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14.05.2026, Lokalredaktion
„Wir wollen die Fischerei an unserer Küste erhalten. Dafür braucht es einen ehrlichen und transparenten Dialog mit den Menschen, die seit Generationen von und mit der Fischerei leben“, erklärt die SPD-Landtagsabgeordnete Karin Logemann nach einem Austausch mit Fischern aus Fedderwardersiel. Logemann hatte das Gespräch organisiert, um die Sorgen der Betroffenen über die geplanten Fischereiausschlussgebiete des Landes Niedersachsen aufzunehmen.
Hintergrund ist der EU-Aktionsplan für nachhaltige Fischerei. Im Rahmen der aktuellen Planungen könnten künftig große Gebiete für die Fischerei gesperrt werden. Nach aktuellem Stand wären davon zwei der drei wichtigsten Fanghotspots der Fedderwardersieler Fischer betroffen.
An dem Gespräch nahmen neben den vier Fischereifamilienbetrieben auch Daniel Schneider und Lina Becker von der IKTF (Informations- und Koordinierungsstelle Transformation Fischerei) sowie Felix Frerich und Anna Hauske als Vertreter der Kommunalpolitik teil.
Die Fischer äußerten dabei deutliche Kritik am bisherigen Verfahren. Söhnke Thaden, der die Familienbetriebe vertrat, sprach von einem mangelnden Austausch mit den Betroffenen: „Das war kein Dialog, sondern eine Konfrontation.“ Besonders kritisiert wurden aus Sicht der Fischer die fehlende Transparenz, lückenhafte Datengrundlagen sowie die mangelnde Verhältnismäßigkeit der geplanten Maßnahmen. Die Forderung der Fischer sei klar: ein transparenter und ehrlicher Austausch zwischen Verwaltung, Politik und den Betroffenen vor Ort. „Wir machen nicht dicht, wir wollen unterstützen – aber wir werden überfahren“, machte Thaden deutlich.
Auch Karin Logemann kritisierte das bisherige Vorgehen deutlich. „Wenn politisch ein Dialog angekündigt wird, dann muss dieser Dialog auch tatsächlich stattfinden“, so die SPD-Abgeordnete. Insbesondere die fehlende Transparenz bei der Datenerhebung und der Auswahl möglicher Ausschlussgebiete sei problematisch. „Fischerei ist für die Wirtschaft und die Familienbetriebe existenziell – genauso wie für Kultur und Tourismus bei uns in der Wesermarsch“, betonte Logemann. Für die Abgeordnete steht fest, dass die Fischer aktiv in die Auswahl möglicher Schutz- und Ausschlussgebiete eingebunden werden müssen. „Es muss ein fairer Dialog auf Augenhöhe sein. Die Menschen dürfen nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden.“ Mit Blick auf die aktuellen Planungen machte Logemann deutlich: „Ich setze hier das Stoppschild.“
Auch Daniel Schneider vom IKTF sprach sich für einen konstruktiven Prozess aus: „Politische Programme und Institutionen müssen in Einklang gebracht werden. Wir brauchen ein Miteinander statt Gegeneinander.“ Ziel müsse es sein, gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln, die sowohl den Natur- als auch den Bestandsschutz der Küstenfischerei berücksichtigen.
Zum Abschluss des Gesprächs herrschte Einigkeit darüber, dass die Fischerei an der Küste nicht nur ein Wirtschaftsfaktor, sondern auch ein wichtiger Teil regionaler Identität und Tradition ist. Deshalb brauche es jetzt einen transparenten, fachlich fundierten und fairen Austausch mit den Betroffenen vor Ort. (pm/lr – Foto: Daniel Bielefeld)
Titelfoto: Die Landtagsabgeordnete Karin Logemann gemeinsam mit den Fischereifamilienbetrieben aus Fedderwardersiel, Daniel Schneider und Lina Becker von der IKTF sowie Felix Frerich und Anna Hauske als Vertretung der kommunalen Politik