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28.09.2026, Lokalredaktion
Einen ebenso bewegenden wie eindrucksvollen Theaterabend erlebten rund 80 Besucher, auf Einladung des Heimatbundes, im Fischerhaus. Mit dem Lesetheater „Der Untergang der Pamir“ wurde die tragische Geschichte des deutschen Frachtschulschiffes lebendig, das am 21. September 1957 im Hurrikan „Carrie“, westsüdwestlich der Azoren, sank. Von den 86 Menschen an Bord überlebten nach dramatischen Stunden nur sechs Seeleute.

Die freie Autorin und Dramatikerin Susanne Falk hat die Ereignisse in einem eindrucksvollen Theaterstück verarbeitet. Im Mittelpunkt stehen die dramatischen Szenen auf dem Schiff und in den Rettungsbooten sowie die langen, von Hoffnung und Verzweiflung geprägten Stunden bis zur Rettung. Das ursprünglich in niederdeutscher Sprache verfasste Werk bleibt eng an den historischen Ereignissen, lässt zugleich aber auch Perspektiven der Gegenwart einfließen.
Übersetzt wurde das Stück von Heino Buerhoop, der zugleich die Idee hatte, den Stoff als Lesetheater ins Fischerhaus zu bringen. Unter der Regie von Hans-Peter Blohm entstand daraus ein eindrucksvolles Sprechtheater, das durch die einfühlsame Akkordeonbegleitung von Reent Feus zusätzlich an Atmosphäre gewann.
Zu den Mitwirkenden zählten Jann Blohm, Renke Brüning, Tobias Petershagen, Hans-Dieter Becker, Helmut Schley und Klaus Decker, alles Darsteller der Niederdeutschen Bühne Brake. Unterstützt wurden sie von Jürgen Boom, der dem Funker seine Stimme lieh, sowie Kerstin Freitag, die als Stimme von Norddeich Radio sowie für Ton, Geräusche und Licht verantwortlich zeichnete. Die Rolle des Erzählers übernahm Klaus Pflug.
Mit großer Ausdruckskraft gelang es den Sprechern, die unterschiedlichen Stimmungen der Geschichte einzufangen: die Vorfreude vor der Abreise aus Hamburg, die wachsende Bedrohung durch den herannahenden Hurrikan und schließlich den verzweifelten Kampf ums Überleben. Als die Besatzung an Bord gegen ihre Angst ansang, stimmten auch einige Besucher in die Lieder ein.
Immer wieder herrschte im Fischerhaus eine nahezu greifbare Stille. Gebannt verfolgte das Publikum die Schilderungen der Katastrophe und ließ sich von den eindrucksvollen Darbietungen mitreißen. Der langanhaltende Applaus am Ende des Abends zeigte, wie sehr das Schicksal der „Pamir“ die Besucher berührte. (Fotos und Text: Kerstin Seeland)