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25.01.2026, Lokalredaktion
„Ich freue mich sehr über die große Resonanz auf unseren Neujahrsempfang. Uns war es von Anfang an wichtig, diesen Abend bewusst offen zu gestalten und auch Familien einzuladen – denn Politik findet nicht nur in Sitzungen statt, sondern dort, wo Menschen zusammenkommen, miteinander reden und Gemeinschaft erleben“, sagte die SPD-Landtagsabgeordnete Karin Logemann bei der Begrüßung im Gasthof Schütte in Berne.

Rund 130 Gäste folgten der gemeinsamen Einladung der SPD Berne und Karin Logemann zum Neujahrsempfang. Der Abend unterstrich die enge Verbundenheit der Region mit Küste, Wirtschaft und Gemeinschaft.

Und so konnten zahlreiche Vertreter aus Wirtschaft, Hilfs- und Rettungsorganisationen, Vereinen und Ortsvereinsmitglieder sowie Bürgermeister Hartmut Schierenstedt und Christina Winkelmann aus Lemwerder begrüßen. Für die musikalische Umrahmung sorgte der Stedinger Shantychor. Karin Logemann dankte allen Anwesenden für ihr unermüdliches und vielfältiges Engagement für die Gemeinde Berne.

Zu Gast war der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies. Er führte aus, dass Deutschland und besonders die Wesermarsch in einer Zeit großer Unsicherheiten leben: wirtschaftliche Veränderungen, internationale Konflikte, steigende Energiepreise und globale politische Spannungen verunsichern viele Menschen. Diese Entwicklungen beeinflussen Wirtschaft, Arbeitsplätze und das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung.

Er betonte, dass eine starke, funktionierende Wirtschaft die Grundlage für Wohlstand, soziale Leistungen und kommunale Aufgaben ist. Deshalb müsse Politik verlässliche Rahmenbedingungen schaffen, damit Unternehmen investieren können und Arbeitsplätze sicher bleiben. Gleichzeitig sei es wichtig, politische Entscheidungen parteiübergreifend zu treffen, um Stabilität zu gewährleisten.
Die Region Wesermarsch habe große wirtschaftliche Chancen – etwa durch Industrie, Häfen, Werften, Luftfahrt und Energiewirtschaft. Um diese Potenziale zu nutzen, brauche es Investitionen in Infrastruktur, Wohnraum, Bildung und Digitalisierung. Dazu gehöre auch, Baukosten zu senken, bezahlbaren Wohnraum zu ermöglichen und Planungsprozesse zu vereinfachen.
Ein weiterer Schwerpunkt sei die Bedeutung von Kitas, Schulen und frühkindlicher Bildung. Kinder müssten früh unterstützt werden, um gleiche Chancen zu erhalten. Auch Medienkompetenz sei entscheidend, um mit digitalen Herausforderungen und Desinformation umgehen zu können.
Olaf Lies hob die zentrale Rolle des Ehrenamts hervor: Vereine, Feuerwehren, Hilfsorganisationen und viele engagierte Bürgerinnen und Bürger halten die Gesellschaft zusammen. Dieses Engagement sei unverzichtbar und verdiene große Wertschätzung. Abschließend betonte er, dass trotz aller Herausforderungen Anlass zu Zuversicht besteht. Die Region habe starke Unternehmen, engagierte Menschen und gute Perspektiven. Entscheidend sei, gemeinsam zu handeln, demokratisch zusammenzustehen und die Zukunft aktiv zu gestalten.

Bürgermeisterkandidat Lars Steenken meinte, dass Berne nur mit gemeinsamen Ideen, finanzieller Unterstützung und engagierten Bürgerinnen und Bürgern weiter vorankommt. Fördermittel von Land und Bund seien entscheidend für Projekte wie Ortskernsanierung und Infrastruktur.
Der Gemeindehaushalt weise ein Defizit auf, dennoch bleiben Investitionen in Kitas, Schulen, Feuerwehren und den Erhalt kommunaler Einrichtungen prioritär. Freiwillige Leistungen für Kinder-, Jugend- und Vereinsarbeit sollen – soweit möglich – erhalten bleiben.
Er hob die gute Zusammenarbeit im Gemeinderat und mit der Verwaltung hervor. Für die Zukunft forderte er jedoch klare Prioritäten, vereinfachte Abläufe, bessere Vernetzung und mehr digitale Angebote wie Online-Bürgerportale, Umfragen oder Sprechstunden. Zudem wünschte er regelmäßige Treffen zwischen Vereinen, Rat und Verwaltung. Abschließend zeigte er sich zuversichtlich und erklärte seine Motivation, als Bürgermeisterkandidat für ein starkes, gemeinschaftliches Berne anzutreten.

Vor Ort war auch der SPD-Landratskandidat Nils Humboldt. Er unterstrich, dass Demokratie die Grundlage für Freiheit, Sicherheit, Wohlstand und gesellschaftliches Miteinander ist. Vielfalt und gemeinschaftliches Engagement – besonders in Vereinen, Hilfsorganisationen, Feuerwehren, Sport und Jugendarbeit – seien entscheidend, um demokratische Werte zu stärken. Der wichtigste Schutz gegen antidemokratische Kräfte sei der offene Dialog innerhalb der Gesellschaft.
Damit Vereine und Gemeinschaftsarbeit funktionieren können, brauche es geeignete Räume und finanzielle Spielräume. Der Landkreis und die Gemeinden müssten gemeinsam dafür sorgen, dass sowohl Pflichtaufgaben wie Kitas, Schulen und Feuerwehrhäuser als auch freiwillige Leistungen erhalten bleiben. Diese Angebote machten Orte lebenswert und seien zugleich ein wichtiger Faktor, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
Nils Humboldt hob hervor, dass eine lebenswerte Umgebung Menschen anzieht und bindet. Die gute Zusammenarbeit zwischen Landkreis, Gemeinden, Vereinen und Bürgerinnen und Bürgern sei dafür entscheidend. Abschließend rief er dazu auf, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und sich für die Zukunft der Wesermarsch einzusetzen.

Im anschließenden gemeinsamen „Gespräch an Deck“ nutzten die Gäste die Gelegenheit, Fragen an Karin Logemann, Olaf Lies, Lars Steenken und Nils Humboldt zu stellen. Themen waren unter anderem die Huntebrücke in Elsfleth, Fragen der Energieversorgung – insbesondere die Speicherung von Gas in Salzstöcken – sowie die Gemeinschaftsverpflegung. (Fotos und Text: Kerstin Seeland – Titelfoto: Rebekka Bolzek)