Sie können uns unterstützen

03.01.2026, Lokalredaktion
Samstagnachmittag, kurz vor 15 Uhr am Wilhelm-Schierloh-Strand: Dort, wo sich im Sommer viele Menschen tummeln, um gemütlich baden zu gehen, zu sonnen oder einfach eine schöne Zeit zu verbringen, lag heute rund 15 Zentimeter Schnee.

Dass es in der Nacht bis zum Vormittag so heftig geschneit hatte, hielt ein Großteil der Braker nicht davon ab, den Schierloh-Strand heute zu besuchen. Der BrakeVerein hatte zum ersten Neujahrsbaden in der Weser eingeladen. Auch Bürgermeister Michael Kurz sagte zu, bei dem Baden dabei zu sein. Nicht als Zuschauer, sondern aktiv.

Immer mehr Zuschauer kamen und Bürgermeister Michael Kurz zeigte sich in seiner kurzen Ansprache deutlich überrascht von den vielen Menschen die an diesem Nachmittag vor Ort waren. Nicht alle von ihnen waren Badegäste, aber auch im wahrsten Sinne des Wortes Zaungäste, die sich das erste Neujahrsbaden in Brake nicht entgehen lassen wollten.

Der Brake Verein hatte im Strandbereich ein paar Bänke bereitgestellt und auch eine große Plane ausgelegt, auf der die Badegäste ihre Utensilien platzieren konnten, damit diese nicht im Schnee liegen mussten. Bürgermeister Michael Kurz war einer der Ersten, der sich umgezogen hatte. Bekleidet mit Badeschuhen, einer Badehose und einer Trillerpfeife, begrüßte er die zahlreichen Besucher.

Der Pfiff ertönte und Michael Kurz schritt mutig voran in die drei Grad kalte Weser. Ihm folgten zahlreiche Wagemutige, die sich ebenfalls in die Fluten stürzten. Einige trugen Mützen, eine Frau sogar eine Pelzkappe. Für die ersten Badenden war es schon nach ein paar Sekunden wieder vorbei, doch einige harrten tatsächlich mehrere Minuten in der Weser aus. Wieder an Land ging es schnell rein in die Badeschlappen und in die Bademäntel oder Handtüchern. Aufgekratzt war die Stimmung unter den Badegästen und auf die Frage wie sie sich fühlten gab es unterschiedliche Antworten.

Einer der Jüngsten war Theis, 12 Jahre alt, der in einem kurzen Neoprenanzug in die Weser stieg. „Ich spüre meine Füße gar nicht mehr“, sagte er und nach einem heißen Getränk suchte er die Nähe des Feuerkorbs auf, an dem sich auch schon andere wärmten. Stefan Block, auch einer der Badegäste, meinte, dass die ersten Schritte ins Wasser gar nicht schlimm waren. „Aber als wir alle so ins tiefere Wasser kamen, merkte man schon ganz schnell, dass es überall auf der Haut gekribbelt hat. Jetzt, nachdem ich aus dem Wasser raus bin, fühlt sich die Haut schon irgendwie komplett warm an.“

So ging es vermutlich vielen der Badegäste, die sich nach dem kalten Bad mit heißen Getränken wieder aufwärmten. Unter den Badenden waren auch Pastor Jan-Philipp Nicolaus und der Vorsitzende des BrakeVereins Jendrik Holthusen. Nach dem großen Erfolg wird diese Aktion auch im nächsten Jahr fortgeführt. Vorschläge kamen schon im Hinblick auf eine mobile Sauna oder ein Glühweinstand, der das ganze Spektakel dann noch abrunden würde. (Fotos und Text: Kerstin Seeland)