet der Chor bis heute musikalisches Erbe mit zeitgemäßem Repertoire. Unter der Leitung von Chorleiterin Jutta Poppe-Detken pflegen die Sänger eine große stilistische Bandbreite, die von der Romantik über klassische Chorliteratur bis hin zu modernen Chansons reicht.
In seiner Begrüßung betonte der Chor, dass die Mitglieder besonders in den vergangenen Jahren durch die gemeinsame Freude am Singen eng zusammengewachsen seien. Neben den wöchentlichen Proben schätzen die Sänger auch den regelmäßigen persönlichen Austausch, der zum lebendigen Vereinsleben beiträgt.
Passend zum Jubiläumsmotto „Von damals bis heute“ präsentierte der Chor eine vielfältige Auswahl seines Könnens. Zu hören waren unter anderem „So ein Tag, so wunderschön wie heute“, eine Hommage an die Minnesänger nach Robert Schumann sowie das bekannte Volkslied „Ännchen von Tharau“. Mit einem Lied nach einem Text von Theodor Storm unternahmen die Sänger zudem einen Ausflug ins Plattdeutsche.
Dabei zeigte sich einmal mehr, dass die Liedertafel ihre Wurzeln in der romantischen Chormusik zwar pflegt, gleichzeitig aber offen für neuere musikalische Einflüsse geblieben ist. Die Mischung aus traditionellen Männerchorstücken und moderneren Arrangements verlieh dem Konzert besondere Vielfalt.
Für zusätzliche musikalische Akzente sorgte das Ensemble Liz’N Brass unter der Leitung von Thomas Schröder. Mit ihrer ungewöhnlichen Besetzung aus drei Blechbläsern und einer Klarinette setzten die vier Musiker kontrastreiche Klangfarben zum Chorgesang. Stücke wie „Egon Olssons Traum“, „Algo Latino“ und der schwungvolle „Underground Tango“ kamen beim Publikum hervorragend an. Ein Besucher bemerkte nach dem Konzert augenzwinkernd, dass er bei dieser Musik „so richtig mitgegangen“ sei.
Besonders bemerkenswert war, dass an diesem Vormittag nur eine Tenorstimme zur Verfügung stand, da zwei Sänger kurzfristig verhindert waren. Dennoch präsentierte sich der Chor klangstark und geschlossen und bewies eindrucksvoll seinen Zusammenhalt.
Zum Abschluss überwog bei Mitwirkenden und Gästen gleichermaßen die Freude über ein gelungenes Konzert. Die Liedertafel Berne zeigte eindrucksvoll, wie lebendig Chormusik sein kann und dass eine fast 185-jährige Vereinsgeschichte keineswegs im Widerspruch zu musikalischer Frische und Begeisterung steht. Mit viel Herzblut, Gemeinschaftssinn und der Liebe zum Gesang gelang dem traditionsreichen Chor ein Konzert, das Vergangenheit und Gegenwart auf überzeugende Weise miteinander verband. (Fotos und Text: Kerstin Seeland)