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29.08.2026, Lokalredaktion
Die medizinische Versorgung in Brake steht vor einem weiteren Einschnitt: Zum 30. November 2026 beendet die operasan Brake MVZ GmbH den Betrieb ihres nephrologischen Zentrums mit Dialysepraxis am ehemaligen St.-Bernhard-Hospital. Damit verlieren 45 schwer erkrankte Patientinnen und Patienten ihren wohnortnahen Dialyse-Standort.
Die Entscheidung folgt auf die bereits vollzogene Schließung des St.-Bernhard-Hospitals vor zwei Wochen. Nach Angaben des MVZ haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen über Jahre hinweg verschlechtert – zuletzt zusätzlich verschärft durch den Wegfall des Krankenhauses. Die Dialysepraxis war bislang eng an die Infrastruktur des Klinikstandorts angebunden, etwa durch ergänzende Dienstleistungen und die Nähe zu stationären Behandlungsmöglichkeiten, die viele der chronisch erkrankten Patientinnen und Patienten regelmäßig benötigen.
Dr. Jürgen Kämper, Geschäftsführer der operasan Brake MVZ GmbH, beschreibt die Lage als zunehmend aussichtslos: „Wir haben über Jahre versucht, den Standort baulich, organisatorisch und personell so weiterzuentwickeln, dass eine langfristig stabile Versorgung möglich bleibt. Unter den veränderten Bedingungen sehen wir dafür keine Perspektive mehr.“
Die Versorgung dialysepflichtiger Menschen erfordert eine hochqualifizierte und dauerhaft belastbare Struktur. Ohne die Unterstützung eines Krankenhausstandorts und ohne tragfähige wirtschaftliche Grundlagen sei ein Weiterbetrieb in Brake nicht mehr realisierbar. Laut MVZ wurden nach Bekanntwerden der Krankenhausschließung sämtliche Optionen erneut geprüft und Gespräche mit möglichen Partnern geführt – jedoch ohne Erfolg.
Für die betroffenen Patientinnen und Patienten bedeutet die Entscheidung erhebliche Veränderungen. Ab Dezember 2026 sollen sie in den nephrologischen Zentren der Nordseedialyse in Varel und Esenshamm weiterbehandelt werden. Die Betreiber betonen, dass dort eine nahtlose Übernahme zugesichert wurde. Dennoch müssen die Patientinnen und Patienten künftig deutlich längere Fahrtwege in Kauf nehmen – bei üblicherweise drei Dialysebehandlungen pro Woche eine spürbare Belastung.
Bis zur Schließung Ende November 2026 wird die Dialyse in Brake unverändert weitergeführt. Das MVZ kündigt an, sowohl den Übergang für die Patientinnen und Patienten als auch die berufliche Neuorientierung der Mitarbeitenden aktiv zu begleiten.
Dr. Kämper hebt die Bedeutung des Teams und der langjährigen Patiententreue hervor: „Unser MVZ hat über viele Jahre einen wichtigen Beitrag zur Versorgung in Brake geleistet. Die Entscheidung fällt uns außerordentlich schwer. Wir danken unseren Mitarbeitenden für ihr Engagement und unseren Patientinnen und Patienten für ihr Vertrauen.“ (pm/lr – Foto: KI generiertes Symbolbild)