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22.10.2026, Lokalredaktion
Seit 75 Jahren bringt die Ländliche Erwachsenenbildung (LEB) Kreisarbeitsgemeinschaft (KAG) Wesermarsch Menschen zusammen, vermittelt Wissen und schafft Begegnungen. Dieses Jubiläum feierte die Kreisarbeitsgemeinschaft Wesermarsch am Mittwochabend mit zahlreichen Gästen aus Politik, Verbänden und Bildungsarbeit im Centraltheater Brake. Dabei wurde nicht nur auf die Vergangenheit zurückgeblickt, sondern auch über die Herausforderungen und Chancen der Erwachsenenbildung in der Zukunft diskutiert.

Der Vorsitzende der LEB Wesermarsch, Dieter Kohlmann, begrüßte die Gäste und erinnerte an die Entwicklung der Bildungsarbeit seit den Anfängen in den Nachkriegsjahren. Was einst aus dem wachsenden Bildungsbedarf im ländlichen Raum entstanden sei, habe sich über Jahrzehnte zu einem festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in der Wesermarsch entwickelt. Am 10. Februar 1951 wurde der „Verein ländliches Bildungswerk im Kreise Wesermarsch“ gegründet. Wilkens Hotel in Brake und die Landwirtschaftsschule in Stollhamm waren die ersten Versammlungsräume. Heute ist der Sitz in der Albrecht-Thaer-Straße 2, in Ovelgönne.

In einem Rückblick auf die Geschichte der Kreisarbeitsgemeinschaft würdigte Kohlmann insbesondere das Engagement zahlreicher Ehrenamtlicher, Vorstandsmitglieder, Referenten und Unterstützer. „Ohne diesen Einsatz hätten wir heute nichts zu feiern“, betonte er. Die erfolgreiche Bildungsarbeit sei über Generationen hinweg von Menschen getragen worden, die ihre Zeit und ihr Wissen für andere eingebracht hätten.

Wie wichtig lebenslanges Lernen gerade in einer sich ständig wandelnden Gesellschaft ist, machte Landrat Stephan Siefken in seinem Grußwort deutlich. Lernen ende nicht mit Schule, Ausbildung oder Beruf. Vielmehr gehe es darum, neugierig zu bleiben, Neues auszuprobieren und sich immer wieder weiterzuentwickeln.

„Bildung bedeutet weit mehr als die Vermittlung von Wissen“, sagte der Landrat. Sie schaffe Begegnungen, stärke den gesellschaftlichen Zusammenhalt und eröffne neue Perspektiven. Das vielfältige Angebot der LEB, das von Natur- und Sprachkursen über Literatur bis hin zu Medienkompetenz reiche, zeige eindrucksvoll, wie breit Erwachsenenbildung heute aufgestellt sei. Sein besonderer Dank galt den vielen Ehrenamtlichen, die hinter den Kulissen Veranstaltungen organisierten und Bildungsangebote erst möglich machten.

Den Blick über die Wesermarsch hinaus richtete anschließend Jörn Ehlers, Aufsichtsratsvorsitzender der Ländlichen Erwachsenenbildung Niedersachsen. Er erinnerte daran, dass die LEB heute zu den größten Trägern der Erwachsenenbildung in Niedersachsen zählt und sich über Jahrzehnte immer wieder an gesellschaftliche Veränderungen angepasst hat.

Jörn Ehlers verwies auf die großen Herausforderungen der vergangenen Jahre, insbesondere während der Corona-Pandemie, machte aber zugleich deutlich, dass die LEB ihre Stärke gerade in ihrer Anpassungsfähigkeit und regionalen Verankerung bewiesen habe. Angesichts gesellschaftlicher Veränderungen, neuer Bildungsbedarfe und der Digitalisierung sei auch künftig Flexibilität gefragt. Gleichzeitig warb er für eine verlässliche finanzielle Ausstattung der Bildungsarbeit.
Trotz aller Herausforderungen zeigte er sich optimistisch: Mit engagierten haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden, starken regionalen Strukturen und einer klaren Ausrichtung auf die Bedürfnisse der Menschen vor Ort sei die LEB gut aufgestellt. „Die nächsten 75 Jahre müssen uns nicht bange machen“, sagte er.
Die LEB Kreisarbeitsgemeinschaft Wesermarsch ist ein Ort der Begegnung, des Austauschs und des gesellschaftlichen Engagements. Oder, wie Dieter Kohlmann es mit einem bekannten Zitat auf den Punkt brachte: „Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück.“ (Fotos und Text: Kerstin Seeland)