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23.10.2026, Lokalredaktion
Mit einer Feierstunde im Rathaus hat Bürgermeister Michael Kurz am Donnerstag das langjährige Ratsmitglied Ursula Schinski verabschiedet. Er würdigte die Sozialdemokratin für ihr außergewöhnliches kommunalpolitisches und gesellschaftliches Engagement und verlieh ihr die Ehrenmedaille der Stadt Brake.

35 Jahre gehörte Ursula Schinski dem Rat der Stadt Brake an. Mehr als zwei Jahrzehnte, genau 21 Jahre und drei Monate, war sie zudem stellvertretende ehrenamtliche Bürgermeisterin. Für Michael Kurz sind diese Zahlen zwar beeindruckend, spiegeln aber nur einen Teil ihres Wirkens wider.
„Wir sprechen heute nicht nur über Ämter, Mandate und politische Entscheidungen, sondern vor allem über einen Menschen, der unsere Stadt geprägt hat“, betonte der Bürgermeister in seiner Laudatio. Ursula Schinski habe soziale Verantwortung nie als bloßes politisches Thema verstanden, sondern stets als persönliche Aufgabe gelebt.
Michael Kurz hob besonders ihr jahrzehntelanges Engagement für sozial benachteiligte Menschen hervor. Mit der Gründung eines Sozialkaufhauses habe sie einen Ort geschaffen, an dem Hilfe ohne Ausgrenzung möglich sei. Auch als Vorsitzende des SoVD-Ortsverbandes Brake setze sie sich seit vielen Jahren für die Interessen anderer ein. „Du hast nicht nur über Solidarität gesprochen, du hast sie gelebt“, sagte er.
Dabei würdigte der Bürgermeister nicht nur ihre sozialen Verdienste, sondern auch ihre Haltung als Kommunalpolitikerin. Ursula Schinski habe nie den einfachen Weg gewählt, sondern ihre Überzeugungen engagiert vertreten. Zugleich sei sie stets von Respekt und Menschlichkeit geprägt gewesen. „Menschen wie du erinnern uns daran, dass Demokratie vom Widerspruch lebt, aber ebenso von Respekt und Menschlichkeit“, betonte Michael Kurz.
Bereits im Jahr 2020 war Ursula Schinski für ihr langjähriges politisches und soziales Wirken mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Nun folgte mit der Ehrenmedaille der Stadt Brake eine weitere besondere Würdigung.
Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Holger Wiechmann fand persönliche Worte für seine langjährige Weggefährtin. Er erinnerte sich an ihre ersten Jahre im Rat, als sie ihre damals noch junge Tochter zu Sitzungen mitbrachte, weil Familie und politisches Ehrenamt miteinander vereinbart werden mussten. Über viele Jahre habe er erlebt, wie sehr sie sich für Menschen eingesetzt und Vereine, Verbände und Initiativen unterstützt habe.
Vor allem aber sei Ursula Schinski für ihn stets eine wichtige Mahnerin gewesen. „Du hast mich oft beiseite genommen und gesagt: „Achte auf die Menschen, die dahinterstehen“, erinnerte sich Holger Wiechmann. Während politische Diskussionen häufig von Zahlen und Sachfragen geprägt seien, habe Ursula Schinski immer wieder den Blick auf die Auswirkungen für die Bürgerinnen und Bürger gelenkt.
In seiner Ansprache bezeichnete Wiechmann sie als das „soziale Gewissen“ der Stadt und der gesamten Wesermarsch. Diese Anerkennung beschränke sich nicht auf die eigene Fraktion. Auch politische Mitbewerber hätten großen Respekt vor ihrem Einsatz und ihrer Beharrlichkeit.
Sichtlich bewegt nahm Ursula Schinski die Ehrung entgegen. Nach 35 Jahren endet nun die aktive Zeit der 74-Jährigen im Stadtrat. Sie war zwar am 13. September 2026 bei der Kommunalwahl erneut gewählt worden, trat das Amt jedoch, auf ärztlichen Rat hin, nicht mehr kann. Ihr Engagement für soziale Belange und für die Menschen in Brake wird sie jedoch auch künftig fortsetzen.
Zum Abschluss brachte Bürgermeister Michael Kurz die Bedeutung ihres Wirkens noch einmal auf den Punkt: „Die Ämter kommen und gehen. Was bleibt, ist das Gute, das ein Mensch für andere getan hat.“ (Foto und Text: Kerstin Seeland)
Titelfoto: Holger Wiechmann, Ursula Schinski und Bürgermeister Michael Kurz