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11.10.2026, Lokalredaktion
Im Mittelpunkt des Theaterabends steht Karl-Heinz „Kalle“ König (Jann Aden), ein erfolgreicher Anwalt, der während eines Saunabesuchs auf sein Leben blickt. Die ungewohnte Ruhe bietet ihm Gelegenheit, über Partnerschaft, Familie, Männlichkeit und das Älterwerden nachzudenken. Dabei schweifen seine Gedanken zwischen Ehealltag, persönlichen Enttäuschungen und den Herausforderungen moderner Beziehungen hin und her.

Mit viel Selbstironie betrachtet Kalle die Veränderungen in seiner langjährigen Ehe. Erinnerungen an frühere Zeiten stehen dabei im Kontrast zu den Routinen und Missverständnissen des gegenwärtigen Zusammenlebens. Auch die unterschiedlichen Sichtweisen von Männern und Frauen werden immer wieder humorvoll aufgegriffen. Kalle versucht, Erklärungen für Verhaltensweisen zu finden, die ihm bis heute rätselhaft erscheinen, scheitert dabei jedoch regelmäßig an seinen eigenen Vorurteilen und Widersprüchen.


Unterbrochen werden seine Gedankengänge durch mehrere Telefonate, die ihn immer wieder in die Realität zurückholen. Familie, Freunde und private Verpflichtungen machen deutlich, dass Kalle zwar über vieles nachdenkt, den Anforderungen seines tatsächlichen Lebens aber nicht entkommen kann. Und dennoch liebt er seine Sanni und ist daher auch nicht sonderlich traurig, dass sich Freund Thorsten ihrer annimmt. So eine kleine Affäre nebenbei hat doch schließlich keine Bedeutung.

Jann Aden trägt die Inszenierung nahezu allein. Mit großer Bühnenpräsenz gestaltet er die Figur eines Mannes, der zwischen Selbstbewusstsein und Unsicherheit, Wunschdenken und Selbsterkenntnis pendelt. Dabei gelingt es ihm, komische Momente ebenso überzeugend darzustellen wie nachdenkliche Passagen.
Die Hauptfigur bleibt dabei bewusst ambivalent. Einerseits offenbart sie ihre Schwächen und Zweifel, andererseits steht sie sich häufig selbst im Weg. Gerade diese Widersprüchlichkeit prägt den Abend und bietet Anlass zum Schmunzeln ebenso wie zum Nachdenken über Rollenbilder und zwischenmenschliche Erwartungen.
Das Publikum belohnt die großartige Leistung immer wieder mit Zwischenapplaus, denn Jann Aden lässt auf der Bühne kaum eine Pause aufkommen. Die Textmenge, die der Darsteller an diesem Abend zum Besten gibt, beeindruckt das Publikum. Und dabei scheint es fast so, als würde Jann Aden selbst über sich und sein Leben erzählen und nicht, dass er in eine Rolle geschlüpft ist. Das Premierenpublikum würdigte die Leistung von Jann Aden mit anhaltendem Applaus.
Weitere Aufführungstermine: Sonntag 11.10.2026 15:30 Uhr Abo B und freier Verkauf, Samstag 17.10.2026 19:00 Uhr Abo C und freier Verkauf, Sonntag 18.10.2026 15:30 Uhr Abo S und freier Verkauf, Sonntag 18.10.2026 19:00 Uhr Abo D und freier Verkauf, Dienstag 20.10.2026 20:00 Uhr Abo E und freier Verkauf, Donnerstag 22.10.2026 20:00 Uhr Abo F und freier Verkauf, Samstag 24.10.2026 19:00 Uhr Abo G und freier Verkauf, Sonntag 25.10.2026 15:30 Uhr freier Verkauf und Sonntag 25.10.2026 19:00 Uhr freier Verkauf.
Eintrittskarten gibt es: Abendkasse Spielstätte BBZ-Forum, Gerd-Köster-Str. 4, 27919 Brake, Tabak Wege, Bahnhofstr. 19, 26919 Brake, Tel. 04401-7076680 oder der Buchhandlung Gollenstede, Breite Straße 8 und Famila Center, 26919 Brake, Tel. 04401-704257 und 04401-930283. (Fotos und Text: Kerstin Seeland)