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12.07.2026, Lokalredaktion
Mit zahlreichen Gästen und Wegbegleiter*innen hat das Sozialkaufhaus Brake am Sonnabend seinen neuen Standort in der Breiten Straße 43 eröffnet. Die Einrichtung, die seit 2016 besteht und nun ihr 10‑jähriges Bestehen begeht, präsentiert sich nach dem Umzug größer, zentraler und mit deutlich verbesserten Arbeitsbedingungen für das Team.

Ursula Schinski: „Menschen müssen für Menschen da sein“
Initiatorin Ursula Schinski begrüßte die Gäste und blickte auf ein Jahrzehnt sozialer Arbeit zurück. Sie erinnerte daran, dass das Kaufhaus seit seiner Gründung Menschen mit geringem Einkommen unterstützt und zugleich Perspektiven für langzeitarbeitslose Menschen schafft.
Schinski betonte die Bedeutung des Netzwerks aus Betreuungsverein Wesermarsch, Caritas, Jobcenter, Städten und Gemeinden sowie vielen ehrenamtlichen Helfer*innen. Besonders hob sie die Unterstützung der Bundesagentur für Arbeit hervor, die über mehrere Jahre Beschäftigungen nach §16i ermöglicht hatte.
Mit Blick auf die Zukunft zeigte sie sich zuversichtlich, aber auch realistisch: „Wir stemmen das derzeit allein – und müssen jeden Monat rechnen. Wir wünschen uns, dass es weitergeht, aber wir brauchen Unterstützung.“

Neuer Standort bringt mehr Platz und bessere Sichtbarkeit
Der Umzug war notwendig, weil das bisherige Gebäude an der Bahnhofsstraße verkauft wurde. Das neue Objekt in der Breiten Straße bietet mehr Verkaufsfläche, ein integriertes Möbellager, direkte Nähe zur Fußgängerzone und dadurch eine bessere Erreichbarkeit für Kundinnen und Kunden. Ursula Schinski und Unterstützer Uwe Peglau hoffen, dass der neue Standort wieder mehr Menschen ins Kaufhaus führt, nachdem die Besucherzahlen zuletzt rückläufig waren.
Bürgermeister Michael Kurz: „Ulla ist unser soziales Gewissen“
Brakes Bürgermeister Michael Kurz würdigte die Arbeit des Teams und insbesondere die Rolle von Ursula Schinski: „Du bist unser soziales Gewissen in Brake. Ohne dich gäbe es dieses Haus nicht.“ Er hob drei zentrale Funktionen des Sozialkaufhauses hervor: günstige Einkaufsmöglichkeiten für Menschen mit wenig Geld, Qualifizierung und Beschäftigung für Langzeitarbeitslose sowie ein Beitrag zur Nachhaltigkeit, da gut erhaltene Waren weitergegeben statt entsorgt werden.
MdL Karin Logemann (SPD): „Eine Lebenseinstellung – und ein Ort der Nachhaltigkeit“
Landtagsabgeordnete Karin Logemann gratulierte zum Jubiläum und lobte die Arbeit des überwiegend ehrenamtlichen Teams. Sie hob hervor, wie sehr das Kaufhaus zur Nachhaltigkeit beiträgt und erzählte von eigenen Erfahrungen bei Haushaltsauflösungen. „Was Ulla mitnimmt, kommt in gute Hände. Das ist ein beruhigendes Gefühl“, unterstrich sie.
Der SPD‑Fraktionsvorsitzende Holger Wiechmann erinnerte daran, dass Ursula Schinski bereits das Bundesverdienstkreuz für ihr Engagement erhalten hat. Er überreichte ein Geschenk der Fraktion und unterstrich die Bedeutung des Kaufhauses für Brake.
Die stellvertretende Bürgermeisterin Stadland, Monika Hirdes überbrachte die Grüße der Gemeinde und dankte dem Team für seine Arbeit. „Ihr seid für viele Menschen eine wichtige Stütze“, sagte sie.
Ein Blick zurück: Wie alles begann
Ursula Schinski erinnerte an die Anfänge des Projekts: Eine große Spendensammlung in der Langen Straße, eine kostenlose Wohnung der Wohnungsbaugesellschaft, selbstgebaute Regale – und schließlich die entscheidende Unterstützung der IG Metall Nordenham, die 2017 3.000 Euro spendete. Diese Spende machte die Gründung des Sozialkaufhauses erst möglich. (Fotos und Text: Kerstin Seeland)