Sie können uns unterstützen

24.08.2025, Lokalredaktion
Im Rathaus begrüßten Ratsmitglied Holger Wiechmann und der Ratsvorsitzende Jürgen Boom Vertreterinnen und Vertreter der vier Braker Schützenvereine, deren Königshäuser sowie Mitglieder des Rates zum traditionellen Empfang im Ratssaal. Der Empfang, der seit über 38 Jahren fester Bestandteil des städtischen Lebens ist, würdigt das Engagement der Schützenvereine für das kulturelle und sportliche Miteinander in der Region.
Jürgen Boom eröffnete die Veranstaltung und übergab das Wort an den Vertreter des Bürgermeisters. In seiner Ansprache betonte er die Bedeutung des Schützenwesens für die Stadt Brake – nicht nur als traditionsreiches Brauchtum, sondern auch als dynamische Gemeinschaft mit modernen Impulsen. Besonders hervorgehoben wurden die technischen Neuerungen in den Vereinen, wie etwa Laserschießstände und elektronische Trainingssysteme, die zur Weiterentwicklung und Zukunftsfähigkeit beitragen.
Ein besonderes Highlight für Brake ist, dass es in diesem Jahr ein Stadtkaiserpaars gibt. Auch sportlich zeigt sich Brake stark: Aktive Mitglieder kämpfen derzeit um die Deutsche Meisterschaft in München – ein Zeichen für die hohe Qualität und das Engagement der lokalen Vereine.
Der Empfang bot zudem Raum für Rückblicke und Ausblicke: Die Vorsitzenden der vier Schützenvereine berichteten über Erfolge und Herausforderungen des vergangenen Jahres und stellten neue Projekte vor. Die Stadt Brake sicherte weiterhin ihre Unterstützung zu – auch durch städtische Stiftungen, die gezielt Projekte der Vereine fördern.
Zum Abschluss wurde deutlich: Die Schützenvereine sind ein unverzichtbarer Teil des ehrenamtlichen Lebens in der Stadt – sowohl in sportlicher als auch in gesellschaftlicher Hinsicht. Die Stadt freut sich auf eine weiterhin enge Zusammenarbeit und viele gemeinsame Aktivitäten.
Schützenvereine im Wandel: Transparenz, Zusammenhalt und neue Wege
Henning Belitz, Präsident des Schützenbundes Wesermarsch wies darauf hin, dass die Schützenvereine der Region vor einem bedeutenden Wandel stehen. Während sich viele Vereine in der Vergangenheit hinter Traditionen und gewachsenen Strukturen versteckten, wächst nun das Bewusstsein für Offenheit, Transparenz und moderne Entwicklungen.
Besonders im Fokus steht die Öffnung gegenüber neuen Sportarten wie Blasrohrschießen, Dart oder elektronischen Disziplinen, die sich zunehmend etablieren. Henning Belitz betonte, dass dies Alles nur als Gemeinschaft gemeistert und die Zukunft aktiv gestaltet werden kann. Einzelkämpfermentalität führt hingegen zu Problemen – wie etwa dem Verlust ganzer Abteilungen.
Ein zentrales Thema ist derzeit die angestrebte Beitragserhöhung des Nordwestdeutschen Schützenbundes (NWDSB), die auf breite Kritik stößt. Die Intransparenz der Verbandsführung, ein Defizit von rund 1,4 Millionen Euro sowie fragwürdige Ausgaben – etwa für ein Fahrzeug im Wert von 38.000 Euro – sorgen für Unmut. Die demokratische Mitbestimmung scheint gefährdet, und die Verhandlungen mit Banken und Anwälten zeigen, wie komplex die Lage geworden ist.
Trotz dieser Herausforderungen zeigt sich der Schützenbund Wesermarsch gut aufgestellt: Alle Posten sind besetzt, die Sportleitung arbeitet engagiert, und die Zahl der angemeldeten Mannschaften für die Rundenwettkämpfe übertrifft die der Vorjahre. Besonders erfreulich ist die aktive Jugendarbeit in Brake.
Dennoch bleibt die Mahnung bestehen: Von 19 Vereinen im Kreis leisten aktuell nur 10 aktive Vereinsarbeit. Der Appell von Henning Belitz lautet daher, sich stärker zu engagieren, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam für die Zukunft des Schützenwesens einzustehen. Die positive Entwicklung der Mitgliederzahlen und die Vorbereitungen für die Kreismeisterschaften zeigen: Der Wille zur Veränderung ist da – und er verdient Unterstützung.

Bevor die Schützen, mit Unterstützung der Ovelgönner Blaskapelle, gemeinsam zum Schützenball des Braker Schützenvereins marschierten, ertönten vor dem Rathaus noch vier Böllerschüsse von der Farger Schützengesellschaft von 1895. Fotos und Text: Kerstin Seeland)