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13.07.2026, Lokalredaktion
„In einer Stiftungsratssitzung in der vergangenen Woche wurden wir darüber informiert, dass Sachwalter und Geschäftsführung für die kommenden Jahre trotz umfangreicher Sanierungsmaßnahmen keine positive Entwicklung prognostizieren können. In der Konsequenz musste die Geschäftsführung die Schließung des Hauses beschließen.
Wir sind allen Beteiligten sehr dankbar für die intensiven Bemühungen, den Sanierungsplan umzusetzen und die Perspektive für unser Krankenhaus zu verbessern. Leider haben diese Schritte nicht ausgereicht. Die wirtschaftliche Entwicklung der ersten Jahreshälfte und die daraus resultierenden negativen Planergebnisse sind eindeutig. Erschwerend kommt hinzu: Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz wird ab Januar 2027 die Ertragssituation der Klinik weiter verschlechtern und die Liquidität massiv belasten.
Das schmerzhafte Ergebnis steht nun fest: Unser St. Bernhard-Hospital Brake wird in den kommenden Wochen geschlossen. Als Stiftungsrat der Stiftung St. Bernhard-Hospital bedauern wir diesen Schritt zutiefst. Wir hatten gehofft, dass der Krankenhausbetrieb durch ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung zumindest mittelfristig fortgeführt werden kann. Diese Hoffnung hat sich leider nicht erfüllt.
Besonders schwer wiegt diese Entscheidung für die Mitarbeitenden, die in den vergangenen Monaten außerordentlichen Einsatz gezeigt haben, um den Sanierungskurs zu unterstützen. Gleichzeitig schmerzt es uns, dass mit der Schließung ein tragender Pfeiler der regionalen Gesundheitsversorgung wegbricht.
Unsere Stiftung hat es in ihrer Satzung festgeschrieben: Zweck der Stiftung St. Bernhard-Hospital ist die Förderung des öffentlichen Gesundheits- und Wohlfahrtswesens. Diesen Zweck verwirklichen wir insbesondere durch die Förderung der St. Bernhard-Hospital gGmbH. Gemäß dem Niedersächsischen Krankenhausgesetz sind die Landkreise und kreisfreien Städte dafür zuständig, die Krankenhausversorgung der Bevölkerung sicherzustellen.
Als Stiftungsrat bleiben wir dem Stiftungszweck fest verpflichtet. Im Rahmen unserer Möglichkeiten werden wir auch künftig Entwicklungen konstruktiv begleiten und unterstützen, die der medizinischen und sozialen Versorgung in unserer Region dient.
Aktuell ist der Vorstand der Stiftung vakant. Der bisherige Stiftungsvorstand, Frank Germeroth, ist am vergangenen Montag von seinem Amt zurückgetreten. Als Geschäftsführer der St.-Bernhard-Hospital gGmbH bleibt er bis zur Schließung im Amt.
In der kommenden Woche kommt der Stiftungsrat zusammen, um über die nächsten Schritte zu beraten. Der Stiftungsrat darf sich -anders als der Vorstand- nicht am operativen Geschäft der Stiftung beteiligen. Ziel der Sitzung ist es, zeitnah einen neuen Stiftungsvorstand zu ernennen. Dieser wird für die Stiftung unmittelbar die Gespräche mit dem Landkreis, dem Land Niedersachsen und weiteren Institutionen aufnehmen. Erste Signale stimmen uns vorsichtig optimistisch: Es zeichnen sich bereits konkrete Perspektiven für alternative medizinische Angebote am Standort Brake ab.“
Für den Stiftungsrat: Pfarrer Christian Fechtenkötter – Vorsitzender des Stiftungsrats der Stiftung St. Bernhard-Hospitals