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04.08.2026, Lokalredaktion
Bereits im vierten Jahr unterstützt der Kreisverband Wesermarsch des Deutschen Roten Kreuz (DRK) Menschen in der vom russischen Angriffskrieg gebeutelten westukrainischen Stadt Lwiw (deutscher Name: Lemberg). Jetzt konnte das DRK wieder eine Spende des „Fleetpark Christophorus Haus“ in Brake entgegennehmen.
Im Zuge von Modernisierungsarbeiten in der Pflegeeinrichtung in der Braker Kantstraße wurden zwölf mechanische Pflegebetten ausgemustert. „Wie neuwertig sind die Betten“, freute sich DRK-Geschäftsführer Peter Deyle bei der Übergabe durch Einrichtungsleiter Niklas Trautmann. Bei dem Ortstermin gab es eine Besonderheit: Der Regionalleiter der Oblast Lemberg des Ukranischen Roten Kreuz, Ivan Semerak, konnte erstmalig dabei sein. Bisher hatten Ausreisebeschränkungen seinen Besuch in der Wesermarsch verhindert. Eine Oblast ist ein großes Verwaltungsgebiet ähnlich einem Bundesland. Die Ukraine ist in 24 Oblaste unterteilt.
Ivan Semerak kam nicht allein nach Brake, sondern mit 50 zehn- bis 16-jährigen Jungen und Mädchen sowie Betreuern und Betreuerinnen aus Lemberg. Die Kriegswaisen und anderweitig von Kriegsfolgen betroffenen Jugendlichen waren in der Sammelunterkunft des Landkreises beim Berufsbildungszentrum in Brake untergebracht. Dort kümmerten sich rund um die Uhr ehrenamtliche Helferinnen und Helfer des DRK Wesermarsch um die Jugendlichen. In dem einwöchigen Aufenthalt standen eine Stadtführung in Bremen in ukrainischer Sprache, ein Besuch im „Jaderpark“ in Jaderberg, eine Kletterpartie im Klettergarten in Stollhammer Mitteldeich und Badefreuden in der Lagune in Burhave auf dem Programm.
Mit seinem Kollegen Ivan Semerak besuchte Peter Deyle den Vorsitzenden des DRK-Landesverbandes Oldenburg, Helmut Gels, sowie die Kreisverbände Oldenburg-Stadt, Delmenhorst und Oldenburg Land. Besonders beeindruckt zeigte sich der Gast aus der Ukraine des Notrufzentrale in Hude. Er nehme nicht nur fast neuwertige Pflegebetten sondern auch neue Erkenntnisse und Erfahrungen für „seine“ lokalen Organisationen mit auf die 1300 Kilometer lange Heimreise, versicherte Semerak.
Dass die Pflegebetten einer sinnvollen Weiterverwendung zugeführt werden, haben sowohl das Christophorus-Haus als auch das Ukrainische Rote Kreuz Chariece Hübler zu verdanken. In dem Projekt „Lebensrettung in flut- und energiekritischen Gefährdungssituationen durch Realisierung von Insellösungen im Rahmen der Daseinsvorsorge (LifeGRID)“ ist die ausgebildete DRK-Altenpflegerin in Altenheimen in der Wesermarsch unterwegs und bekommt mit, wo eventuell noch gut brauchbare Hilfsmittel nicht mehr benötigt werden. Die zwölf Pflegebetten werden mit dem nächsten Hilfsmitteltransport in die Ukraine gebracht, ein Termin steht noch nicht fest. „Da wird alles gebraucht“, weiß Peter Deyle aus eigener Anschauung in Lwiw. (Foto und Text: Lutz Timmermann)
Titelfoto: Ivan Semerak (2.v.r.) vom Ukrainischen Roten Kreuz freut sich über die Spende vom Christophorus-Haus in Brake. Einrichtungsleiter Niklas Trautmann (links) übergab die Pflegebetten im Beisein von Natalia Eisenmann und Chariece Hübler (beide DRK) sowie DRK-Kreisgeschäftsführer Peter Deyle (sitzend)