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11.08.2026, Lokalredaktion
Mit der Übergabe einer umfangreichen Online-Petition an Bürgermeister Michael Kurz haben die Initiatoren Andreas Cichon, Hakan Türkili und Amadea Wehlau von Wesermarsch Immobilien ein deutliches Zeichen gegen die Schließung des St.-Bernhard-Hospitals gesetzt. Über 11.000 Unterstützerinnen und Unterstützer haben sich innerhalb weniger Wochen für den Erhalt des traditionsreichen Krankenhausstandorts ausgesprochen.
Breite Unterstützung aus Brake und der Region
Die Petition, die überwiegend von Bürgerinnen und Bürgern aus Brake und der südlichen Wesermarsch unterzeichnet wurde, dokumentiert eindrucksvoll die große Sorge um die medizinische Versorgung und die Zukunft der mehr als 300 Arbeitsplätze am Standort. „Wir hatten bis etwa 7.000 Stimmen nahezu ausschließlich regionale Beteiligung“, erläuterte Mit-Initiator Hakan Türkili. „Erst später kamen zusätzliche Unterstützer über externe Verteiler hinzu.“
Die Initiatoren betonten, dass allein rund 3.000 Euro an privaten Spenden in Werbemaßnahmen geflossen seien, um die Petition sichtbar zu machen und möglichst viele Menschen zu erreichen.
Bürgermeister Kurz: „Ich nehme die Petition selbstverständlich entgegen“
Bürgermeister Michael Kurz würdigte das Engagement der Initiatoren und der Bevölkerung ausdrücklich. „Ich finde das eine tolle Aktion, die Sie da gemacht haben.“ Gleichzeitig machte Kurz deutlich, dass die Stadt Brake keine direkte Entscheidungskompetenz über die Zukunft des kirchlich getragenen Krankenhauses habe. Die Verantwortung liege beim Land Niedersachsen sowie übergeordneten Gesundheitsbehörden. „Diese Entscheidungen werden letztendlich in Berlin beziehungsweise in Hannover getroffen und nicht bei uns“, betonte er.
Trotz fehlender Zuständigkeit sicherte Kurz zu, die Petition an die zuständigen Stellen des Landes weiterzuleiten und einen geeigneten Übergabetermin – etwa mit Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi, Niedersächsischer Minister für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung – zu organisieren.
Zukunft des Standorts: Gesundheitscampus als Chance
Im Gespräch erläuterte Kurz die aktuellen Entwicklungen rund um die stationäre Versorgung in Niedersachsen und die geplante Umstrukturierung in Brake. Das Gesundheitsministerium strebe eine Reduktion stationärer Betten an und setze verstärkt auf ambulante und teilstationäre Versorgungsmodelle.
Für Brake sei ein Gesundheitscampus vorgesehen, der ambulante Facharztversorgung, ein teilstationäres OP-Zentrum sowie eine Tagesbettenstruktur bieten soll. „Ich sehe das als große Chance, dass wir hier in Brake gestärkt hervorgehen“, betonte der Bürgermeister.
Initiatoren: „Der Druck muss hoch bleiben“
Cichon und Türkili betonten, dass die Petition nicht nur ein symbolischer Akt sei, sondern weiterhin verfolgt werden müsse. „Es wäre schön, wenn das weiterverfolgt wird – wir haben da viel Zeit investiert.“ Ihr Ziel sei es, die bestmögliche Lösung für die medizinische Versorgung und die Arbeitsplätze zu erreichen. Die Petition solle dazu beitragen, dass die Verantwortlichen auf Landesebene die Bedeutung des Standorts Brake erkennen und berücksichtigen.
Die Übergabe der Petition zeigt eindrucksvoll, wie stark die Bevölkerung der Wesermarsch hinter dem Erhalt des St.-Bernhard-Hospitals steht. Auch wenn die Stadt Brake keine direkte Entscheidungsgewalt besitzt, wird Bürgermeister Michael Kurz die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger weitertragen und den Kontakt zu den zuständigen Landesstellen herstellen.
Die Initiatoren hoffen, dass der breite Rückhalt aus der Region dazu beiträgt, die Zukunft des Gesundheitsstandorts Brake nachhaltig zu sichern. (Foto und Text: Kerstin Seeland)
Titelfoto: Hakan Türkili, Andreas Cichon, Bürgermeister Michael Kurz und Amadea Wehlau