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10.06.2026, Lokalredaktion
Zunächst möchte ich klarstellen, dass mein Beitrag weder eine Abrechnung mit meiner früheren Tätigkeit bei den Friesland Kliniken noch mit einzelnen Personen oder Institutionen darstellt. Die Vergangenheit spielt für meine heutige Bewertung der gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen keine Rolle. Mein Anliegen war und ist ausschließlich die Frage, wie unter den aktuellen politischen und finanziellen Voraussetzungen eine verlässliche Gesundheitsversorgung künftig sichergestellt werden kann.
Ebenso möchte ich darauf hinweisen, dass ich meinen Wohnsitz in Wilhelmshaven habe und weder Bürger noch politischer Akteur der Wesermarsch bin. Mein Beitrag entstand daher nicht aus kommunalpolitischen Interessen, sondern aus meiner langjährigen beruflichen Erfahrung im Gesundheitswesen.
Die derzeitige Gesundheitspolitik betrachte ich sowohl auf lokaler als auch auf Bundesebene durchaus kritisch. Mit dieser Einschätzung stehe ich keineswegs allein. Allein heute demonstrieren in Hannover mehrere tausend Beschäftigte und Verantwortliche aus dem Gesundheitswesen gegen die aktuelle Krankenhaus- und Gesundheitspolitik. Die Herausforderungen, vor denen Krankenhäuser bundesweit stehen, sind offensichtlich und betreffen längst nicht nur einzelne Standorte oder Regionen. Auch die Landräte aus ganz Deutschland haben sich in dieser Woche sehr kritisch zu der Gesundheitspolitik auf ihrem Treffen in Berlin geäußert, darunter auch der Landrat des Landkreises Friesland.
In einer demokratischen Gesellschaft sollte es selbstverständlich sein, dass unterschiedliche Auffassungen öffentlich geäußert und diskutiert werden können. Von diesem Recht habe ich Gebrauch gemacht. Mein Gastbeitrag stellt eine persönliche Meinungsäußerung dar und steht in keinem Zusammenhang mit meiner derzeitigen beruflichen Tätigkeit als Geschäftsführer des St. Bernhard Hospitals in Brake.
Im Übrigen habe ich auf meinen Beitrag zahlreiche positive Rückmeldungen erhalten – darunter auch von Bürgerinnen und Bürgern sowie Mitgliedern des Kreistages der Wesermarsch. Dies zeigt, dass die dort angesprochenen Fragen viele Menschen bewegen und eine offene Diskussion darüber durchaus gewünscht ist.
Unabhängig von unterschiedlichen Bewertungen eint uns letztlich dasselbe Ziel: eine dauerhaft tragfähige und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung für die Menschen in unserer Region. Über den Weg dorthin darf und sollte man sachlich diskutieren. (Foto: Kerstin Seeland)
Mit freundlichen Grüßen Frank Germeroth