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15.03.2026, Lokalredaktion
41 Frauen und Männer nahmen auf Einladung des Vereins Refugium Wesermarsch am Sonnabend am traditionellen Fastenbrechen (Iftar) teil .

Begrüßt wurden die Teilnehmenden durch Zeliha Aykanat und Sivalingham Sireetharan vom Refugium, durch den Abend führte die aus Bremen stammende Moderatorin Bengisu Dursun. Für das reichhaltige Büffet sorgten die türkischen Frauen Mehtap Türkmenoglu, Havva Abul, Fatma Karnes, Khayala Mammadova, Ufuk und Betül Yola, Kiroz Sen und ihr Ehemann Murat Sen.

Vor dem Fastenbrechen gab es den traditionellen Adhān Gesang, der traditionell das Signal ist, dass das Fasten gebrochen werden darf. Auf den Tischen lagen schon Datteln bereit und auch Wasser stand an jedem Sitzplatz bereit, damit die Gäste gemeinsam, nach Sonnenuntergang das Fasten brechen konnten. Zunächst wurde eine Linsensuppe gereicht, bevor das Büffet eröffnet wurde, das aus traditionellen türkische Speisen wie gefüllte Weinblätter, Köfte, Börek, Lahmacun und vieles mehr. Auch Süßspeisen, wie süßer Reis mit Pistazien und Granatapfelkernen, Baklava und verschiedene kleine Kekse wurden gereicht.

Zelika Aykanat betonte, wie wichtig persönliche Begegnungen sind, damit Menschen miteinander ins Gespräch kommen und Verständnis füreinander entwickeln. Gerade in einer Zeit, in der viele Informationen über soziale Medien verzerrt oder einseitig dargestellt werden, sei es entscheidend, direkt aufeinander zuzugehen und die Gründe für Zuwanderung aus erster Hand zu erfahren.
Sie hob hervor, dass das Refugium stark vom Engagement Ehrenamtlicher lebt, da die Hauptamtlichen kaum Kapazitäten für zusätzliche Angebote haben. Besonders freue sie sich darüber, dass viele Ehrenamtliche selbst nach Deutschland zugewandert sind, hier angekommen sind und nun andere Menschen unterstützen möchten. Ihr Wunsch ist, dass solche Begegnungen dazu beitragen, einander besser zu verstehen, gemeinsam Zeit zu verbringen und letztlich Freundschaften entstehen zu lassen.
Bengisu Dursun, die als Modertorin durch den Abend führte, erklärte, dass der Ramadan eine Zeit der Gemeinschaft, des Zusammenhalts und des gegenseitigen Respekts ist. Sie beschrieb den Ramadan als den neunten Monat des islamischen Mondkalenders, der sich jedes Jahr um etwa zehn Tage nach vorne verschiebt. Dadurch variiert die Länge der täglichen Fastenzeit zwischen rund 12 Stunden im Winter und bis zu 18 Stunden im Sommer.
Sie erläuterte den Ablauf des Fastens: Vor der Morgendämmerung wird das nächtliche Frühstück eingenommen, danach beginnt das Fasten, das bis zum Sonnenuntergang gilt. Traditionell wird das Fasten mit Wasser und Datteln gebrochen, wie es der Prophet Mohammed getan haben soll. Datteln seien nicht nur symbolisch, sondern auch gesundheitlich wertvoll.
Bengisu Dursun betonte, dass Ramadan weit mehr ist als der Verzicht auf Essen und Trinken. Es geht um spirituelle Reinigung, Selbstreflexion, Geduld, Dankbarkeit und darum, ein besserer Mensch zu werden. Das Fasten mache zudem auf das Leid hungernder Menschen aufmerksam und motiviere zu Mitgefühl, Spenden und Hilfsbereitschaft.
Ein zentraler Aspekt sei die Gemeinschaft: Familien, Freunde und Nachbarn kommen täglich zum Fastenbrechen zusammen, teilen Speisen und stärken ihre Verbundenheit. Vielfalt und Miteinander seien ein großer Gewinn für die Gesellschaft.
Zum Schluss schilderte Bengisu Dursun ihren persönlichen Tagesablauf im Ramadan: das frühe Aufstehen zum nächtlichen Frühstück, Gebete, spirituelle Beschäftigung, Schlafphasen, Studium oder Arbeit, die Vorbereitung des Abendessens und das gemeinsame Fastenbrechen mit der Familie. Anschließend folgt oft ein besonderes Gebet, das nur im Ramadan verrichtet wird.
Für die Gäste war dieser Abend des Fastenbrechens etwas Besonderes, ein Eintauchen in die Kultur der türkischen Nachbarn, Freude und Bekannte. Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Frauenband „The Fräggelz“ und Uzun Erdem, ein türkischer Lehrer aus Bremen, der Lieder und Gedichte vortrug und den Teilnehmern Lesezeichen mit ihrem Namen in Kalligraphie-Schrift gestaltete. (Fotos und Text: Kerstin Seeland)