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26.08.2025, Lokalredaktion
„Ich bin mein Leben lang LLW gefahren und bin jetzt Rentner“, sagt Heino Höpken, 66 Jahre, wohnhaft in Brake, „Im Juli lag ein Flyer bei mir im Briefkasten und ich dachte mir zunächst, was ist das denn jetzt wieder.“ Auf dem Flyer stand „Herrensache-Ehrensache“ und es wurde zu einem Grillen eingeladen.
Werner Drieling, 74 Jahre, hatte ebenfalls von den Treffen gehört und ist einfach mal dorthin gegangen. Die beiden Männer trafen sich, in den Räumlichkeiten, am Kiebitzring, neben dem Nachbarschaftstreff „Vogelnest“. Und nicht nur die beiden, sondern weitere neun Männer aus dem benachbarten Seniorenheim Charleston waren bei dem ersten Treffen, einem Grillfest mit dabei. Das Grillen ist bei Heino und Werner so gut angekommen, dass sie beschlossen haben, künftig an weiteren Treffen teilzunehmen. „Ich würde sogar noch viel öfter kommen, sagt Heino, „aber das lässt die Behandlungen meine Krankheit nicht zu.“
Nadja Judaschke, Quartiersmanagerin des Johanniter Nachbarschaftstreffs „Vogelnest“ in Brake, hat ein neues Projekt gestartet. „Herrensache-Ehrensache“ richtet sich an Männer, die nicht mehr im Berufsleben stehen, aber noch Energie und Ideen haben, mit denen sie sich für andere Menschen einbringen wollen. Vor allem in sozialen Brennpunkten werden bevorzugt derartige Projekte initiiert. Nadja Judaschke war es vor allem auch wichtig, dass die Räumlichkeiten von den Teilnehmern des Projekts leicht fußläufig zu erreichen sind.
Das Projekt wird vom niedersächsischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung zusammen mit der LAG (Praxisnetzwerk für soziale Stadtentwicklung) gefördert. Von 120 Anträgen kamen 12 in die Förderung. Und somit steht Nadja Judaschke derzeit ein Budget von 10. 000 Euro bis Ende des Jahres zur Verfügung. Für das nächste Jahr hofft sie, dass es mit dem Projekt – sofern es gut angenommen wird – weitergeht. Dahingehende Anträge zur Förderung sind bereits in Planung.
Nach dem ersten Treffen im Juli geht es nun daran, weitere Treffen mit Leben zu füllen. Nadja Judaschke hat schon viele Ideen, was sie den Herren die zum Treffen kommen, anbieten möchte. Als nächstes geht es erst mal darum, weitere Interessierte zu finden, die sich dem Projekt anschließen wollen. Gesucht wird auch noch ein oder mehrere Ehrenamtliche, die Nadja Judaschke jede Woche vor Ort unterstützen. Neben den wöchentlichen Treffen – jeweils dienstags, ab 14 Uhr – sollen auch noch Ausflugstermine hinzukommen.
Besonders erfreulich ist es für die Quartiersmanagerin, dass die Wohnungsbau Wesermarsch einem Raum zur Verfügung gestellt hat, der früher einmal zur Gaststätte Am Kamin gehörte. Heino und Werner wünschen sich, dass der Treff auch von anderen Männern gut angenommen wird. „Ich finde es eine tolle Idee, dass wir uns hier ganz ungezwungen unterhalten und auch andere Dinge gemeinsam unternehmen können.“
„Männer sind schwerer zu erreichen als Frauen“, sagt Nadja Judaschke, „Frauen sind für Neues leichter zu begeistern. Dennoch hat sie ein großes Ziel – sie wünscht sich, dass die Teilnehmer der „Herrensache-Ehrensache“ später auch den Nachbarschaftstreff „Vogelnest“ besuchen. ort wird unter anderem Unterstützung beim „Papierkram“ angeboten und es gibt stets ein offenes Ohr für Sorgen und Probleme.
„Mich bauen diese Treffen immer auf“, sagt Heino, der auch regelmäßig zu den Treffen im „Vogelnest“ kommt, „Und es hat mir von Anfang an sehr gut gefallen.“ Und zu Nadja Judaschke gewandt meint er „Uns wirst du so schnell nicht mehr los.“ (Foto und Text: Kerstin Seeland)