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18.11.2025, Lokalredaktion
Trotz Regens nahmen auch in diesem Jahr mehr als 30 Personen an der vom Ortsverband des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge veranstalteten Gedenkfeier zum Volkstrauertag in Stollhamm teil.
Die Vorsitzende Uta Meiners hielt eine Rede zur Erinnerung an die Toten des Ersten und Zweiten Weltkriegs. Vor 80 Jahren endete der Zweite Weltkrieg mit der Kapitulation der Wehrmacht am 8./9. Mai 1945. Dieser Tag wurde lange unterschiedlich gedeutet: für viele war er ein Tag der Niederlage, in der DDR hingegen ein Tag der Befreiung. Zeitzeugen berichten von Chaos, Plünderungen und Unsicherheit, aber auch von Erleichterung über das Ende der Kämpfe. In unserer Region blieb das große Chaos aus, da die britische Besatzung schnell für Ordnung sorgte.
Hitlers „Nero-Befehl“ kurz vor Kriegsende zeigt die zerstörerische Haltung des NS-Regimes. Erst Bundespräsident Richard von Weizsäcker prägte 1985 die Sichtweise, dass der 8. Mai ein Tag der Befreiung von der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft war. Damit wurde ein neues Kapitel der Erinnerung eröffnet, das sowohl das Leid der Opfer als auch die Verantwortung der Deutschen betonte.
Seitdem hat sich Europa stark verändert: die Mauer fiel, Demokratien entstanden im Osten, wirtschaftlicher Wohlstand wuchs. Doch zugleich sind neue Gefahren sichtbar – Nationalismus, Extremismus und Kriege kehren zurück. Frieden bedeutet mehr als das Schweigen der Waffen, er erfordert Menschlichkeit, Verantwortung und aktives Engagement.
Darum gilt heute wie damals: Wir müssen Hass mit Liebe begegnen, mit Verunsicherten das Gespräch suchen, Hetze widersprechen und uns für Demokratie und Rechtsstaat einsetzen. Jeder an seinem Platz kann dazu beitragen, dass Freiheit und Menschlichkeit bewahrt bleiben.
Die stellvertretende Bürgermeisterin Martina Geberzahn sprach das Totengedenken, die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr legten den Kranz am Ehrenmal nieder und Bläser des Spielmanns- und Fanfarenzuges sorgten für die musikalische Umrahmung.
In der Kirche schloss sich eine Andacht an, bei der Hans-Rudolf Mengers die Ketzenberg-Chronik über die Stollhammer Toten des ersten und zweiten Weltkriegs vorstellte. (pm/lr)