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18.08.2026, Lokalredaktion
Hafenbesichtigungen mit dem Bus waren am Montag und Dienstag gestrichen, denn die Arbeit ruht dort für 24 Stunden. Der Warnstreik hat, bedingt durch die Tarifauseinandersetzung bei den deutschen Seehäfen und nach Aufruf der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) bereits ab Beginn der Nachtschicht am gestrigen Montagabend (22 Uhr) begonnen. Er dauert noch bis zum Dienstag abend, also insgesamt 24 Stunden an.. „Dieses Signal an die Arbeitgeber, dass wir es ernst meinen mit unserer Tarifforderung, ist offenbar dringend nötig“, sagt Sylvi Krisch, die gemeinsam mit Francisca Bier die Verhandlungen führt, am Montag.

In der Tarifrunde für die deutschen Seehäfen haben die Beschäftigten nach einer intensiven Befragung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ein klares Votum abgegeben: Sie lehnen das bisherige Angebot der Arbeitgeber ab. Mehr als 6.100 Beschäftigte nahmen an der einwöchigen Rückkopplungsrunde teil, die heute Morgen endete. Eine sehr große Mehrheit von ihnen erklärte, das Angebot des Zentralverbands der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) sei nicht ausreichend. Die Bundestarifkommission der Gewerkschaft entschied am Freitagnachmittag auf dieser Grundlage. „Die Haltung der Kolleginnen und Kollegen ist überaus deutlich geworden“, sagte Sylvi Krisch, ver.di-Verhandlungsführerin gemeinsam mit Francisca Bier. „Sie wollen ein klar verbessertes Angebot sehen und sind bereit, dafür Druck zu machen – wenn nötig, mit Streiks.“
Der ZDS hatte für die rund 11.000 Beschäftigten in Hamburg, Bremen, Bremerhaven, Emden, Brake und Wilhelmshaven zuvor Lohnerhöhungen von 5,1 Prozent angeboten, dazu ein um 300 Euro höheres Urlaubsgeld sowie eine Erhöhung der A-Pauschale um 460 Euro, bei einer Laufzeit von 19 Monaten. Gerade die Laufzeit sei vielen Beschäftigten zu lang, erläuterten die Verhandlungsführerinnen – gefordert hatte ver.di zwölf Monate, wie bisher branchenüblich. Auch das erhöhte Urlaubsgeld, das nur einmal pro Jahr fällig würde, stütze die unteren Entgeltgruppen zu wenig, so das Ergebnis der Rückkopplung. Die Gewerkschaft hatte stattdessen einen mindestens um 2,50 Euro erhöhten Stundenlohn gefordert, bei einer Gesamtforderung von 8,2 Prozent mehr. „Die Beschäftigten wollen gerade für die unteren Lohngruppen eine deutlich spürbare Erhöhung pro Monat“, betonte Sylvi Krisch.
Noch gibt es keinen dritten Verhandlungstermin. „Wir wollen weiter verhandeln, möglichst rasch, und warten nur auf ein entsprechendes Signal der Arbeitgeber“, erklärte Gewerkschafterin Krisch. „Die Hafenbeschäftigten sind zugleich willens und in der Lage, solidarisch für ihre Forderungen zu kämpfen.“ Schon von der kommenden Woche an könne es daher Warnstreiks geben, sagte die Gewerkschafterin. (pm/lr – Fotos: Kerstin Seeland)