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16.10.2026, Lokalredaktion
Große Freude herrscht bei der Georg von der Vring Gesellschaft, denn diese wurde mit dem mit 5.000 Euro dotierten Hartmut-Vogel-Preis für Literaturvermittlung der Arbeitsgemeinschaft literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten (ALG) ausgezeichnet. Mit dem Preis würdigt die ALG das engagierte Wirken der Gesellschaft in der Literaturvermittlung sowie ihre beispielhafte Netzwerkarbeit in den vergangenen Jahren. Als die Entscheidung der Jury im Frühjahr bekannt wurde, war die Begeisterung in Brake entsprechend groß. Da nicht alle Vorstandsmitglieder an der feierlichen Preisverleihung im September in Lörrach teilnehmen konnten, kam die Gesellschaft am Donnerstag im Schiffahrtsmuseum Unterweser zu einer gemeinsamen Nachlese zusammen, um die besondere Auszeichnung noch einmal gebührend zu würdigen.
Die Laudatio hatte seinerzeit Dr. Christine Keitsch, Leiterin des Schiffahrtsmuseums verfasst: Den diesjährigen Hartmut-Vogel-Preis für Literaturvermittlung der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten (ALG) erhält die Georg von der Vring-Gesellschaft in Brake (Niedersachsen).
Der Hartmut-Vogel-Preis 2026 wird der Georg von der Vring-Gesellschaft für ihre engagierte Literaturvermittlung und beispielhafte Netzwerkarbeit in den letzten Jahren verliehen. Die Gesellschaft versteht sich als Plattform für Veranstaltungen mit Berührungs- und Bezugspunkten zu Georg von der Vring und verbindet lokale Erinnerungs- und Kulturarbeit mit zeitgemäßen Vermittlungsformaten. Sie macht literarische Inhalte auf moderne Weise und mit hohem ehrenamtlichem Engagement sichtbar und zugänglich. Bemerkenswert ist insbesondere, dass eine nach Georg von der Vring (1889-1968) benannte Gesellschaft wiederholt thematische Schwerpunkte zu schreibenden Frauen setzt und damit Perspektiven erweitert. Ihr Wirken ist ein vorbildliches Beispiel für die lebendige Präsenz kleinerer Literaturgesellschaften in der Gegenwart.
Neben erfolgreichen Projekten zu der Künstlerin Tove Jansson oder der Geschichte von Anna Rüdebusch ist als gelungenes Beispiel für diese Arbeit das Projekt „Thora 23″ zu nennen, das sich der in Brake geborenen Schriftstellerin Thora Thyselius (1911-1991) widmet. In einem vielschichtigen Vermittlungsansatz – von literarischen Stadtrundgängen („6.000 Schritte mit Thora“) über Installationen im öffentlichen Raum bis hin zu digitalen Angeboten mit Audio- und Bildmaterial- wird ihr Werk neu erschlossen und für ein breites Publikum zugänglich gemacht. Ziel des Projekts ist es, eine nahezu vergessene Autorin wieder sichtbar zu machen und ihre Texte in einen heutigen Kontext zu stellen.
Die Arbeit der Gesellschaft ist eng mit dem Ort Brake (Unterweser) verbunden, in dem sowohl Georg von der Vring als auch Thora Thyselius geboren wurden und das bis heute Ausgangspunkt vielfältiger literarischer Vermittlungsaktivitäten ist. Georg von der Vring, geboren am 30. Dezember 1889 in Brake und gestorben am 28. Februar 1968 in München, war Schriftsteller und Maler und zählt zu den bedeutenden deutschen Lyrikern des 20. Jahrhunderts. In seinem Werk setzte er sich unter anderem mit norddeutschen Lebenswelten auseinander; bekannt wurde er insbesondere durch seinen Roman So/dat Suhren (1927).
Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben und ist mit 5.000 Euro dotiert. Er erinnert an den Initiator der ALG Dr. Hartmut Vogel. Die ALG ist ein seit vierzig Jahren tätiger Dachverband literarischer Gesellschaften und Literaturmuseen in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit über 270 Mitgliedern. (pm/lr – Foto: privat)
Titelfoto: von links nach rechts – Olaf Mohrschladt (Schatzmeister), Barbara Müller (Vorsitzende, mit Urkunde), Reiner Gollenstede (Schriftführer), Dr. Christine Keitsch (Schiffahrtsmuseum Unterweser), Henner Funk (Gründer und ehemaliger Vorsitzender der Gesellschaft). Es fehlt: Annegret Kuilert (stellvertretende Vorsitzende). Links an der Wand das Selbstporträt von Georg von der Vring von 1923.