Sie können uns unterstützen

15.08.2026, Lokalredaktion
Mit einer großen Festwoche vom 10. bis 16. August 2026 feierte der SV Brake das 50‑jährige Jubiläum des Poligras‑Stadions – jener Sportstätte, die 1976 als erster Kunstrasenplatz Deutschlands Fußballgeschichte schrieb und bis heute Generationen von Spielerinnen und Spielern geprägt hat.

Das Stadion an der Bahnhofstraße wurde am 4. Dezember 1976 für 750.000 DM mit einem Spiel gegen eine NDR‑Prominentenauswahl eröffnet, darunter Fußballgrößen wie Uwe Seeler und Helmut Haller. Initiator des Projekts war der damalige Vorsitzende des VfL Brake, Magnus F. Barghorn, der sich früh und mit großer Überzeugung für den Kunstrasen einsetzte. In den Jahren 1985, 1999 und 2014 wurde der Belag erneuert; die letzte Runderneuerung kostete rund 482.000 Euro und brachte den Platz technisch auf den Stand der vierten Generation.

Ein Fest für die ganze Stadt
Rund 750 Zuschauer kamen zum Höhepunkt der Jubiläumswoche am Freitagabend: dem Freundschaftsspiel SV Brake 1. Herren, unter der Leitung von Coach Jürgen Hahn, gegen Ailton & Friends. Trotz einer schwachen Lautsprecheranlage, die Durchsagen nur wenige Meter vom Mast entfernt verständlich machte, herrschte eine ausgelassene und erwartungsvolle Stimmung.
Durch das Programm und die Partie führten Stadionsprecher Claus Plachetka und Marc Lorenz. Letzterer hatte einen besonders persönlichen Bezug zu diesem Tag: Bereits vor 50 Jahren war er – damals als junger Zuschauer an der Seite seines Vaters und der inzwischen verstorbenen Werder-Legende Max Lorenz – bei der Eröffnung des Stadions dabei. Das Wiedersehen an alter Wirkungsstätte war für Lorenz ein emotionaler Höhepunkt des Tages.

Auf dem Platz standen zahlreiche ehemalige Bundesliga‑Profis, darunter Ailton – zweifacher Pokalsieger, Double‑Sieger, Torschützenkönig und erster ausländischer „Fußballer des Jahres“ in Deutschland, Ansgar Brinkmann, Dennis Diekmeier, Günter Hermann und .Frank Ordenewitz. Weitere Überraschungsgäste wurden im Vorfeld angekündigt und sorgten für zusätzliche Aufmerksamkeit.

Ein Spiel mit vielen Toren – und vielen Emotionen
Die erste Herren des SV Brake ging die Partie ehrgeizig an und setzte die prominenten Gäste früh unter Druck. Ailton & Friends spielten den erwarteten ruhigen, publikumsfreundlichen Fußball, doch Brake dominierte die erste Hälfte deutlich. Nach der Pause nahm die Heimmannschaft etwas Tempo heraus, sodass sich ein offeneres Spiel entwickelte.

Am Ende stand ein unterhaltsames 7:5 für den SV Brake – ein Ergebnis, das die Zuschauer begeisterte und die Qualität der Braker Mannschaft unterstrich. Die getragenen Werder‑Trikots der Gastspieler sollen nun für einen guten Zweck versteigert werden.
Bei bestem Wetter verfolgten mehrere Hundert Zuschauer die Zeremonien und das Spiel. Nach dem Schlusspfiff wurde die Atmosphäre noch gelöster: Rund um das nun frisch getaufte Magnus-Barghorn-Stadion wurde bis tief in die Nacht gefeiert – ein würdiger Abschluss für einen Tag, der die Braker Fußballhistorie mit der Gegenwart vereinte.

Stimmen zum Jubiläum
Bürgermeister Michael Kurz zeigte sich beeindruckt: „Es war eine tolle Veranstaltung mit vielen Toren – und ich glaube, das war das Wichtigste. Dass unsere erste Herren 7:5 gewonnen hat, unterstreicht ihre Qualität. Besonders gefreut hat mich, dass mir der Vorstand meinen alten Spielerpass von 1972 überreicht hat. Das war ein berührender Moment.“

Er würdigte zudem die große Wertschätzung für Magnus F. Barghorn, der während des Spiels von den Zuschauern hochleben gelassen wurde: „Eine verdiente Geste für jemanden, der sich über Jahrzehnte für den Fußball in Brake eingesetzt hat.“

Ehrung für Magnus F. Barhorn – und ein neuer Stadionname
Vor dem Freundschaftsspiel fand ein Empfang zum 90. Geburtstag von Magnus F. Barghorn statt. Tobias Mentz vom Vorstand des SV Brake würdigte sein jahrzehntelanges Engagement und seine Verdienste für den Verein. Zu Ehren Barghorns wurde das Poligras‑Stadion offiziell in „Magnus Barghorn Stadion“ umbenannt.

Sichtlich bewegt blickte Barghorn in seiner Ansprache auf die Geschichte des Stadions zurück und schloss mit einem Appell an die Gemeinschaft: wieder stärker zum „Wir‑Gefühl“ zurückzufinden.

Ein Stück deutscher Fußballgeschichte
50 Jahre nach seiner Eröffnung ist das Poligras‑Stadion – heute Magnus Barghorn Stadion – mehr als nur ein Sportplatz. Es ist ein Ort, an dem Tradition, Engagement und sportliche Leidenschaft zusammenkommen. Die Jubiläumswoche hat eindrucksvoll gezeigt, wie lebendig diese Geschichte geblieben ist. (Fotos und Text: Kerstin Seeland)
