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14.11.2025, Lokalredaktion
Die Frauenberatung donum vitae feierte am Donnerstag, in der KoBi ihr 25-jähriges Jubiläum und blickte dabei auf eine bewegte Geschichte zurück. Die 2. Vorsitzende Bärbel Wilhelm warf nach der Begrüßung der zahlreichen Gäste aus Politik, Verwaltung und Netzwerkpartnern einen Blick zurück. Entstanden ist der Verein nach dem Ausstieg der katholischen Kirche aus der Schwangerschaftskonfliktberatung. Aus christlicher Verantwortung gegenüber schwangeren Frauen gründeten Dr. Diemuth Clasen und der damalige katholische Pastor Karl-Heinz Vorwärts die Beratungsstelle, trotz vieler Widerstände und Anfeindungen. Was einst in einer kleinen Dachwohnung mit zwei Halbtagskräften begann, ist heute eine anerkannte Einrichtung mit sieben Angestellten, die jährlich zahlreiche Gespräche mit Frauen, Paaren und Jugendlichen führen – in 2024 waren es 1000 Beratungsgespräche.
Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Schwangerschaftskonfliktberatung, die Frauen und Paare in schwierigen Entscheidungssituationen unterstützt. Dabei geht es nicht nur um Mut, sondern auch um konkrete Hilfe und Begleitung – bis mindestens zum dritten Lebensjahr des Kindes. Die Beratungsstelle informiert über familienfördernde Leistungen, vermittelt finanzielle Unterstützung und arbeitet eng mit Ärzten, Anwälten, Psychologen sowie den Netzwerken der frühen Hilfen zusammen. Alle Angebote stehen unabhängig von Nationalität, Kultur oder Religion offen und können bei Bedarf auch in verschiedenen Sprachen wahrgenommen werden.
Neben der klassischen Beratung hat donum vitae sein Angebot stetig erweitert. Heute gehören dazu eine Hebammensprechstunde, Babymassagekurse, Schwangerschaftsyoga, eine Mädchen-Sprechstunde, Krabbelgruppen sowie Präventionsarbeit (Zyklus-Workshops) in Schulen. Seit 2012 gibt es zudem Mutter-Kind-Gruppen, die großen Zuspruch finden. Jährlich werden über Stiftungsanträge bis zu 67.000 Euro für bedürftige Schwangere und ihre Familien eingeworben – Gelder, die ohne Abzüge direkt den Betroffenen zugutekommen.
Das Jubiläum war nicht nur Anlass zur Rückschau, sondern auch ein Ausblick auf die Zukunft: donum vitae möchte weiterhin neue Angebote entwickeln und Frauen sowie Familien in der Wesermarsch mit Rat und Tat zur Seite stehen. Zu den Gratulanten gehörten Sindy Nestler, Dezernentin beim Landkreis Wesermarsch, MdL Björn Thümler (CDU), MdL Karin Logemann (SPD), Brakes stellvertretende Bürgermeisterin Jaqueline Günther, Maren Ozanna, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Wesermarsch, und Julia Seeberg, Bundesgeschäftsführerin von donum vitae.
Sie zeigte sich insbesondere auf Das, was donum vitae in der Wesermarsch bisher geleistet hat und damit auch Maßstäbe für die Arbeit von donum vitae bundesweit setzte, sehr stolz. Maßnahmen und Projekte, die in Brake entwickelt wurden, werden jetzt bundesweit umgesetzt.
Björn Thümler betonte, dass donum vitae die Frau in den Mittelpunkt der Beratung stellt – unabhängig von Herkunft, Ideologie oder Umständen. „Das ist wertvoll, da dies in der Gesellschaft oft verloren gegangen ist: Menschen so anzunehmen, wie sie sind, mit ihren Gefühlen und Problemen.“
„ Die Beratungsstelle erfüllt einen wichtigen gesellschaftlichen Auftrag: Information, Orientierung und Unterstützung in einer oft aufregenden, aber auch verunsichernden Lebensphase“, brachte es Maren Ozanna auf den Punkt. (Foto und Text: Kerstin Seeland)
Titelfoto: Bärbel Wilhelm, Bärbel Elsässer, Ortrud Müller (ehemalige langjährige Vorsitzende), Mechthild Frenking und vorne Dr. Diemuth Clasen